21.06.2017, 13:24 Uhr

Überwachung von Kundenparkplätzen in Eisenstadt

(Foto: Archiv)

Leserbrief von Thomas Sailer

Seit kurzem hängen auf den Kundenparkplätzen vieler Supermärkte in Eisenstadt Hinweistafeln, die erklären, dass maximal 1 Stunde lang geparkt werden darf und bei Zuwiderhandeln Pönalgebühren eingehoben werden, bzw. sogar Besitzstörungsklage erfolgt. Das ist keine leere Drohung, sondern wird neuerdings von eigens beauftragten Firmen exekutiert, die die Parkflächen kontrollieren. Auf gut Deutsch: Jeder der die Regeln nicht strikt einhält, zahlt. Ohne Pardon.

Ich kann verstehen, dass Unternehmen gegen wirkliche Dauerparker vorgehen, die stundenlang Parkplätze verstellen und dabei das zugehörige Geschäft gar nicht besuchen. Aber Kunden? Ist das die Art, wie man Kunden behandelt?

Es ist ja nicht so als würden typische Besuche in Supermärkten nicht (Gott sei Dank) ohnehin weit weniger als eine Stunde dauern. Aber was wenn doch? Wie kommt der Kunde dazu Strafgebühren zu bezahlen, weil an der Kassa eine lange Schlange gestanden hat? Oder weil ein bestimmtes Produkt einfach nicht zu finden war? Oder weil man nach dem Einkauf noch das geschäftseigene Restaurant besucht?

Kürzlich war ich bei McDonalds in Eisenstadt. Ich bin eigentlich immer ganz gern dorthin essen gegangen, aber auf weitere Besuche werde ich künftig verzichten. Überall angebrachte Schilder weisen selbst im Lokal darauf hin, dass der Parkplatz unbedingt nach höchstens einer Stunde wieder verlassen werden muss. Wie soll ich mich da als Kunde fühlen? Wenn ich schon für teures Geld in ein Restaurant essen gehe, dann will ich das in Ruhe tun – ohne Stress! Ich will gemütlich essen, mit Freunden beisammen sitzen, anschließend vielleicht noch einen Kaffee trinken – ganz bestimmt will ich nicht andauernd auf die Uhr sehen müssen, ob mich eh noch keine kostspieligen Konsequenzen erwarten, weil mein Auto auf dem Kundenparkplatz steht.

Meines Erachtens schießt dieser plötzliche Trend zur strikten Parkplatzüberwachung weit übers Ziel hinaus. Es ist ein Spiel, in dem es fast nur Verlierer gibt: Die Kunden fühlen sich gestresst und ärgern sich. Ganz besonders dann, wenn der Einkauf wirklich einmal länger als eine Stunde dauert und prompt der Zahlschein zugeschickt wird – die Geschäfte bezahlen teuer für die Parkplatzüberwachung. Die einzigen Gewinner sind die Firmen, die diese Überwachung durchführen. Soll das denn wirklich der Normalzustand werden?
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.