Heidenreichstein
Arno Koblinger ist Hundetrainer aus Leidenschaft
- Arno Koblinger ist seit fünf Jahren erfolgreicher Hundetrainer.
- Foto: Privat
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Sein eigener Mali brachte Arno Koblinger zur Ausbildung zum Hundetrainer. Heute unterstützt er erfolgreich Mensch-Hund-Teams auf dem Weg zu einem harmonischen Miteinander.
HEIDENREICHSTEIN. Hunde begleiten Arno Koblinger schon sein ganzes Leben. Vor etwa sechs Jahren entschied er sich nach langer Überlegung und intensiver Recherche für einen Belgischen Schäferhund (Malinois). Da diese Rasse als besonders intelligent, arbeitsfreudig und gleichzeitig anspruchsvoll gilt, holte er sich professionelle Unterstützung. "Ich wollte keine Fehler machen und meinem Hund die bestmöglichen Voraussetzungen für ein ausgeglichenes und harmonisches Leben bieten", so Koblinger.
Insgesamt arbeitete er mit sieben verschiedenen Trainern und Hundeschulen zusammen, die überwiegend nach dem Prinzip der positiven Verstärkung - sprich Belohnung - arbeiteten. Für einen Trainer nahm er sogar eine Fahrzeit von eineinhalb Stunden pro Strecke in Kauf, weil dieser als besonders erfolgreich und kompetent galt. Jedoch blieben die erhofften Erfolge aus. "Mein Hund zeigte immer mehr Verhaltensweisen, die im Alltag problematisch wurden. Viele Menschen bezeichneten ihn vorschnell als aggressiv. Tatsächlich war er jedoch vor allem sehr schnell frustriert, distanzlos und hatte Schwierigkeiten, mit bestimmten Situationen angemessen umzugehen. Ich war überzeugt, dass hinter seinem Verhalten mehr steckte und dass es einen Weg geben musste, ihm zu helfen", erzählt Koblinger.
Also entschloss er sich dazu, selbst eine Hundetrainer-Ausbildung zu absolvieren. Diese basierte, wie auch die Trainer und Hundeschulen, die er besuchte, fast ausschließlich auf positiver Verstärkung. "Obwohl ich wertvolle Inhalte mitnehmen konnte, fehlten mir weiterhin Antworten auf die Probleme, die ich mit meinem Hund im Alltag erlebte. Grundsätzlich halte ich Belohnung für einen wichtigen Bestandteil im Hundetraining. Meine Erfahrungen zeigten mir jedoch, dass Hunde zusätzlich klare Grenzen, Orientierung und Führung benötigen. Mir fehlte ein Ansatz, der beide Seiten miteinander verbindet", erklärt Koblinger.
Hunde besser verstehen lernen
Folglich entschied er sich für eine zusätzliche Ausbildung im körpersprachenorientierten Hundetraining. Dort lernte er einen Ansatz kennen, der nicht nur auf Belohnung setzt, sondern dem Hund auch klare Grenzen vermittelt. Dies sei der entscheidende Wendepunkt gewesen: "Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, meinen Hund wirklich zu verstehen und klar mit ihm kommunizieren zu können", so Arno Koblinger.
Erwünschtes Verhalten wird bestätigt und gefördert, unerwünschtes wird fair und angemessen korrigiert - vorrangig über Körpersprache, Körperhaltung und Gestik. Dabei geht es niemals um Gewalt oder Einschüchterung, sondern darum, dem Hund Orientierung zu geben und ihm verständlich zu vermitteln, welches Verhalten gewünscht ist und welches nicht. "Man muss sich nur ansehen, wie Hunde miteinander kommunizieren. Auch untereinander wird nicht ausschließlich bestätigt und belohnt. Sie setzen Grenzen, korrigieren sich gegenseitig. Genau deshalb halte ich es für wichtig, die Körpersprache des Hundes zu verstehen und sie im Training sinnvoll einzusetzen. Wer Hunde verstehen möchte, sollte auch darauf achten, wie sie untereinander Grenzen setzen, Raum beanspruchen und durch Druck und Entspannung miteinander kommunizieren", erklärt Koblinger.
Genau diese Gedanken verfolgt er auch in seinem Training: "Meiner Erfahrung nach ist es nicht zielführend, Hunde ausschließlich mit Leckerlis durch jede Situation führen zu wollen. Ebenso wenig halte ich es für sinnvoll, sie sprichwörtlich in Watte einzupacken. Meine Philosophie ist einfach: Hunde brauchen sowohl positive Bestätigung als auch klare Grenzen. Dann ist eine stabile Basis fürVertrauen, Sicherheit und ein harmonisches Zusammenleben gegeben."
