29.11.2017, 11:46 Uhr

Gewalt am Arbeitsplatz: 36 Prozent betroffen

Die Gewaltformen am Arbeitsplatz reichen von Anschreien bis hin zu Mobbing oder sexueller Belästigung. (Foto: MEV)

Die Täter sind vor allem Kollegen

EISENSTADT. Im Auftrag der ÖGB-Frauen wurden 1.429 unselbständig Beschäftigte im Burgenland in verschiedenen Branchen zum Thema „Gewalt am Arbeitsplatz“ befragt. Die Ergebnisse sind erschreckend.

Von Verspottung bis zu sexueller Belästigung

70 Prozent der Befragten geben an, Gewalt in verschiedener Weise beobachtet zu haben. 36 Prozent sagen, selbst von Gewalt betroffen zu sein. Die meistgenannten Gewaltformen sind herumschreien oder Einschüchterung, Hänseleien und Verspottung, aber auch Mobbing, Rassismus oder sexuelle Belästigung.

Risiko-Branchen

Laut IFES-Projektleiter Georg Michenthaler zählen Tourismus, Gesundheit und Bau zu den Risiko-Branchen.  Die Täter sind vor allem Kollegen – und zwar vermehrt dort aus, wo Abhängigkeiten bestehen. Im Gesundheits- und Pflegebereich wird oft von Patienten oder deren Angehörigen Gewalt ausgeübt. Im Handel und öffentlichen Dienst kommt Gewalt oft von Kunden.

Betriebsrat wirkt positiv

Die Umfrage ergab auch, dass die Anwesenheit eines Betriebsrates einen positiven Effekt hat, weil präventiv oder moderierend eingegriffen wird. Steigender Arbeitsdruck und schlechter Führungsstil werden als Risikofaktoren für Gewalt am Arbeitsplatz von mehr als der Hälfte der Befragten genannt.

Maßnahmen

„Unser Projektziel ist es, die Arbeitswelt für alle besser zu machen“, sagt ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Hannelore Binder. So sollen die Ergebnisse in einer Klausur sowie bei einem Expertensymposium behandelt werden. Mögliche Maßnahmen wären Führungskräfteschulungen oder die Etablierung von Gewaltschutzbeauftragten in den Betrieben.
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