26.10.2016, 16:01 Uhr

Nach tödlichem Unfall in St. Nikolaus: Witwer spricht von "Fehlplanung des Landes"

Dass die entfernten Leitplanken erst nach dem tödlichen Unfall seiner Frau wieder montiert wurden, hält Witwer Franz Jost für falsch.

Erst nachher reagierte die Landesregierung auf die Unfallserie

Seine Frau könnte womöglich noch leben, wäre die Leitplanke an der Unfallstelle an der Landesstraße 401 zwischen Güssing und Kleinmürbisch nicht abmontiert worden, sondern erhalten geblieben. Das hält Franz Jost, der Witwer der am 27. Juli 2015 tödlich verunglückten Autolenkerin, für durchaus wahrscheinlich.

Und darum tritt er auch der Darstellung der Landesregierung entgegen, die im Bezirksblatt von 31. August 2016 zu lesen war. Darin argumentierte Alexander Knaak aus der Verkehrsabteilung, dass sich durch die Sanierung eines Hangrutsches im Jahr 2013 die Böschungsneigung verändert habe und eine Leitplanke daher nicht mehr notwendig gewesen sei.

Knackpunkt Böschungswinkel

"Laut einem Gutachten, das ich bei einem Ziviltechniker in Auftrag gegeben habe, beträgt der Böschungswinkel in der Unfallkurve 30 Grad", sagt Jost. Eine Leitschiene wäre daher anzubringen gewesen, ist er überzeugt.

Die Landesregierung spricht in einer Stellungnahme gegenüber der Volksanwaltschaft hingegen von Böschungswinkeln zwischen 21,8 und 14 Grad. Eine Leitschiene sei erst ab 26 Grad notwendig.

Zu spät saniert?

"Von seiten der Landesregierung wurde nicht der ganze Abschnitt vermessen", vermutet Jost, der selbst über 30 Jahre beruflich im Straßenbau tätig war. Erst seit der erneuten Sanierung der Doppelkurve im heurigen Frühjahr sei der Streckenabschnitt "so, wie er von Anfang an hätte sein sollen".

Unfälle in Serie

Der Unfall von Walpurga Jost war nicht der einzige an dieser Stelle. Nachdem die Landesstraßenverwaltung 2013 die alte Leitplanke abmontiert hatte, ereigneten sich hier laut Feuerwehrangaben mindestens 14 Unfälle, teils mit Personenschaden. "Wie man sieht, war es von seiten des Landes eine einzige Fehlplanung", sagt Jost.

Erst nach dem tödlichen Unfall von Walpurga Jost wurden wieder eine Leitschiene montiert, Bodenmarkierungen, Leitwinkel und Gefahrenschilder angebracht. Seitdem hat sich an der Stelle kein Unfall mehr ereignet.
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