Wien-Favoriten: Verteilerkreis fix ohne Busbahnhof

Großer Andrang bei der Bürgerversammlung im FH-Campus in Favoriten.
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FAVORITEN. Auf Initiative der Favoritener Bezirksvertretung gab es am Montag eine Bürgerversammlung im FH-Campus um die Nachbarschaft über die neuesten Informationen zu informieren. Daran gab es großes Interesse. Der Saal war gut gefüllt. 

Den Anfang machte Dagmar Frankl von der Asfinag. Der Asfinag gehören große Teile des Geländes am Verteilerkreis. Hier sollte die neue Firmenzentrale nebst Bürohochhaus entstehen. Die Firmenzentrale entsteht jetzt im 3. Bezirk, das Hochhaus kommt nicht an den Verteilerkreis. „Die Nachfrage nach Büroräumen ist in Wien derzeit sehr gering,“ so Frankl. „Außerdem hätte es für uns viele Risiken gegeben. Dazu gehören die Forderungen nach Einrichtung einer Fußgängerbrücke. Zusätzlich konnte uns keiner sagen ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig wäre.“

Zwischennutzung in Planung

Die Asfinag denkt nun über Nach- und Zwischennutzungen nach. „Wir wollen temporäre Parkplätze im Ostteil des Verteilerkreises schaffen,“ so Frankl. „Die Fläche ist bereits geschottert. Ein Parkhaus werden wir nicht bauen. Die Tagestickets sollen 4 bis 5 Euro kosten.“ Bei den von der Asfinag monierten Fußgängerbrücken handelt es sich um eine Kernforderung aus der Bezirkspolitik. Die Parteien der Favoritener Bezirksvertretung wollen so sichere Wege von der U1-Station „altes Landhaus“ zum Stadion und zum FH-Campus schaffen.

Fernbusse bleiben außen vor

Asfinag raus, Busbahnhof rein. Das dachte sich zumindest scheinbar die Wiener Vize-Bürgermeisterin Maria Vassilakou. Sie hielt den Verteilerkreis für den Bau eines überregionalen Busbahnhofs für geeignet. Doch auch hier sträubt sich die Bezirkspolitik. “Einen Busbahnhof wird es gegen den Willen des Bezirks nicht geben,“ sagte Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ). „Vassilakou schaut sich inzwischen auch nach alternativen Standorten um.“ Dafür gab es im Saal großen Beifall.

Hubschrauber statt Bäume

Großen Beifall gab es auch für die wiederholt vorgetragene Anrainerforderung nach der Pflanzung neuer Bäume am Verteilerkreis. Über 100 Bäume seien im Zuge der U1-Verlängerung gefällt worden, rechnete einer vor. „Wo sind die Neupflanzungen?“  Diese wurden tatsächlich versprochen, aber es gibt Probleme. „Die Polizei wünscht keine Bäume am Platz vor der U-Bahnstation, damit sie das Gelände bei Risikospielen per Helikopter überwachen kann,“ so ein Mitarbeiter der Wiener Linien.

Campus braucht Platz

Ein sehbehinderter Anrainer forderte weitere Nachbesserungen. „Eine Querung des Verteilerkreises ist für mich ohne Hilfe nicht machbar,“ sagte er. Auch andere Anrainer beklagten eine mangelnde Übersichtlichkeit, die teilweise durch fehlende Farbmarkierungen entstünde. Bezirksvorsteher-Stellvertreter Josef Kaindl (SPÖ) versprach sich darum zu kümmern.

Derweil setzt der FH-Campus Wien auf Expansion. „Wir haben derzeit 12 Standorte. Die wollen wir in den kommenden Jahren zusammenlegen,“ so FH-Geschäftsführer Wilhelm Behensky. Bis zum Jahr 2022 sollen zwei neue Gebäude, darunter ein Studentenwohnheim entstehen. „Das ist Teil der Veränderung Favoritens vom Arbeiterbezirk zum gemischten Stadtteil, eine urbane Transformation,“ so Behensky.

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