Verkehrssicherheit
Leichtere Umsetzung von Tempo 30 im Ortsgebiet
- Rund die Hälfte aller Unfälle im Burgenland ereignen sich im Ortsgebiet. Mit der Erleichterung der Umsetzung von Tempo 30 in Städten und Gemeinden soll unter anderem diese Zahl gesenkt werden.
- Foto: Casa Blanca / Panthermedia
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Mit dem heutigen Tag tritt eine Reform der Straßenverkehrsordnung in Kraft, gefordert vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ), welche die Umsetzung von Tempo 30 in den Ortschaften und Gemeinden erleichtern soll. Rund die Hälfte aller Verkehrsunfälle im Burgenland passieren im Ortsgebiet. Mit der 35. StVO-Novelle soll die Verkehrssicherheit im Burgenland erhöht werden, da Tempo 30, laut VCÖ, den Anhalteweg halbiert, aber auch die Zahl sowie Schwere von Unfällen reduziert.
BURGENLAND. Im Vorjahr forderte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) eine leichtere Umsetzung von Tempo 30 im Ortsgebiet. Diese Forderung wurden vom Österreichischen Städtebund und von mehr als 280 Gemeinden und Städten, wie Großhöflein, Hornstein, Königsdorf, Neufeld an der Leitha, Oberwart und Zillingtal, unterstützt. Dieser Forderung wurde stattgegeben, was bedeutet, ab dem 1. Juli gilt die geforderte Reform, die 35. Straßenverkehrsordnung-Novelle.
- Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet soll Unfälle vorbeugen.
- Foto: Franziska Pfeiffer
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Begründung für die Reform und Tempo 30
Ab dem 1. Juli können Gemeinden und Städte Tempo 30 im Ortsgebiet leichter und unkomplizierter umsetzen. Dies gilt vor allem für Straßen mit erhöhten Schutzbedürfnis, also im Umfeld von Schulen, Kindergärten, Freizeiteinrichtungen oder auch Seniorenheimen. Zusätzlich sind nicht mehr nur die Bezirksverwaltungsbehörden, sondern auch die Gemeinden selbst für Schulstraßen zuständig, was ebenfalls die Umsetzung erleichtern und sich positiv auf die Schulwegsicherheit auswirken soll, doch machen 20 km/h wirklich so viel Unterschied?
- Tempo 30 im Ortsgebiet unterstützt auch einen sicheren Schulweg und die Möglichkeit, Kinder mit Fahrrad oder Zu-Fuß alleine den Schulweg bestreiten zu lassen, statt von den Eltern mit dem Auto gefahren zu werden.
- Foto: Höfflin/VCÖ
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Im Ortsgebiet besteht grundsätzlich Tempo 50, so wird es in der Fahrschule gelehrt. Dennoch fährt ein Pkw mit Tempo 30 auf trockener Fahrbahn und normaler Reaktionszeit und muss bremsen, so steht das Fahrzeug nach elf Metern. Muss ein Pkw mit Tempo 50 bremsen, so hat das Fahrzeug nach elf Metern noch immer eine Geschwindigkeit von über 40 km/h. Wird eine Fußgängerin oder ein Fußgänger mit diesem Tempo von einem Auto erfasst, sind schwerste Verletzungen die Folge. Tempo 30 statt 50 halbiert also den Anhalteweg, wodurch die Zahl und die Schwere der Unfälle im Ortsgebiet gesenkt wird, wie Erfahrungen der Städte, in welchen Tempo 30 großflächig eingeführt wurde, belegen.
- Bei Tempo 30 wird der Anhalteweg eines Pkws halbiert.
- Foto: Dufek/VCÖ
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Auch für Kinder und ältere Menschen soll mit der erleichterten Umsetzung von Tempo 30 im Ortsgebiet mehr Sicherheit im Verkehr ermöglicht werden. Etwa die Übersetzung einer Straße ist damit deutlich leichter zu bewältigen. Auch für Anrainerinnen und Anrainer birgt die Reform Vorteile. Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner zur 35. StVO-Novelle: „Tempo 30 im Stadtgebiet bringt mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Wir können damit aber noch mehr positive Auswirkungen für die Menschen erreichen, denn Studien zeigen, dass der Lärmpegel deutlich gesenkt wird und ein verbesserter Verkehrsfluss gegeben ist.“
- Hier noch einmal eine Übersicht über diverse Vorteile von Tempo 30 im Ortsgebiet.
- Foto: Dufek/VCS/VCÖ
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Mit Tempo 30 zu mehr Klimafreundlichkeit
VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fasst die Vorteile der Reform zusammen: „Mehr Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet erhöht die Verkehrssicherheit, erleichtert es der Bevölkerung Alltagswege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen, verringert Verkehrslärm und Abgasbelastung und erhöht die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner. Die Erfahrungen zeigen zudem, dass Verkehrsberuhigung und Tempo 30 Nahversorgung und Einzelhandel stärken“, was auch andere Studien bestätigen. Außerdem wird betont, dass Eltern Straßen mit Tempo 50 für ihre Kinder als nicht sicher einstufen. Daher werden viel Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht. Mit Tempo 30 und der Erhöhung der Verkehrssicherheit wird auch das Zu-Fuß-Gehen und Radfahren im Ortsgebiet erleichtert.
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