Trotz UVP-Debatte
Bauarbeiten bei Stadtquartier Kurbadstraße starten bald

Die Bauarbeiten für das Stadtquartier Kurbadstraße werden bald starten. In Oberlaa entstehen 600 Wohnungen, zwei Drittel davon gefördert – mit Acht auf Nachhaltigkeit. Im Bild: der heiß diskutierte Bauplatz acht. | Foto: zVg
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  • Die Bauarbeiten für das Stadtquartier Kurbadstraße werden bald starten. In Oberlaa entstehen 600 Wohnungen, zwei Drittel davon gefördert – mit Acht auf Nachhaltigkeit. Im Bild: der heiß diskutierte Bauplatz acht.
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Nicht mehr lange und die Bagger rollen: Der Baustart beim Stadtquartier Kurbadstraße steht an. Kritiker verstehen nicht, wieso keine Umweltverträglichkeitsprüfung benötigt wird. Die Projektwerber betonen jedoch: Das Stadtquartier werde nachhaltig in allen Bereichen.

WIEN/FAVORITEN. Das Stadtquartier Kurbadstraße in Oberlaa steht kurz vor seinem Baubeginn. Das teilen die Bauwerberinnen und Bauwerber mit. Im Süden Wiens entstehen auf einem dreieinhalb Hektar großen Areal 600 Wohnungen, rund zwei Drittel davon gefördert.

Abgerundet wird das Projekt mit Supermarkt, Kindergarten und Co. – alles, was es für ein Stadtquartier benötigt. Mit dem demnächst stattfindenden Ausheben der ersten Grube endet ein Planungsprozess, der seit Jahren läuft und sich mehrfach verändert hat. Erst vor Kurzem fand sich das Stadtquartier in den Medien wieder – diskutiert wurde über eine eventuelle Prüfung der Umweltverträglichkeit des Projekts. Wieso rollen die Bagger dennoch an?

Rechtsstreit ohne aufschiebende Wirkung

Für die Magistratsabteilung 37 – Baupolizei hätten die Arbeiten schon vor längerer Zeit starten können, die Bauarbeiten wurden bereits bewilligt. Im November dann die Überraschung: Das Verwaltungsgericht wies die Entscheidung, es brauche keine Umweltverträglichkeitsprüfung, zurück. Wieso kann also trotz der Unklarheit gebaut werden?

Die Entscheidung des Gerichts sage nicht aus, inwiefern ein UVP-Verfahren notwendig sei, sondern betrachtete lediglich die Argumentation der Baupolizei als unzulässig – ein formaler Aspekt, erklären die Bauwerber. Die Baubewilligungen der Baupolizei seien weiter rechtskräftig und etwaige Verfahren haben keine aufschiebende Wirkung, deshalb erfolgt der Baustart wie geplant. "Allfällige weitere Verfahren werden im vorgesehenen Rechtsweg geführt", heißt es vom Kommunikationsteam, das die verschiedenen Bauwerber vertritt.

Projekt im Sinne der Nachhaltigkeit

Bei den Projektleitenden ist man sich sicher: Das Projekt zeugt von Nachhaltigkeit. Das stellt man mit zahlreichen Aspekten unter Beweis. Ein guter Teil der Fläche ist bereits bebaut, die seit 2015 existierenden Pläne wurden im Sinne der Nachhaltigkeit mehrmals überarbeitet. Man hätte die Höhe der Gebäude reduziert und die Dichte der Wohnbauten zugunsten des Grün- und Freiraums verringert. Man hätte auf die Tierwelt geachtet, gleich wie auf Soziales – von Seniorenwohnheim über Jugendtreff bis hin zu Kindergarten.

Beim Bauplatz acht – anliegend am Taba-Tower – wird seit Längerem gebaut. Dieser gehört aber offiziell nicht zum Projekt. | Foto: zVg
  • Beim Bauplatz acht – anliegend am Taba-Tower – wird seit Längerem gebaut. Dieser gehört aber offiziell nicht zum Projekt.
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"Dieses Projekt ist in jeder Hinsicht ein nachhaltiges Vorzeigeprojekt und wird durch die Zufriedenheit seiner künftigen Bewohner bestätigt", so die Projektwerber. Sicher ist man sich, es benötige kein UVP-Verfahren: Die Schwellenwerte, die eine Prüfung notwendig machen würden, würden bei den sieben Bauplätzen nicht erreicht.

Was ist mit Bauplatz acht?

Hier scheiden sich die Geister: Zwar stimmt es, dass die Schwellenwerte nicht überschritten werden – aber nur, wenn man den Bauplatz acht nicht hinzuzählt. Bauplatz acht gehört offiziell nicht zum Projekt – wird jedoch parallel und passend dazu gestaltet. Das führt bei der Umweltorganisation Alliance for Nature und deren Rechtsanwalt Piotr Pyka zu Kritik: Man ist sich sicher, der Platz müsse zum Gesamtprojekt dazugezählt werden.

Sei es, wie es sei: Die Arbeiten werden beginnen. Bitter nötiger Wohnraum entsteht, inklusive Nahversorgung, Handel, Gastronomie und Gemeinschaftsflächen. Der Kurpark Oberlaa ist nur wenige Minuten entfernt, die U1 ebenso. Rund 80 Prozent der Heizleistung wird mit Abwärme der benachbarten Therme Wien erzielt. Bis 2028 soll das Stadtquartier fertiggestellt werden.

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Beim Bauplatz acht – anliegend am Taba-Tower – wird seit Längerem gebaut. Dieser gehört aber offiziell nicht zum Projekt. | Foto: zVg
Piotr Pyka vertritt die Umweltorganisation Alliance for Nature vor Gericht. Diese fordert ein UVP-Verfahren für das Projekt. | Foto: Nathanael Peterlini/MeinBezirk
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