Wien begegnet sich auf den Straßen
Wohnstraßen als öffentliche Wohnzimmer

Als Stadtmacherin und Stadtforscherin erobert Brigitte Vettori gemeinsam mit ihren beiden Kolleginnen Corinna Wachtberger und Julia Scharinger-Schöttel (v.l.) unterschiedliche Orte der Stadt.
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  • Als Stadtmacherin und Stadtforscherin erobert Brigitte Vettori gemeinsam mit ihren beiden Kolleginnen Corinna Wachtberger und Julia Scharinger-Schöttel (v.l.) unterschiedliche Orte der Stadt.
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„Wien lebt“ seit 10 Jahren: Damit das auch so bleibt, engagiert sich die Kultur- und Sozialanthropologin Brigitte Vettori weiterhin mit Herz und Seele. Aus kahlen und einsamen Wohnstraßen schafft sie seit 2009 einen Ort der Begegnung.

HERNALS. Eine Straße als öffentliches Wohnzimmer nutzen? "Ja, das geht!", dachte sich die Kultur- und Sozialanthropologin Brigitte Vettori. Allerdings nur, wenn es sich dabei um eine sogenannte Wohnstraße handelt.

"Dafür brauchen wir nämlich keine Genehmigung", lächelt die Hernalserin. Sie hat das Sozialprojekt "space and place" gemeinsam mit ihrem vierköpfigen Team Realität werden lassen und dabei festgestellt, dass in der Stadt mehr möglich ist als man denkt. "Wir nennen uns ‚Rebellious Optimists', da wir unscheinbare Plätze für uns erobern. Unser Ziel ist es, das Potenzial der Stadt aufzugreifen und Menschen, die sich im Alltag nur selten begegnen, auf eine unkonventionelle und unterhaltsame Art zusammenzubringen."
Der Begriff Wohnstraße wird dabei wörtlich genommen: Es wird gelesen, gespielt, geplaudert, geturnt und Kaffee getrunken. "Ich muss zugeben: Am Anfang war ich skeptisch, da wir in erster Linie Plätze ausgesucht haben, die als unschön gelten. Nach mehreren Versuchen wussten wir jedoch, dass graue Betonstraßen sehr wohl als gemeinschaftlicher Raum genutzt werden können – vorausgesetzt, man richtet sie her", erklärt Vettori. Um die Sicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten, muss die Wohnstraße auffällig markiert und gut erkennbar sein, vor allem für Autofahrer.

Kaffeekränzchen auf der Straße

Sobald Badewanne, Liegestuhl, Bett und Wohnzimmermöbel mitten auf der Straße stehen, werden Fußgänger neugierig und gesellen sich dazu. Auch die Autofahrer bremsen sich aus Rücksicht ein. "Dass befahrbare Straßen kein Aufenthaltsraum sind, wird einem von klein auf eingebläut. Deshalb sorgen wir für Sicherheit, indem wir Tische als Barrikaden aufstellen. Es ist schön, zu sehen, dass diese Muster nach und nach überwunden werden und die Leute sich trauen, abseits des Gehsteigs auf der Straße zu verweilen."

Unter dem Motto "Reck dich, lab dich, streck dich!" lädt Vettori am Freitag, 17. Mai, von 16 bis 19 Uhr zum generationenübergreifenden Turnen in der Langmaisgasse ein. Wer sich gerne spielerisch sportlich betätigen will, hat am Freitag, 31. Mai, ab 15 Uhr Gelegenheit dazu. "Mit dem Projekt ‚Wien lebt' wird die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema Wohnstraßen gelenkt. Es ist aber noch viel zu tun, immerhin gibt es in Wien 180 Wohnstraßen – ganze 56 Fußballfelder an Raum für alle", schmunzelt die eifrige Initiatorin.

Weitere Informationen dazu gibt’s auf www.spaceandplace.at

Autor:

Patricia Hillinger aus Ottakring

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