Naturschutz
Sternhausen-Stör erstmals erfolgreich bei Donauinsel nachgezüchtet
- Nachwuchs beim Sternhausen: Die bedrohte Störart ist eine von vier Arten, die im Rahmen eines Artenschutzprojekts wieder in der Donau angesiedelt werden sollen. Am Bild: ein Artgenosse der Waxdick.
- Foto: Sade Jerabek/Meinbezirk
- hochgeladen von Michael Marbacher
Dem Artenschutzprojekt „LIFE-Boat4Sturgeon“ ist ein wichtiger Erfolg gelungen. Erstmals konnten Sternhausen bei der Donauinsel erfolgreich nachgezüchtet werden. Damit wurde bereits bei drei der vier bedrohten Störarten, die im Rahmen des Projekts erhalten werden sollen, die Nachzucht erfolgreich umgesetzt.
Artikel aktualisiert am 16. Juni, 15 Uhr.
WIEN/DONAUSTADT. Nachwuchs bei einem der ältesten Bewohner der Donau: Im Rahmen des Artenschutzprojekts „LIFE-Boat4Sturgeon“ sind auf der schwimmenden Aufzuchtstation bei der Wiener Donauinsel erstmals Sternhausen geschlüpft. Die ersten Jungfische der stark bedrohten Störart kamen im April und Mai zur Welt.
Störe sind eine sehr alte Fischart. „Genauer gesagt gibt es sie schon seit etwa 200 Millionen Jahren“, erklärt Projektleiter Thomas Friedrich mit Blick auf die lange Geschichte der Störe, deren Vorfahren bereits zur Zeit der Dinosaurier in europäischen Gewässern lebten.
Ziel des Projekts ist es, die letzten in der Donau vorkommenden Störarten bis 2030 vor dem Aussterben zu bewahren. Mit dem jüngsten Zuchterfolg konnten bereits drei der vier Zielarten erfolgreich vermehrt werden. Rund 300.000 Sterlete wurden seit Projektbeginn bereits in die österreichische Donau ausgesetzt. Im Projekt gesamt sind es über 500.000. Nun fehlt nur noch die erfolgreiche Nachzucht des Hausens, der größten heimischen Störart.
11,8 Millionen Euro für den Erhalt der Störe
Das Projekt wird von der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) gemeinsam mit dem Umweltministerium, der Stadt Wien, viadonau sowie weiteren Forschungs- und Naturschutzorganisationen umgesetzt. Insgesamt stehen dafür 11,8 Millionen Euro zur Verfügung. Rund 67 Prozent der Mittel stammen aus dem EU-Förderprogramm LIFE. Der Bund beteiligt sich mit rund einer Million Euro, die Stadt Wien mit etwa 1,2 Millionen Euro.
- Die MS Negrelli.
- Foto: Sade Jerabek/Meinbezirk
- hochgeladen von Michael Marbacher
Der Zuchterfolg wurde im Rahmen des diesjährigen Danube Day bekanntgegeben. „Mit der schwimmenden Aufzuchtstation auf der Wiener Donauinsel unterstützen wir ein europaweit einzigartiges Projekt zum Erhalt einer, der weltweit am stärksten gefährdeter Tierarten. Dabei können wir erste Erfolge vorweisen, denn es wurden bereits mehr als 150.000 junge Störe in die Donau ausgewildert“, sagte Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP).
Aufzuchtstation auf der Donauinsel
Die Nachzuchtstation befindet sich auf der MS Negrelli von viadonau und ist auf der Donauinsel nahe der U-Bahn-Station Donauinsel verankert. Die jungen Fische werden dort aufgezogen, bevor sie in die freie Natur entlassen werden.
- Die kleinen Sternhausen sind im April und Mai geschlüpft.
- Foto: Michael Marbacher/MeinBezirk
- hochgeladen von Michael Marbacher
Störe legten einst Wanderungen von mehr als 2.000 Kilometern vom Schwarzen Meer bis in die oberen Bereiche der Donau zurück, um dort zu laichen. Durch den Ausbau der Flüsse, insbesondere durch Staudämme und andere Wanderhindernisse, wurden diese Routen jedoch unterbrochen. Zusätzlich setzte jahrzehntelange Überfischung den Beständen zu.
Die Nachzucht von Störe gilt als besonders anspruchsvoll, da weibliche Tiere nur alle zwei bis vier Jahre Eier bilden. Die nun geschlüpften Jungfische sollen möglichst rasch in geeigneten Donauabschnitten ausgewildert werden, damit sie sich früh an die natürlichen Bedingungen anpassen können. Die Freilassung ist nach derzeitigen Planungen für den Herbst vorgesehen.
Das könnte dich auch interessieren:
Link einfügen
Video einbetten
Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.
Karte einbetten
Social-Media Link einfügen
Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.
Code einbetten
Beitrag oder Bildergalerie einbetten
Foto des Tages einbetten
Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten
Du möchtest selbst beitragen?
Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.
Hier gehts zu den aktuellen
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.