Handel sucht Personal

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Für den Online-Handel gibt es seit 2018 einen neuen Lehrberuf: E-Commerce Kaufmann/-frau

REGION. Dem AMS Traun zufolge, gibt es im Handel aktuell 35 offene Lehrstellen im Bezirk Linz-Land. Fachkräfte werden deutlich mehr gesucht: insgesamt gibt es 267 nicht-besetzte Stellen in Linz-Land. „Davon sollten 230 Stellen mit Personen mit Lehrabschluss oder vergleichbarer Ausbildung vermittelt werden“, so Michaela Billinger, Leiterin der AMS-Geschäftsstelle Traun. Das AMS Traun bietet den Firmen vermehrt AQUA (arbeitsplatznahe Qualifizierung) an. „Dabei bilden wir Menschen mit lediglich einem Pflichtschulabschluss in kürzester Zeit zu Facharbeitern beispielsweise im Handel aus“, so Billinger.

Mangel an Fachkräften

"Im Handel ist es mittlerweile wie in der Industrie oder Gastronomie – qualifizierte Fachkräfte sind Mangelware", so Manfred Zöchbauer, Spartengeschäftsführer der Wirtschaftskammer Oberösterreich, Sparte Handel. Dabei sei es für den Einzelhandel noch schwieriger als für den Großhandel, passendes Personal zu finden. „Entspricht der Großhandel eher einem Bürojob mit organisatorischen Agenden ist man beim Einzelhandel und Verkauf oft ganz vorne und hat tagtäglich direkten Kundenkontakt“, so Zöchbauer. Für junge Menschen attraktive Branchen wie Mode, Sport, Lifestyle oder Elektronik seien gut und qualifiziert besetzt. Bereiche die von den Jüngeren weniger favorisiert werden, haben Bedarf an ausgebildetem Personal. „Auch der Onlinehandel macht sich immer mehr bemerkbar. Er entzieht dem stationären Handel Umsatz, kostet langfristig Arbeitsplätze und er sorgt für einen Flächenrückgang des Handels“, so Zöchbauer.

E-Commerce-Ausbildung

Eine Zunahme an Fachkräften bildet der Lebensmittelhandel. Von den Jugendlichen als wenig attraktiv angesehen findet man die benötigten Fachkräfte bei den Wiedereinsteigern. „Diese Menschen haben großteils bereits eine gute Ausbildung und können mit wesentlich höheren Erfahrungswerten als Jugendliche punkten“, so Zöchbauer. Er verweist darauf, dass es sich hierbei um eine sichere Branche mit hohen Aufstiegsmöglichkeiten handelt. Selbst die Vorstandsetage sei als „Nichtakademiker“ erreichbar. Um die Entwicklung des Online-Handels zu berücksichtigen, gibt es seit Herbst 2018 den Lehrberuf des E-Commerce Kaufmanns/-frau. Schwerpunktmäßig erstellt und pflegt der Kaufmann im E-Commerce unter anderem den Onlineshop eines Unternehmens. Eine Analyse vom Kaufverhalten von Kunden gehört hier ebenso dazu wie das Wissen vom Wettbewerbsrecht, dem Urheberrecht, dem Datenschutz und mehr. Voraussetzung ist dass der Lehrbetrieb bereits selbst einen Online Shop betreibt.

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