27.01.2018, 00:00 Uhr

Grätzelpolizist mit Sprechstunde in der Trafik

Für die Sicherheit im Grätzel: Polizist Franz Streyc mit den Trafikantinnen Andrea (l) und Bettina Neuhauser.

Franz Streyc sorgt für die Sicherheit in seinem Grätzel. Der 50-Jährige wird oft mit "Grüß Sie, Herr Grätzelpolizist" begrüßt.

FAVORITEN. Franz Streyc ist ein Grätzelpolizist, wie man ihn sich vorstellt: Wenn er durch sein Viertel geht, dann grüßen ihn die Menschen und teilen mit ihm ihre Sorgen.

Zwischen Triester und Laxenburger Straße bis hinauf zur Inzersdorfer Straße ist der 50-Jährige regelmäßig unterwegs. Hier kümmert er sich um die kleinen und großen Sorgen der Favoritner.

Vom Lärm zum "Hoodie"

"Die häufigsten Beschwerden betreffen den Lärm", weiß Streyc. Sei es der Nachbar, der gar nicht merkt, dass sein lautes Organ den Menschen nebenan stört, oder die Kinder oder Jugendlichen im Park. Da greift der Grätzelpolizist ein, spricht mit den Beteiligten und kann so den Frieden im Viertel wiederherstellen.

Hin und wieder wird er auch gerufen, weil verdächtige Personen gesichtet wurden. Bislang entpuppten sich die Meldungen als falscher Alarm: Es waren nur modisch gekleidete Jugendliche unterwegs, die mit ihren "Hoodies" die älteren Mitbürger an Einbrecher erinnerten.

Licht gegen Überfall

Zu schnelles Fahren, gegen die Einbahn rasen und Müll auf der Straße: Solche Probleme versucht Franz Streyc ebenfalls zu lösen. Meist spricht er mit Kollegen, regt Kontrollen und Schwerpunkte an.

Sein wohl größter Erfolg sieht auf den ersten Blick ganz banal aus: Er kümmerte sich darum, dass bei der Trafik in der Quellenstraße eine hellere Beleuchtung auf der Straße kam. So wurde aber das Grätzel sicherer. Angeregt wurde dies von einer Geschäftsfrau, bei der zuvor eingebrochen worden war.

Bei der Trafikantin in der Karmarschgasse 27 hält Streyc regelmäßig Sprechstunden ab. Dann kommen die Favoritner und sprechen mit "ihrem Grätzelpolizisten" über die anstehenden Probleme.

Polizist per Zufall

Franz Streyc ist glücklich mit seiner Arbeit. Dabei war anfangs nicht klar, welchen Weg er beruflich einschlagen wollte. Dass er es als Polizist versuchte, war mehr ein Zufall: Er bewarb sich einfach auf ein Inserat. "Doch schnell wurde mir klar: Das ist mein Traumjob", erinnert sich der 50-Jährige an seine Anfänge.

Im 28. Dienstjahr freut es ihn immer noch, seine Arbeit zu tun. Von Anfang an ist er in Favoriten tätig. So war es für ihn keine Frage, dass er den Posten als Grätzelpolizist übernimmt. Und die Favoritner sind zufrieden mit dem, was "unser Grätzelpolizist für uns jetzt schon alles erreicht hat", so Trafikantin Andrea Neuhauser.
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