21.10.2016, 16:35 Uhr

Eiche ist "Baum des Jahres 2016"

Am Eichentisch im Eichenwald, v.l. Georg Stahemberg (Obmann ProHolz OÖ), Elfriede Moser (Oö. Landesforstdirektorin), Agrarlandesrat Max Hiegelsberger, Hermann Pretzl (Geschäftsführer Team7), im Hintergrund: Forstwirt Johannes Spaller (Foto: Landesforstdienst OÖ)

Die Eiche erfreut Forstleute und Holzverarbeiter gleichermaßen. Sie ist eine standfeste und wärmeliebende Baumart und liefert wertvolles Holz, welches voll im Trend liegt. Am Donnerstag, den 13. Oktober 2016 widmete proHolz OÖ und der Oö. Landesforstdienst der Eiche eine gemeinsame Informationsveranstaltung mit anschließender Eichenwald-Exkursion. Über 200 interessierte Teilnehmer folgten der Einladung.

ST. FLORIAN. „Eichen erweisen sich entgegen der allgemeinen Meinung als relativ raschwüchsige und sehr leistungsfähige Baumart. Sie sind auf vielen Standorten eine ertragsstarke Alternative zur Fichte. Eichenaufforstungen werden im Oö. Waldbauprogramm überdurchschnittlich gut gefördert. Für die oberösterreichischen Waldbauern lohnt es sich daher sowohl wirtschaftlich als auch waldökologisch auf diese Baumart zu setzen. Die Eiche liegt zurzeit voll im Trend. Die Nachfrage nach starkem Eichenholz ist sehr hoch und übersteigt das Angebot. Das Ergebnis der heuer in St. Florian abgehaltenen Wertholzsubmission, bei der Eichenstämme durchschnittlich über 400 Euro je Festmeter erzielten, bestätigt dies. Auf geeigneten Standorten lässt sich in Oberösterreich in nicht einmal 100 Jahren wertvolles und gut bezahltes Eichen-Starkholz produzieren. Durch intensive Beratungs- und Informationstätigkeit des Landesforstdienstes soll die für Oberösterreich zukünftig äußerst wichtige Baumart stärker forciert werden“, erklärt Agrarlandesrat Max Hiegelsberger.

„Wenn der Tischler versteht, wie sein begehrtes Eichen-Holz im Wald wächst und wenn die Forstleute wissen, worauf es dem Tischler bei der Verarbeitung ankommt, dann kann ihnen gemeinsam etwas Hervorragendes gelingen. Bei der Veranstaltung in St. Florian warfen Forstleute und Verarbeiter miteinander einen Blick über den Tellerrand ihrer eigenen Branchen“, sagt Georg Adam Starhemberg, Obmann von proHolz Oberösterreich.

„Die Eiche fasziniert mit ihrem unverwechselbaren Charakter und ihrem natürlichen Charme. Nicht zuletzt deshalb ist dieses feste und besonders beständige Holz für uns von enormer Bedeutung. Mit ihrer Vielseitigkeit ist sie Inspiration, neue innovative Oberflächen zu entwickeln, um die unverfälschte Schönheit dieses Naturmaterials in unseren Produkten zu verewigen“, so Hermann Pretzl, MBA, Geschäftsführer TEAM 7.

„Die sturmfeste, langlebige Eiche prägt unsere Landschaft, ist in Oberösterreich im Alpenvorland sehr verbreitet und leistet einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität. Vor allem auf schweren Böden in ebenen Lagen kann die Eiche mit ihrer anfangs stark ausgeprägten Pfahlwurzel und dem darauffolgendem kräftigen Herzwurzelsystem eine standfeste Bestockung ausbilden. Die wärmeliebende Lichtbaumart kann den aufgrund der Klimaänderung zunehmendem Trockenstress gut widerstehen. Auch eine Temperaturerhöhung von +4°C ist für sie kein Problem. Deshalb wird sie in den tieferen Lagen Oberösterreichs zunehmend an Bedeutung gewinnen. In Oberösterreich haben wir einige Eichen-Herkünfte die sich in der Vergangenheit sehr gut bewährten und die einzige Eichen-Saatgutplantage Österreichs, die jedes Jahr zur Aufzucht von zigtausend Jungpflanzen dient“, erörtert Landesforstdirektorin Dipl.-Ing. Elfriede Moser.

Einblick in die forstlichen Besonderheiten der Eiche und wie sie bei professioneller Bewirtschaftung erstaunliche Erträge liefern kann, veranschaulichte Dipl.-Ing. Christoph Jasser vom oberösterreichischen Landesforstdienst: „Gerade im sogenannten Rotzbubenalter sehen Jungbestände oft katastrophal aus. Mit zunehmendem Alter verbessert sich jedoch die Qualität augenscheinlich. Und am Ende kann astfreies Wertholz stehen. Erfolgsentscheidend ist unter anderem bei der künstlichen Begründung der richtige Pflanzverband, denn bei zu viel Standraum neigt die Eiche in der Jugend zur Starkästigkeit und Zwieselbildung. Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor ist das konsequente und rechtzeitige Freistellen und Wertasten von ca. 60 Zukunfts-Stämmen/ha. Um vitale und leistungsfähige Bestände heranziehen zu können, ist neben der Wahl standortgerechter Baumarten auch die geeignete Herkunft der Jungpflanzen maßgeblich entscheidend. Die relativ einfache waldbauliche Behandlung der Eiche ist ein Vorteil der zukunftsträchtigen Laubbaumart.“

Eine abschließende Exkursion führte durch die älteste Eichen-Versuchsfläche des Landes Oberösterreich in den Bestand des Spaller-Hofes in St. Florian. Dort sind Eichen in den verschiedenen Altersstufen in der Praxis zu sehen. Die Experten des Oö. Landesforstdienstes begleiteten die Exkursion und standen den wissbegierigen interessierten Besuchern Rede und Antwort.
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