10.03.2017, 10:32 Uhr

Schulskikurs – quo vadis?

Wohin entwickeln sich die Schulskikurse?

Der Begriff Schulskikurs ist im Umbruch und soll künftig als Wintersportwoche besser platziert werden.

NASSFELD (jost). Vor etwa 40 Jahren nahmen österreichweit etwa 250.000 Jugendliche an Schulskikursen teil. Im laufenden Winter sind es nur mehr halb so viele, also 125.000.
Dass diese Negativ-Entwicklung im Wintersportland Österreich bei allen Verantwortlichen „Alarmstufe rot“ auslöst, versteht sich von selbst.
Vor diesem Hintergrund fand kürzlich im Rahmen des alljährlich größten österreichischen Schulskikurses am Nassfeld (ÖBB S’COOL – 1.500 Kids) eine hochrangig besetzte Podiumsdiskussion im Cube-Hotel „Q2“ statt, bei der interessante Anregungen und Ideen zur Trend-Umkehr aufgezeigt wurden

Schwerpunkte

Was bedeutet der permanente Rückgang für die Zukunft der Wintersport-Orte, für den Tourismus und für die Bergbahnen? Wie stellen sich Handel und Industrie dieser Herausforderung? Was bedeutet das für die sportliche Entwickung der Schuljugend, und welche Auswirkungen kann das für den Breiten- und Spitzensport in Österreich haben?
Diesem Fragenspektrum widmeten sich die Diskussions-Teilnehmer Sportminister Hans Peter Doskozil, Bergbahnensprecher Klaus Herzog, TV-Moderator Armin Assinger, Kärnten-Werber Christian Kresse, ÖBB-Manager Max Stießen und Hervis-Marketingleiter Gerhard Bradler.

Ideenfindung

Der Sportminister plädierte für einen offeneren Zugang für alle Wintersportarten, nicht ausschliesslich für das Skifahren, und wünscht sich jedenfalls den Weg über die Motivation der Jugend, um auch im späteren Leben nachhaltig Sport zu betreiben. „Entsprechende Fördermittel sind vorhanden, die Verteilung ist allerdings Länderkompetenz. Der Hebel muss unbedingt beim Breitensport angesetzt werden, aber auch Spitzensportler müssen sich vermehrt als Vorbilder einbringen. Beispielsweise beim Turnunterricht in den Schulen oder auch – wie es am Nassfeld praktiziert wird – im Zuge von Wintersportwochen auf den Pisten.“
Armin Assinger, Ex-Weltcup-Abfahrer, sieht die Dringlichkeit zum Handeln „fünf vor zwölf“.
„Wenn wir den Karren nicht herumreißen, stellt sich die Frage, wer in 20 Jahren auf den Hochleistungs-Liften sitzen wird?“
Klaus Herzog als Seilbahnbetreiber und Kärntner Spartensprecher sieht die Situation sehr pragmatisch und nüchtern: „Die Schulskikurse sichern die Zukunft der Wintersportgebiete, denn die Jugendlichen von heute sind die Kunden von morgen.“
Voll auf Emotionen setzt Kärnten-Werber Christian Kresse: „Die Jugend mit digitalem Cocooning wartet auf eine emotionale Entfaltung in der Natur. Wintersport muß Emotionen wecken.“ Weiterhin gab Kresse zu bedenken, dass 56 Prozent aller Übernachtungen in Österreich aus dem Wintersport kommen, daher sei hier der Breitensport zu fördern.
Sich auch in Zukunft gerne als Wintersport-Partner einzubringen, erklärten weiters ÖBB-Manager Max Stießen und Hervis-Verkaufsleiter Gerhard Bradler. Unisono erklärten beide: „Dass es für uns vorab kein Geschäft ist, liegt auf der Hand, aber wir setzen auf Nachhaltigkeit, unterstützen insbesondere hier am Nassfeld gerne Didi Tunkel’s Splashline-Idee zum Wintersport und wissen, dass die erfrischende Schar an begeisterten Jugendlichen unsere Kunden von morgen sein werden.“
Eine interessante Anregung brachte auch Evelyn Kometter als Kärntner Präsidentin der Elternverbände ein: „Wir müssen schon die Kindergartenkinder mit passenden Maßnahmen für Schnee und Eis begeistern, da geht’s noch am leichtesten!“
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