24.09.2014, 09:45 Uhr

,,Mit Svetits ist die Austria Klagenfurt tot!"

Einst Freunde, heute Feinde: Matthias Dollinger senior und Austria-Präsident Peter Svetits (Foto: Kuess)

(Ex)-Austria-Klagenfurt-Funktionär Matthias Dollinger senior packt aus und klagt!

CLAUDIO TREVISAN

KLAGENFURT. Sportlich läuft es bei der Austria Klagenfurt bestmöglich. Die Kicker von Coach Manny Bender lachen nach acht gespielten Runden von der Regionalliga-Tabellenspitze. Doch hinter den violetten Kulissen kriselt es gewaltig, geht es rund.
Nachdem in der Vorwoche Ex-Kapitän Matthias Dollinger seine Klage gegen Austria-Präsident Peter Svetits öffentlich machte (es soll um 60.000 Euro an nicht ausbezahlten Gehältern gehen), legt nun sein Vater und (ehemaliger) Vize-Präsident Matthias Dollinger senior nach.

„Steigt die Austria in dieser Saison auf, geht mein Traum in Erfüllung. Aber: Mit Svetits an Bord ist sie bald tot!", glaubt Dollinger senior.

Seit rund zwei Monaten ist Dollinger in den Vereinsstatuten nicht mehr als Vize-Präsident angeführt. Die Gründe erklärt er wie folgt: „Vize-Präsident Heimo Vorderegger und ich haben eine Investorengruppe rund um Immobilien-Fachmann Michael Rauter (Anm.: die WOCHE berichtete bereits), die bereit wäre, den Klub zu übernehmen. Wir wollten daher eine Präsidenten-Wahl einführen. Ohne mein und Vordereggers Beisein hat mich Svetits dann als Vize-Präsident abgewählt – dieser Ausschluss ist daher gesetzeswidrig! Mit meinem Anwalt habe ich bereits geklagt. Es geht mir nur ums Prinzip", betont Dollinger.

„24 Euro am Konto”

Stein des Antoßes sei laut Dollinger gewesen, dass ihm die Einsicht in die Buchhaltung der Austria verwehrt wurde: „In der vergangenen Saison betrugen die Kosten für die Mannschaft 340.000 €. Vorderegger und ich wollten natürlich die Zahlen von heuer, baten vor Saisonbeginn Svetits um Einsicht in Bücher, Verträge und Konto. Er verwehrte uns dies – obwohl wir als Vize-Präsidenten das Recht dazu hätten. Als ich das letzte Mal den Kontostand der Austria sah, waren 24 € drauf. So kam's zur Eskalation!"

Klagen wegen Rufmord

Seitdem herrsche „Krieg" zwischen Svetits und Dollinger/Vorderegger. „Ich habe die Austria so viele Male vor dem Konkurs gerettet, privates Geld investiert. Und dann wird so mit mir umgegangen! Drei Parzellen Wald plus 50 meiner Schrebergärten habe ich für die Austria verkauft!", ärgert sich Dollinger und erklärt, im vergangenen November noch einmal mit 25.000 Euro ausgeholfen zu haben: „Sonst hätten wir Konkurs angemeldet!" Im Februar hätten sogar zwei Fans (!) 3.500 Euro der Austria überwiesen. „Auch ohne dieses Geld hätten wir zugesperrt!" Zudem soll auch Heimo Vorderegger gut 150.000 Euro in den Klub gesteckt haben.

Dollinger klagt Svetits außerdem zwei Mal auf Rufmord. „Auch eine Sammelklage vieler Spieler aus der Vorsaison wird folgen. Da warten noch eine Menge auf ihr Geld!"

Kein Kommentar von Svetits

Am 15. November steht Svetits vor der Staatsanwaltschaft Graz. Ihm werden Abgabenhinterziehung, schwerer Betrug, Untreue und Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen vorgeworfen (es gilt die Unschuldsvermutung) – all das stamme noch aus seinen Zeiten beim ehemaligen Bundesligisten GAK. „Laut Insidern muss Svetits nach diesem Verfahren sein Amt bei der Austria zurücklegen. Das sagt alles!", meint Dollinger.

Ob er gar Präsident werden will? „Nie! Ich ziehe mich aus dem Fußball zurück. Skender Fani wäre der richtige Mann für die Austria." Austria-Boss Svetits wollte keinen Kommentar abgeben.
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