04.01.2018, 00:00 Uhr

Paulina Boje: Chefin mit gerade mal 23 Jahren

Wenn der Lehrherr ihnen nichts beibringt, ist das nicht die Schuld der Lehrlinge." (Foto: Boje)

Friseurmeisterin Paulina Boje führt in dritter Generation den Friseursalon "Heinz schneidet" in Grieskirchen – unter neuem Namen: "Schnittgefühl".

GRIESKIRCHEN (jmi). Die Frisur sitzt perfekt – muss sie ja, denn Paulina Boje ist Friseurmeisterin in Grieskirchen. Im neuen Jahr hat sie viel vor: Die Haarexpertin übernimmt ab Jänner den Salon ihrer Mutter in der nun dritten Generation – und das mit gerade einmal 23 Jahren. Neuer Name inklusive: Aus "Heinz schneidet" wird "Schnittgefühl".

Immer funktioniert: Plan A

Nicht so einfach: "Natürlich nehmen mich einige Leute aufgrund meines Alters nicht ernst. Spätestens wenn ein Vertreter vor mir steht und wieder ‚die Chefin‘ verlangt. Ja, das bin ich", lacht Boje im Gespräch mit der BezirksRundschau. Die Passion zum Haareschneiden hat die Grieskirchnerin schon früh entdeckt. Darum hatte sie "auch keinen Plan B. Plan A hat immer funktioniert", so Boje. Mit 19 begann sie ihre Lehre in Wels. Dann ging es ein Jahr nach Linz, zwei Jahre nach Wien, zwei Monate nach Hamburg. Aus familiären Gründen ging es für die Reiselustige wieder zurück nach Grieskirchen. Kein Fehler, wie Boje betont. Den Meisterbrief bekam sie mit 21 überreicht.

Von Teenager bis Oma

An ihrem Beruf liebt sie die Vielfalt der Kunden: "Nirgendwo anders habe ich eine ältere Dame, deren weiße Haare ich umfärbe. Und daneben sitzt ein junges Mädchen, das sich die Haare in der Trendfarbe Grau wünscht." Das größte Kompliment für die 23-Jährige: "Wenn sich die Kunden über ihre neue Frisur freuen und zu mir sagen: ‚Meine Haare lieben dich.'" Große Veränderungen sollen nicht kommen: "Ich möchte, dass der Salon so bleibt, wie er ist. Das Wichtigste für mich ist, ein gutes und stabiles Team hinter mir zu haben." So etwa ihre Mitarbeiterin Silvia, die bereits seit 40 Jahren im Salon die Expertin an der Schere ist.

Auf Nachwuchs setzen

Auch die Jungen kommen zum Einsatz: Der Salon hat derzeit drei Lehrlinge, regelmäßig kommen Poly-Schüler zum Schnuppern. "Ich kann mir nicht vorstellen, ohne Lehrlinge zu arbeiten. Aber: Ihnen muss man auch etwas zeigen. Wenn der Lehrherr ihnen nichts beibringt, ist das nicht die Schuld der Lehrlinge."
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