SPAGHETTIMONSTER
"Pastafari" pilgern nach Freistadt
- Anhänger des Fliegenden Spaghettimonsters bei einer Videokonferenz.
- Foto: Pastafari
- hochgeladen von Roland Wolf
FREISTADT. Von 14. bis 16. August bekommt Freistadt ganz besonderen Besuch: Vertreter der "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters" aus ganz Österreich versammeln sich an diesen drei Tagen im Herzen des Mühlviertels.
Anlass ist die jährliche Wallfahrt der "Pastafari", wie sich die Anhänger des Fliegenden Spaghettimonsters auch nennen. Diese führt die österreichischen Mitglieder jährlich an einen Ort mit Bier-Bezug, weil das Spaghettimonster für das Jenseits einen Biervulkan verspricht. Voriges Jahr pilgerte eine Gruppe besonders Gläubiger zur Vulkan-Brauerei an den deutschen Laacher See. Heuer musste wegen der Corona-Unsicherheit ein österreichischer Ort mit niedrigen Fallzahlen her. Freistadt wurde ausgewählt, weil die communale Rechtsform der Brauerei das pastafarische Ideal der Bierverteilung für alle symbolisiert.
Die Delegation wird heuer voraussichtlich etwa zehn Personen zählen, die Sicherheitsbestimmungen werden eingehalten. "Schließlich glauben wir im Gegensatz zu anderen Religionen Wissenschaftlerinnen und Ärzten", sagt Eva Rosina, ehemalige Freistädterin und aktive Pastafari. Während der Ausgangsbeschränkungen hat die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Österreich ihre Nudelmessen per Videokonferenz abgehalten.
Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters ist eine junge Glaubensgemeinschaft aus den USA, die seit einigen Jahren auch in Österreich um rechtliche Gleichstellung mit etablierten Religionen kämpft. Zentrale Glaubensinhalte sind Anti-Dogmatismus, Bier und Spaghetti. Die traditionelle Kleidung imitiert Piraten, die laut Glaubenslehre das auserwählte Volk sind, in Österreich hat sich auch das Nudelsieb als Kopfbedeckung etabliert.
Prominente Anhänger
Zu den bekanntesten "Pastafari" in Österreich zählen "Science Buster" Werner Gruber und Ex-Neos-Politiker Niko Alm, der der Religion durch seinen Kampf um ein Nudelsieb auf seinem Führerscheinfoto zu Aufmerksamkeit verhalf. Seit kurzem haben die "Pastafari" einen feministischen Frauenorden. Die Kirche macht sich auch für die Rechte von Homosexuellen stark.
In Freistadt sind eine Nudelmesse mit Spaghetti-Essen sowie eine Brauereiführung und das Trinken von reichlich Bier zu Ehren des Fliegenden Spaghettimonsters geplant. Ob auch mit Aktionismus gerechnet werden kann, will die Delegation noch nicht verraten.
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