Vollmilch für Butter, Topfen & McDonald's

- <f>Im Team-Work</f> werden die prämierten Produkte am Hof hergestellt: Bärbl, Stefan und August Tschinder
- Foto: Friessnegg
- hochgeladen von Isabella Frießnegg
Milchüberschuss kennt man beim "Osterbauer" in Albern nicht. Topfen & Butter sind sehr gefragt.
ALBERN (fri). Um 4.45 Uhr beginnt das Tagwerk von Landwirt Stefan Tschinder. Seine 90 Kühe – 45 Milchkühe mit Nachzucht – erwarten pünktlich um 5 Uhr gemolken zu werden. Danach wird gefrühstückt. Das bedeutet für den Bauern: Herbei mit Heu, Silage und entsprechendem Kraftfutter.
Sind die Tiere im Laufstall versorgt, dann kann auch Tschinder die erste Mahlzeit des Tages zu sich nehmen.
Vor 30 Jahren fing es an
Bei 45 Milchkühen sammelt sich naturgemäß auch eine große Menge Milch an. "300 Liter werden pro Tag zu Butter und Topfen verarbeitet. Und das nicht erst seit vorgestern", schmunzelt der Bauer.
Vor 30 Jahren hat sein Vater, August Tschinder, mit der Herstellung von Vollmilchtopfen und Butter begonnen. "Immer wieder haben Freunde gesagt, dass Vollmilchtopfen immer nach Stall schmeckt", schildert der Altbauer seine Beweggründe eine Direktvermarktungsschiene aufzubauen. "Dieses Vorurteil wollte ich widerlegen und schnell kam die Rückmeldung – schmeckt!" Mit zwei Goldmedaillen bei der diesjährigen Käseprämierung wurde das Ergebnis erneut bestätigt.
Somit liegt die Topfenproduktion beim vulgo "Osterbauer" nach wie vor in seinen Händen. Und weil auf einem Bauernhof alle an einem gemeinsamen Strang ziehen, ist auch Ehefrau Bärbl eingebunden. "Ich packe Topfen und Butter ab", sagt sie.
Milch für McDonald's
Auf den Teil der Rohmilch, der nicht für die Produktion am Hof gebraucht wird, wartet eine andere Bestimmung. "Wir sind einer der Lieferanten für das McDonald's-Eis", verrät Stefan Tschinder. "Die Milch wird von Berglandmilch abgeholt und in der Molkerei in Klagenfurt nach einem Rezept von McDonald's aufbereitet." Dafür würde es auch sehr hohe Qualitätskriterien geben. "Es darf nur gentechnikfreies Futter verwendet werden, eine Laufstallhaltung ist Pflicht und laufend gibt es unangemeldete tierärztliche Gesundheitskontrollen." Darum sind die Landwirte auch äußerst bedacht auf das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Tiere. "Die Kühe können nur dann gute Milch geben, wenn es ihnen gut geht", ist Tschinder überzeugt. Und dass man auch immer unter den Top-Zuchtbetrieben in Kärnten sei, erwähnt er dann nur noch nebenbei.
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