07.11.2016, 16:00 Uhr

Klima - und Energiemodellregion Unteres Traisen - und Fladnitztal

Die Klima- & Energiemodellregion stellt Ihr neues Programm & neuen Namen vor

REGION (red). Die Anfang Oktober neuformierte Kleinregion möchte mit ihren sieben Gemeinden in den kommenden Jahren Klimaschutzmaßnahmen auf Gemeindeebene umsetzen und greift dabei auf die bereits bestehenden Strukturen der Klima- und Energiemodellregion und auf das gleichlautende Bundesförderprogramm zurück. Mit Wölbling, Paudorf und Statzendorf erhält die KEM nicht nur eine Erweiterung, sondern auch motivierte Gemeinden, welche rasch Ergebnisse bei einzelnen Klimaschutzprojekten erzielen möchten.
Der neue Namen der KEM lautet daher KEM Unteres Traisental & Fladnitztal.

Pariser Klimaschutzabkommen tritt am 4.11.2016 weltweit in Kraft

Der Tag zur Vorstellung des eignen Klimaschutzprogramms in der Modellregion Unteres Traisen- & Fladnitztal ist gut gewählt, denn der Tag kann durchaus als historisch bezeichnet werden, wenn das erste wirklich weltweile Klimaschutzabkommen, welches im Vorjahr in Paris vereinbart wurde, in Kraft tritt. Im Gegensatz zum KYOTO-Prozess, wo nur Europa verbindliche CO2-Ziele definiert hatte, werden nun auch die USA, China, Japan und Indien bindende Auflagen zu erfüllen haben. Das gemeinsame Ziel ist klar: Um die weltweite durchschnittliche Erderwärmung deutlich unter 2 °C zu halten, braucht es rasche Impulse, die Mitarbeit aller Staaten und das langfristige Aussteigen aus den fossilen Energieträgern.
Bürgermeister Herbert Pfeffer betont in seiner Präsentation, dass auch die großen Unternehmen der Erdölproduktion in der Zwischenzeit erkannt haben, dass die Energiewende ein notwendiger Schritt für eine sichere Zukunft der Menschheit ist.
Weiters verweist BGM Herbert Pfeffer darauf, wie wichtig es ist, dass auf Gemeindeebene kreative Umsetzungsprozesse mit Freude und Enthusiasmus erfolgen. Gerade in Zeiten, wo man bei vielen Dingen in der Europäischen Union das Gefühl hat, dass dort Entscheidungen fallen, welche mit unserem Leben wenig bis nichts zu tun haben, braucht es eben auch die Motivation lokal etwas positiv gestalten zu wollen. „Klimaschutz betrifft uns alle und nur wenn wir in den Gemeinden rechtzeitig anfangen positive Impulse zu setzen, werden wir den staatlichen Prozess mitgestalten können. Ansonsten laufen wir Gefahr, dass nur von da oben Bestimmungen und Regulativen kommen werden, um am Ende das Klimaziel erreichen zu können.“, so BGM Herbert Pfeffer abschließend: „ Wenn wir aktiv an einer nachhaltigen Zukunft arbeiten, dann werden wir uns damit identifizieren und die Leistung mit großer Freude anerkennen!“

Das Klimaschutzprogramm der Modellregion soll die BürgerInnen zum Mitmachen motivieren

Während der Fokus der Modellregion in den vergangenen 5 Jahren hauptsächlich auf Maßnahmen im Bereich Kleinwasserkraft gelegen ist (die Region hat 50 Kleinwasserkraftwerke!), stehen nun kommunale Klimaschutz- und Energieeffizienzprojekte im Vordergrund! Mit der Übernahme der Verantwortung der Modellregion durch die 7 Gemeinden möchte man schon bestehende kommunale Maßnahmen verstärken. BGM Karin Gorenzel betont, dass es in ihrer Gemeinde Wölbling viele gute Ideen gibt, welche kanalisiert und dann zielgerichtet umgesetzt werden können. „Mit der KEM können wir gezielt Impulse umsetzen und auch BürgerInnen, egal ob beim Hausbau oder in der Mobilität zumindest in fachlicher Hinsicht deutlich besser unterstützen.“

Der Klimawandel lässt sich nicht mehr leugnen und es braucht unterschiedlichste Anpassungsmaßnahmen an die neue Klimasituation. Mit dem neuen gemeinsamen Verein wollen sich die Gemeinden hier wappnen und vorrausschauend agieren. Zudem sollen natürlich Fördermittel von Bund und EU abgeholt und in den Gemeinden eingesetzt werden. „Wenn Lenkungs- und Steuerungsmaßnahmen erforderlich sind, und diese durch staatliche Strukturen finanziell unterstützt werden, dann sollen die BürgerInnen unserer Gemeinden davon profitieren können!“, sind sich alle BürgermeisterInnen einig!

