18.12.2017, 14:25 Uhr

Statt Sonnenschein gibt's Schnee & Eis

Dieudonné Mavudila (links) wird zwei Jahre in der Pfarre Feldkirchen sein. Pfarrer Bruder Wolfgang unterstützt ihn (Foto: Friessnegg)

Seit Anfang Dezember ist Dieudonné Mavudila als Kaplan in Ausbildung in der Pfarre Feldkirchen tätig.

FELDKIRCHEN (fri). Vor drei Monaten kam Dieudonné Mavudila gemeinsam mit drei anderen Stipendiaten (Kaplan in Ausbildung) nach Kärnten und lebte vorerst in Klagenfurt. Zuerst stand Deutschlernen auf dem Programm, denn Dieudonné Mavudila kommt eigentlich aus der Demokratischen Republik Kongo und spricht neben Französisch noch zwei weitere Nationalsprachen. Anfang Dezember stand die Übersiedlung nach Feldkirchen an. Hier wird er nun für zwei Jahre an der Seite von Pfarrer Bruder Wolfgang und den Diakonen für das Seelenheil der Katholiken sorgen. "Ich sehe es zugleich als Herausforderung, aber auch als eine Bereicherung für unsere Pfarre, wenn wir mit einem Priester aus einem vollkommen anderen Kulturkreis gemeinsam arbeiten können", ist Bruder Wolfgang überzeugt.


Fest für die Sinne

"Die Kirche ist bunt und vielfältig und im Glauben finden die Menschen zueinander."
Schon am vergangenen Sonntag zelebrierte der 35-jährige Kaplan in Ausbildung gemeinsam mit einem Diakon seine erste Messe. "Ich freue mich, dass ich eine neue Seite der Kirche kennenlernen kann", sagt Mavudila. "Gerade jetzt zu Weihnachten gibt es hier unglaublich viel Neues für mich zu entdecken. Die vielen Bräuche – angefangen beim Nikolausbesuch bis hin zum Adventkranz mit den vier Kerzen – faszinieren mich." Auf Weihnachten selbst freut er sich schon sehr und ist gespannt, wie es hier gefeiert wird. "In meiner Heimat spielt sich eigentlich alles in der Kirche und im Pfarrhof ab. In den Häusern selbst findet man kaum Krippen oder gar einen Christbaum. Aber es ist wie auch hier ein Fest der Familie."


Der erste Schnee

Einzig die Kälte und der Schnee, den er hier zum ersten Mal in seinem Leben gesehen und gefühlt hat, machen dem Afrikaner zu schaffen.
"Es ist kalt, sogar sehr kalt. Eigentlich sind Temperaturen unter 20°C schon kalt für mich, denn in der Demokratischen Republik Kongo liegt die Durchschnittstemperatur bei 25°C, meist hat es aber mehr als 30°C." Aber ausgerüstet mit Wollmütze, Handschuhen und dickem Schal, wird auch der kälteste Winter zu ertragen sein. Seinen Aufenthalt will Dieudonné Mavudila nutzen, um sein Deutsch zu perfektionieren und ein paar der schönen Bräuche, die ihn jetzt schon in ihren Bann gezogen haben, mitzunehmen. "Die Kirche ist für alle offen."
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