Fall Lebenshilfe Baumgarten
Schwere Vorwürfe gegen Betreuer

Zwei Betreuer der Lebenshilfe Niederösterreich wurden entlassen, sie sollen einen 17-jährigen Behinderten fixiert haben. Jetzt wurde zudem anonyme Anzeige erstattet - mit schweren Vorwürfen.

BAUMGARTEN. Im Fall um einen autistischen Klienten in einer Einrichtung der Lebenshilfe Niederösterreich für Menschen mit Behinderungen, der mit einer Strumpfhose zur Beruhigung gefesselt worden sein soll, hat die Staatsanwaltschaft Korneuburg zwei Betreuer ins Visier genommen. Die Bezirksblätter Gänserndorf haben darüber berichet. Die Anklagebehörde ermittelt wegen Freiheitsentziehung.
Die beiden Personen sollen "einen Schutzbefohlenen gefesselt haben", sagte der Sprecher Friedrich Köhl am Freitag. Weitere Beschuldigte gebe es nicht.

Laut weiteren Medienberichten schickte jetzt ein anonymer Anzeiger eine mehrseitige Beschreibung der Vorfälle an die Staatsanwaltschaft Korneuburg, zeigte den Betreuer, die Betreuerin und den Leiter des Standortes wegen Urkundenfälschung, Misshandlung Schutzbefohlener, Freitheitsberaubung, Drohung und anderer Delikt an.

Gewalt und Nötigung an der Tagesordnung?

Laut Verfasser des Schreibens soll der Fall für die Medien heruntergespielt worden sein. So sollen Erniedrigungen, Gewalt und Nötigungen an der Tagesordnung gestanden haben. Der Behinderte soll an die Wand gedrückt und immer wieder geschlagen worden sein. Der 17-Jährige soll sogar mit einem Ledergürtel an einen Sessel gebunden worden sein, mit Spanngurten fixiert worden sein (und nicht nur 90 Sekunden mit einer Strumpfhose). 

"Wir werden uns ganz genau anschauen, inwieweit andere Personen involviert waren", versicherte die Präsidentin der Lebenshilfe NÖ. Das Vorgehen der beiden Betreuer sei "inakzeptabel bei uns". "Das ist nicht das, was sich die Lebenshilfe unter Begleitung vorstellt", betonte Lebenshilfe Präsidentin Pospischil.
Die Vorwürfe waren Anfang April bekannt geworden. Berichten zufolge soll die Mutter des 17-Jährigen Autisten verdächtige rote Striemen an den Armen des Sohnes entdeckt und daraufhin Anzeige erstattet haben.

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