Hitzewarnung für den Bezirk Gänserndorf
Land aktiviert Hitzeschutzmaßnahmen

Auch im PBZ Zistersdorf sitzt man morgens gerne im Schatten und genießt ein Glas Wasser oder ein Stück Wassermelone  - vlnr.: Bewohner Gerhard Hinnerth, Managerin Ehrenamt und Alltagsbegleitung Gudrun Kissler, Bewohnerin Marianne Neuhuber
 | Foto: PBZ Zistersdorf
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  • Auch im PBZ Zistersdorf sitzt man morgens gerne im Schatten und genießt ein Glas Wasser oder ein Stück Wassermelone - vlnr.: Bewohner Gerhard Hinnerth, Managerin Ehrenamt und Alltagsbegleitung Gudrun Kissler, Bewohnerin Marianne Neuhuber
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In den kommenden Wochen rollt auf Gänserndorf eine Hitzewelle zu. Für weite Teile des Bezirks  haben die Experten von GeoSphere Austria ab Donnerstag eine Hitzewarnung ausgegeben. Das Land Niederösterreich aktiviert deshalb das NÖ Hitzewarnsystem und ruft die Bevölkerung zu besonderer Vorsicht auf.

BEZIRK GÄNSERNDORF. Mit der Aktivierung des Hitzewarnsystems werden Krankenhäuser, Pflege- und Betreuungseinrichtungen, Schulen, Kindergärten sowie weitere Organisationen informiert und aufgefordert, ihre Hitzeschutzpläne umzusetzen. „Eine Hitzewelle darf keinesfalls unterschätzt werden. Hohe Temperaturen stellen eine ernst zu nehmende Belastung für den menschlichen Organismus dar. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig vorzusorgen, aufeinander zu achten und die empfohlenen Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen“, betont Gesundheitslandesrätin Eva Prischl. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder sowie Personen mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen. Gerade in dicht bebauten Siedlungsgebieten können sich Gebäude und asphaltierte Flächen tagsüber stark aufheizen, wodurch auch die Nächte kaum mehr Abkühlung bringen. „Das Hitzerisiko hängt in hohem Maße von der individuellen Veranlagung, Vorerkrankungen und dem individuellen Verhalten ab. Deshalb ist es wichtig, die Hitzewarnung zu beachten und rechtzeitig Schutzmaßnahmen zu ergreifen“, so Prischl.

Maßnahmen in Bad Pirawarth

Mit Temperaturen von bis zu 38 Grad und der aktuellen Hitzewarnung des Landes Niederösterreich steigt die Belastung für viele Menschen deutlich an. Besonders betroffen sind ältere Personen, Menschen mit Vorerkrankungen und Patientinnen und Patienten in Gesundheitseinrichtungen. Auch in der Reha-Klinik Bad Pirawarth laufen daher besondere Vorkehrungen, um die heißen Tage möglichst gut zu bewältigen.
„Wir verlegen keine Therapien ins Freie und weisen unsere Patienten verstärkt darauf hin, ausreichend zu trinken, Sonnenschutz zu verwenden und sich möglichst im Schatten aufzuhalten“, erklärt Ute Bevan, Assistentin der Geschäftsführung. Wer sich unwohl fühlt oder Kreislaufprobleme bemerkt, soll sich umgehend beim Pflegepersonal oder den behandelnden Ärzten melden.

Kühle Räume statt Sommersonne
Da das Hauptgebäude der Klinik bereits Ende der 1990er-Jahre errichtet wurde, war eine flächendeckende Klimatisierung damals noch kein Thema. Umso wichtiger sind heute einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen: Fenster und Türen bleiben tagsüber geschlossen, Jalousien werden heruntergelassen und gelüftet wird vor allem in den kühlen Morgen- und Abendstunden. In neueren Gebäudeteilen sorgt bereits eine moderne Deckenkühlung für angenehmere Temperaturen. Zusätzlich wurden in einzelnen Therapieräumen Klimaanlagen installiert, um besonders belastende Situationen zu vermeiden.

Kneippen gegen die Hitze
Besonders beliebt sind derzeit die Kneippanlagen der Klinik. „Unsere Patienten können kostenlos das Kneippbecken oder das Armbecken nutzen. Schon das Kühlen der Arme hilft dem Körper, die Temperatur besser zu regulieren“, erklärt Busch. Neben den Patientinnen und Patienten werden auch die Mitarbeiter unterstützt. An besonders heißen Tagen stellt die Klinik kostenlos Mineralwasser zur Verfügung.

Das Kneipen im Sommer ist bei den Patienten sehr beliebt.  | Foto: zVg
  • Das Kneipen im Sommer ist bei den Patienten sehr beliebt.
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Besonders gefährdete Menschen schützen

Die aktuellen Temperaturen stellen vor allem Menschen mit mehreren Vorerkrankungen vor Herausforderungen. Viele Reha-Patienten leiden etwa an den Folgen eines Schlaganfalls, an Parkinson, Multipler Sklerose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Unsere Patientinnen und Patienten gehören ohnehin zu den besonders gefährdeten Gruppen. Deshalb achten wir jetzt noch stärker auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Ruhephasen und die Einhaltung aller Hitzeschutzmaßnahmen“, betont Bevan. Mit Blick auf die kommenden Tage appelliert sie an alle, die Hitze ernst zu nehmen: „Viel trinken, körperliche Anstrengungen vermeiden und auf die Signale des Körpers hören – das sind oft die besten Hausmittel. 

