Friedhof Asten
Für Trauer geschlossen

Mit einer Kette ist der Zugang zum Astener Friedhof versperrt.
  • Mit einer Kette ist der Zugang zum Astener Friedhof versperrt.
  • Foto: Madler
  • hochgeladen von Michael Losbichler

ASTEN. Das alltägliche Leben hat sich innerhalb der vergangenen Wochen grundlegend verändert und auch die Straßen sind mittlerweile weitgehend leer. Warum das auch manche Friedhöfe sein müssen wird momentan in Asten diskutiert. Wenn die Astener Bürger dieser Tage verstorbene Angehörige am örtlichen Friedhof besuchen möchten, werden sie spätestens am Eingangsbereich daran gehindert – das Tor ist versperrt, ein gelbes Mitteilungsblatt in einer Klarsichtfolie informiert über die vorübergehende Schließung. „Das Betreten von Friedhöfen ist damit grundsätzlich untersagt“, ist dort zu lesen. Ein Umstand, der für Neos-Gemeinderat Thomas Madler einerseits nachvollziehbar ist, andererseits aus mehreren Gründen aber überdacht werden sollte. Denn nach wie vor obliege es den Gemeinden selbst, Friedhöfe zu schließen oder sie für die Bevölkerung zugänglich zu machen.

"Wichtig für Gesundheit"

„Ich unterstütze die Maßnahmen der Bundesregierung und deren Umsetzung bis auf die Gemeindeebene. Die Schließung von Friedhöfen schießt für mich aber über das Ziel hinaus. Vor allem für ältere Menschen ist es schwierig, dass sie derzeit von den Lebenden getrennt leben müssen, da sollten sie zumindest die Toten besuchen dürfen“, so Madler, dem als Betroffener der Besuch seines verstorbenen Vaters nun verwehrt bleibt. „Ich appelliere an alle Entscheidungsträger hier ihre Haltung zu überdenken, da es nicht nur wichtig ist körperlich gesund zu bleiben, sondern vor allem auch psychisch und da ist der Friedhofsbesuch für viele Menschen, nicht nur für Ältere, essenziell.“

Selbst entscheiden

Diesbezüglich informiert Psychotherapeutin Carola Irene Hinterstoisser aus Niederneukirchen mit Praxis in Pasching: „Grundsätzlich ist es wichtig, die bio-psycho-sozialen Faktoren im eigenen Leben zu stärken, um gesund zu bleiben. Die Trauerbewältigung in der Corona-Zeit sei eine schwierige und leider vermehrte Herausforderung geworden. Denn wie wertvoll und notwendig sie ist, wisse jeder, der Menschen verloren hat: „Der Besuch des Grabes der verstorbenen Angehörigen ist meist erleichternd. Es vermittelt noch die schmerzlich vermisste Nähe, man kommuniziert weiter auf besonders innige Weise. Auch das kann Halt im Alltag geben“, so Hinterstoisser. "Die Fragen, die sich der Mensch in Eigenverantwortung stellen sollte, sind: Kann ich die sinnvollen, vorgegebenen Maßnahmen der Regierung dabei einhalten? Kann ich meine Trauer für diese Zeit in anderer Form leben? Wird durch den Besuch der Grabstätte mein psychischer Zustand stabiler und hilft es mir, durch diese Zeit zu kommen?"

Ausnahme: Friedhof

Klarheit, zumindest über die gesetzlichen Vorgaben, schafft Bezirkshauptmann von Linz-Land, Manfred Hageneder in den OÖ Nachrichten vom 1. April 2020: "Friedhöfe fallen unter die Ausnahmen, das Betreten ist unter bestimmten Sicherheitsbestimmungen wie Abstand halten erlaubt", heißt es dort. Auf Anfrage der BezirksRundschau verwies Karl Kollingbaum, Bürgermeister von Asten, nur auf die Verordnung für öffentliche Orte des Covid-19-Maßnahmengesetz – auch zu lesen auf der Astener Gemeinde-Homepage. Die Nachbargemeinde Enns hat beispielsweise den Friedhof unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen für die Trauernden geöffnet.

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