Altes Handwerk, lebendiges Kulturerbe
Mühlenfest in Maria Luggau
- Foto: Privat
- hochgeladen von Carmen Rienzner
Am Sonntag, dem 3. August, verwandelte sich der beschauliche Mühlenweg in Maria Luggau wieder in eine lebendige Bühne für echtes Handwerk, gelebte Tradition und kulinarische Schmankerl. Der Mühlenverein Maria Luggau hatte zum beliebten Mühlenfest geladen – und zahlreiche BesucherInnen aus Nah und Fern folgten der Einladung, um in die faszinierende Welt der historischen Wassermühlen einzutauchen.
MARIA LUGGAU. Fünf original erhaltene Mühlen öffneten ihre Türen und ließen die jahrhundertealte Mühlentradition des Lesachtals hautnah erleben. Bei Führungen und Vorführungen wurde eindrucksvoll gezeigt, wie früher – allein mit der Kraft des Wassers – Korn zu Mehl gemahlen wurde. Damit bewahrt das Fest nicht nur technisches Wissen, sondern auch ein Stück Identität der Region, in der Natur und Kultur seit jeher eng miteinander verbunden sind.
Tal der hundert Mühlen
Ein filmischer Höhepunkt war die Präsentation von „Das Tal der hundert Mühlen“, der eindrucksvoll die Geschichte und Bedeutung des Mühlenwesens im Lesachtal nachzeichnete. Die begeisterten Zuschauer:innen konnten nachvollziehen, warum gerade dieser Teil des Gail- und Lesachtals als Wiege des traditionellen Mühlenhandwerks gilt. Auch das kulinarische Angebot überzeugte auf ganzer Linie: Echte Lesachtaler Spezialitäten, wie frisches Bauernbrot, deftige Suppen, regionale Fleischgerichte und Mehlspeisen, verwöhnten den Gaumen. Die musikalische Umrahmung durch heimische Gruppen und die schwungvollen Darbietungen der Volkstanzgruppe Maria Luggau sorgten zusätzlich für ausgelassene Stimmung und authentische Atmosphäre.
Brotbacktradition lebt weiter
Besonders bemerkenswert: Das Mühlenfest versteht sich nicht als einmaliges Spektakel, sondern als Bindeglied zu weiteren Traditionen des Tals. So wie auch das kommende Lesachtaler Brotfest am 7. September in Liesing. Dort steht die jahrhundertealte Brotbackkultur des Lesachtals im Mittelpunkt – ein Handwerk, das untrennbar mit dem Mühlenwesen verknüpft ist. Vom Kornanbau über die Mehlherstellung bis hin zum Backen des Lesachtaler Brotes in hauseigenen Öfen – alles geschieht in der Region selbst und macht die Wertschöpfungskette spür- und schmeckbar.
Regionale Identität
Das Mühlenfest war somit nicht nur ein Erlebnis für die Sinne, sondern auch ein starker Ausdruck regionaler Identität. Der Mühlenverein Maria Luggau bewies erneut, wie bedeutend das lebendige Weitertragen alter Techniken und Bräuche für das kulturelle Gedächtnis einer Region ist – und wie unterhaltsam und lehrreich Tradition sein kann.
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