So schützen die NÖ Pflege- und Betreuungszentren vor Hitze

„Der Schutz unserer Bewohnerinnen und Bewohner hat oberste Priorität. Gleichzeitig achten wir auch auf die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gerade bei Hitze sind gezielte organisatorische und pflegerische Maßnahmen unverzichtbar“, betont Katja Steininger, Geschäftsführerin der Gesundheit Weinviertel GmbH.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört es, die Innenräume möglichst kühl zu halten: Tagsüber bleiben Fenster, Türen und Beschattungselemente geschlossen, gelüftet wird nur in den kühlen Morgen- und Abendstunden. Ventilatoren verbessern die Luftzirkulation, zudem können Bewohnerinnen und Bewohner nach einer Sicherheitsüberprüfung auch eigene Ventilatoren oder Klimageräte verwenden. Ebenso wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Das Pflegepersonal achtet darauf, dass regelmäßig getrunken wird, und erinnert Bewohnerinnen und Bewohner bei Bedarf daran. Ergänzt wird der Speiseplan durch leichte Mahlzeiten sowie wasserreiches Obst und Gemüse.
Auch Aktivitäten im Freien werden an die Temperaturen angepasst. Spaziergänge und Aufenthalte im Garten finden bevorzugt in den kühleren Morgen- oder Abendstunden sowie an schattigen Plätzen statt. Leichte Kleidung und atmungsaktive Bettwäsche tragen zusätzlich dazu bei, die Körpertemperatur angenehm zu regulieren.
Mit diesem Maßnahmenpaket sorgen die NÖ Pflege- und Betreuungszentren dafür, dass Bewohnerinnen und Bewohner auch an heißen Sommertagen bestmöglich geschützt sind.

Hitzeprogramm an Schulen

Temperaturen deutlich über 30 Grad stellen derzeit nicht nur ältere Menschen und Kleinkinder vor Herausforderungen – auch in den Schulen ist Improvisation gefragt. Am Gymnasium Gänserndorf wurde deshalb bereits vergangene Woche ein Maßnahmenpaket geschnürt, um Schülerinnen und Schüler möglichst gut durch die Hitzewelle zu bringen.
„Wir haben schon früh reagiert und Klassen in kühlere Räume verlegt. Räume, die besonders stark von der Sonne aufgeheizt werden, werden derzeit möglichst nicht genutzt“, erklärt Direktorin Monika Bauer-Bogner.
Auch bei Schulveranstaltungen wird auf die hohen Temperaturen Rücksicht genommen. Das Sportfest findet zwar wie geplant statt, allerdings mit zusätzlichen Pausen, Schattenplätzen und regelmäßigen Abkühlungsmöglichkeiten.

Foto: BRG Groß-Enzersdorf

„Die Kinder gehen zwischendurch immer wieder ins Gebäude, trinken ausreichend und werden versorgt. Unser Elternverein verteilt statt Kuchen lieber Wassermelonen – das kommt bei den Schülerinnen und Schülern sehr gut an“, erzählt Bauer-Bogner.
Da nach dem Notenschluss zahlreiche Projekttage stattfinden, verbringen viele Klassen ohnehin Zeit außerhalb des Schulgebäudes – etwa bei Museumsbesuchen oder im Kino. „Die meisten Ausflugsziele sind klimatisiert. Deshalb sehe ich die Situation heuer nicht ganz so dramatisch“, sagt die Direktorin.
An besonders heißen Tagen fällt zudem der Nachmittagsunterricht aus. „Wir schicken die Schülerinnen und Schüler früher nach Hause. Das entlastet alle Beteiligten.“
Eine generelle Verkürzung des Schuljahres oder „hitzefrei“ sollte laut Bauer-Bogner hingegen gut überlegt werden. "Man darf auch nicht vergessen, dass viele Eltern auf eine Betreuung angewiesen sind. Für heuer haben wir mit unseren Maßnahmen gute Lösungen gefunden.“

Auch die BHAK BHAS Gänserndorf reagiert auf die Hitzewelle, Direktor Christoph Jank dazu: 

"Die Hitzewelle, kommt für uns in den letzten beiden Schulwochen nicht unbedingt überraschend Daher sind die schulischen Strukturen mittlerweile seit Jahren darauf abgestimmt. Die ersten und zweiten HAK-Klassen verbringen die vorletzte Schulwoche für einen Schwimmschwerpunkt im Parkbad Schönkirchen-Reyersdorf. Heiße Temperaturen in Klassenräumen werden damit für ca. 200 Schülerinnen vermieden. Dadurch sind aber auch Räume in etwas kühleren Gebäudeteilen frei, in die andere Klassen wechseln können. 8 Räume (EDV-Säle) sind ohnehin klimatisiert und sind daher sehr begehrt. In der letzten Schulwoche findet ein aufgelöster Unterricht statt, nämlich die Projekttage. Da sind die Schülerinnen und Schüler nicht mehr klassisch im Unterricht, sondern besuchen Exkursionen oder nehmen an zweitägigen Schulveranstaltungen teil. Auch dadurch ist es nicht mehr notwendig, in den heißen Klassen zu sitzen.

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