Gletscher gehen weiter zurück

Dr. Andrea Fischer leitet den Gletschermessdienst des Alpenvereines.
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  • hochgeladen von Sieghard Krabichler

Der schneereiche Winter wirkt sich nicht auf Gletscherzustand aus

Die 20 ehrenamtlichen Beobachter des Alpenverein-Gletschermessdienstes bestätigen für das Berichtsjahr 2010/2011 erneut einen Rückgang der heimischen Gletscher. Die Anzahl der Gletscher mit Rückzügen von mehr als 30 Metern hat sich in diesem Jahr beinahe verdoppelt: Sie ist von acht auf 15 Gletscher gestiegen. „Die lange Schmelzdauer führte 2011 zu starken Rückgängen an den Zungen, die weit ins Tal reichen und so den hohen Temperaturen besonders ausgesetzt sind“, begründet Andrea Fischer, Leiterin des Alpenverein-Gletschermessdienstes die vielen großen Längenverluste.

Zum extremen Gletscherschwund trugen nicht nur die hohen Temperaturen bei, sondern auch der geringe Eisnachschub von oben. Im Frühsommer 2011 war es deutlich wärmer als im langjährigen Mittel, was zu einer verfrühten Gletscherschmelze führte. Nährende Schneereserven waren in den Nordalpen kaum vorhanden“, erklärt Fischer.

Aus dem fortschreitenden Rückzug der Gletscher lassen sich laut Fischer noch keine Katastrophenszenarien ablesen. „Die Veränderung unserer Gletscherlandschaft mag zwar derzeit beträchtlich sein, aus den gesammelten Werten lässt sich dennoch nicht ableiten, dass die Gletscher eines Tages vollständig verschwinden werden. Es ist gut möglich, dass sie nach dem Rückgang wieder in eine Balance finden und einen stabilen Zustand erreichen“, so die Gletscherforscherin.

Bedanken möchte sich die Forscherin auch bei den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. "Ohne ihren Einsatz wäre eine derart umfangreiche und wertvolle Dokumentation schlicht und einfach unmöglich.“

Der schneereiche Winter heuer ist für die Gletscher nicht relevant. „Die Schneemengen waren am Alpennordrand groß, im Süden ist bis März eher ein Niederschlagsmanko zu verzeichnen.“ Den Bericht können Sie hier herunterladen.

Gletscherbericht (PDF 1.8 MB)

Autor:

Sieghard Krabichler aus Tirol

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