24.01.2012, 09:49 Uhr

Altersheim in Mils muss warten

Bgm. Hanser hofft auf die Zustimmung des Landes für ein Seniorenheim.

Mils braucht mehr Heimplätze, das Land stimmt aber noch nicht dem Bau eines Altersheims zu.

MILS (sf). Derzeit bringt die Gemeinde Mils ihre betagten Mitbürger in Hall unter.

„Zur Zeit belegen wir in Hall 34 Heimplätze, das ist zu wenig, um ein eigenes Heim zu bauen“, weiß der Milser Bgm. Peter Hanser. Deswegen will man mit den Nachbargemeinden Gnadenwald und Fritzens kooperieren, für die Zukunft rechnet man mit einem Bedarf von 50 Pflegeplätzen und 20 Plätzen in Spezialwohnungen für betreutes Wohnen. Als Standort ist schon jetzt ein großes Grundstück neben der Milser Volksschule reserviert, auch ein ausgereiftes Konzept und einstimmige Beschlüsse des Gemeinderates gibt es schon.

„Wenn ein Milser in einem Heim in Hall wohnt, kostet uns das 400 € pro Monat, das macht im Jahr ca. 180.000 Euro aus“, rechnet Hanser vor. „Das Grundstück gehört uns schon und wenn wir genügend Eigenkapital einbringen, soll es die Gemeinde auch in Zukunft nicht mehr kosten“, hofft Hanser.

Land Tirol zögert mit Zusage
Allerdings hängt die Finanzierung auch von Zuschüssen und billigen Krediten des Landes Tirol ab. Erst kürzlich hat die Landesregierung den Bedarf an Heimplätzen in ganz Tirol evaluiert und festgestellt, dass das Angebot im Bezirk Innsbruck Land jetzt schon größer ist, als in anderen Tiroler Bezirken. Deswegen liegt das Milser Projekt erst einmal auf Eis.

„Es gibt im Bereich Pflege eine Trendwende, immer seltener können oder wollen die Angehörigen die Pflege selbst durchführen. Außerdem werden die Heime immer komfortabler, den Heiminsassen fehlt es dort an nichts, deswegen gehen immer mehr Senioren ins Heim“, weiß Hanser.

Außerdem wird in Mils die Zahl der über 80-Jährigen stark zunehmen. In den Sechziger und Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zogen viele neue Einwohner zu, die inzwischen auch schon im Seniorenalter sind. Spätestens in zehn Jahren wird sich das bemerkbar machen, bis dahin will Hanser das neue Heim haben. „Ideal wäre, wenn wir schon 2014 mit dem Bau beginnen könnten“, rechnet Hanser vor, der auch zuversichtlich ist, dass das Land Tirol auf seine Argumentation eingeht.

Auch Ausbau der Hauspflege
„Ich habe keine Bedenken, dass wir Schwierigkeiten haben könnten, genug Bewohner für das Heim zu gewinnen – wir müssen uns im Gegenteil darum kümmern, das leicht pflegebedürftige Menschen länger zu Hause bleiben können“, ergänzt Hanser. Deswegen soll das Angebot der mobilen Hauspflege – in Zusammenarbeit mit dem Sozialsprengel – noch weiter ausgebaut werden.
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