Erfolg zeigt sich im Alltag
"Für mich ist der Hund des Trainers seine Visitenkarte. Nicht die Anzahl der Pokale, Titel oder Prüfungen entscheidet über die Qualität eines Trainers, sondern die Frage, wie alltagstauglich und ausgeglichen sein eigener Hund tatsächlich ist. Denn genau das wünschen sich die meisten Hundehalter: keinen perfekten Hund für den Hundeplatz, sondern einen verlässlichen Begleiter für den Alltag", so Koblinger.
Eine Prüfung zeigt in erster Linie, wie ein Hund an einem bestimmten Tag, an einem bestimmten Ort und unter festgelegten Bedingungen funktioniert. Der wahre Maßstab ist jedoch das tägliche Leben. Kann der Hund entspannt durch die Stadt gehen? Ist er in der Lage, sich in unterschiedlichen Situationen angemessen zu verhalten? Kann er mit Ablenkungen umgehen und seinem Menschen vertrauen?
"Besonders stolz bin ich darauf, wie sich mein eigener Hund entwickelt hat. Vor kurzem waren wir gemeinsam in der Linzer Innenstadt unterwegs - an einem Ort mit vielen Menschen, Reizen und Ablenkungen. Dort zeigte er sich vorbildlich, ruhig und souverän. Für viele mag das selbstverständlich klingen, für uns ist es das Ergebnis jahrelanger Arbeit, konsequenten Trainings und einer Beziehung, die auf Vertrauen, Verständnis und klarer Kommunikation basiert", erzählt Koblinger.
Genau diese Erfahrungen prägen heute seine Arbeit als Hundetrainer: "Ich trainiere nicht nach einer Theorie aus einem Buch, sondern auf Grundlage eigener Erfahrungen, kontinuierlicher Weiterbildung und der täglichen Arbeit mit Mensch-Hund-Teams. Mein Ziel ist es, Menschen und ihren Hunden zu einem entspannten, sicheren und alltagstauglichen Miteinander zu verhelfen – mit Verständnis, Konsequenz, Respekt und einer Kommunikation, die beide Seiten verstehen."
Gruppenkurse, Einzeltrainings und Workshops
Kürzlich wurde auch ein Verein gegründet, der ganzjährig Gruppenkurse anbietet. "Interessanterweise besteht ein großer Teil unserer Teilnehmer aus Hunden, die bereits Erfahrungen in anderen Hundeschulen gesammelt haben und deren Besitzer dort nicht die gewünschten Fortschritte erzielen konnten", erzählt Koblinger. Neben den Gruppenkursen bietet er auch Einzeltrainings an, um gezielt auf die individuellen Herausforderungen von Mensch und Hund eingehen zu können.
Darüber hinaus werden regelmäßig verschiedene Workshops und Spezialkurse veranstaltet, darunter Erste Hilfe beim Hund, Gehorsamkeitstraining im Zoo, (körpersprachenorientierter) Hundesport, Workouts für Mensch und Hund sowie viele weitere spannende Themen. Ganz neu im Angebot ist ein Anti-Jagd-Workshop. Dabei wird mit einer speziellen Zugmaschine gearbeitet, die jagdähnliche Reize realistisch simulieren kann. Dadurch wird die Möglichkeit geboten, den kontrollierten Umgang mit dem Jagdtrieb unter sicheren Bedingungen zu trainieren und wichtige Erfahrungen für den Alltag zu sammeln.
Da das Angebot laufend erweitert wird, lohnt es sich, der Facebook-Seite Arno's Hundewelt zu folgen, um keine Neuigkeiten, Veranstaltungen oder Kurse zu verpassen.
Massagen für mehr Wohlbefinden
Neben seiner Tätigkeit als Hundetrainer ist Arno Koblinger ausgebildeter Hundemasseur. Gerade Hunde, die aktiv im Hundesport geführt werden, entwickeln durch die hohe körperliche Belastung häufig Verspannungen oder muskuläre Dysbalancen. Durch gezielte Massagetechniken können solche Beschwerden gelindert, die Regeneration unterstützt und die Beweglichkeit gefördert werden. Aber auch Familienhunde profitieren von regelmäßigen Massagen, da sie zur Entspannung beitragen und das allgemeine Wohlbefinden steigern können.
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