Breite Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen und wirtschaftliche Interessen hinweg

Die TeilnehmerInnen an der Diskussionsrunde, allen voran der Vizepräsident der NÖ Wirtschaftskammer, KommR Dieter Lutz, aber auch die BürgermeisterInnen stellen fest, dass die Klimaschutzinteressen aller Betroffenen gleich sind. Gerade durch das Pariser Abkommen, das alle Länder in die Pflicht nimmt, hat die österr. Industrie die Chance besonders konkurrenzfähige Lösungen zu finden.

BGM Herbert Pfeffer, der in Traismauer auch die Agenden der Wirtschaft vertritt, verweist aber darauf, dass fossile Energie nicht nur endlich ist, sondern gerade in Zeiten, wo Geld knapp ist, der Geldabfluss noch verstärkt: „Es gibt Prognosen von ZukunftsforscherInnen aber auch von WirtschaftsexpertInnen, die vor einer Energiearmut warnen, wie es sie nach den 2. Weltkrieg gegeben hat, wenn uns nicht ein Umschwung in der Energiewende gelingt. Der gilt auch für die Industrie!“

Herzogenburg baut auf städtische Wärme-Versorgung

Die größte Stadt in der Region setzt auch zukünftig auf Energieeffizienzmaßnahmen. So ist vorallem wichtig, dass mit den bestehenden Budgetmitteln langfristig Energie gespart wird. Weiters möchte man den Ausbau der städtischen Nahwärme in Herzogenburg vorantreiben. Derzeit werden bereits rund 2.500 MWh an Wärme in der Stadt verteilt. Dies entspricht einer Einsparung von 275.000 m3 Erdgas. Besonders stolz kann man in Herzogenburg auch auf den E-Car-Sharing-Verein MOVE mit seinen knapp 60 Mitgliedern sein. Das Vorzeigeprojekt gewann 2015 den Umweltaward „Energy Globe“ in Niederösterreich.


Inzersdorf-Getzersdorf setzt auf Biomasse und sanierte Gebäude

Die sanierte Volksschule im neuen Design wird mit regionaler Biomasse geheizt und erzeugt Sonnenstrom! Das Gebäude und der Zubau sind architektonisch sehr gelungen. Schönes Design steigert auch die Akzeptanz in der Energiewende ist Bürgermeister Mag. Ewald Gorth überzeugt. So sind auch die kommenden Ziele in der Gemeinde die weitere Sanierung der öffentlichen Gebäude und Nutzung heimischer Biomasse sowie der Sonnenenergie. E-Car-Sharing ist eine Option für die Gemeinde. Man sucht hier jedenfalls die Kooperation über die Modellregion.


Traismauer hat den Energie-Mix zum Ziel und will vermehrt auf fossile Energie verzichten

Die Stadt hat ja durchaus Gegenwind aus den Nachbargemeinden für ihre Flächenwidmung zur Windkraft erfahren müssen. Trotzdem setzt man in Traismauer verstärkt auf Klimaschutzmaßnahmen. Mit einem Biomasse-Nahwärmenetz in der Stadt sind die weiteren Ziele klar definiert. Mittelfristig sollen kommunale Gebäude in Traismauer ohne fossile Energieträger auskommen. „Es bleibt unsere Entscheidung, ob wir Gas aus Russland oder Hackschnitzel von unseren Landwirten kaufen“, so der Bürgermeister selbstbewusst.

Nußdorf baut die PV-Kapazitäten weiter aus

In Zusammenarbeit mit der Klima- und Energiemodellregion konnten Förderzusagen für die Finanzierung von PV-Anlagen auf kommunalen Gebäuden erwirkt werden. Dies freut Bürgermeister Ing. Heinz Konrath auch gerade deshalb, weil sich die Produktion von Sonnenstrom langfristig sehr positiv auf die Stromkosten auswirken wird. Weiters startet Nußdorf mit einer besonderen Aktion für seine BürgerInnen. Jeder kann sich im Gemeindeamt mit LED-Lampen für seinen Haushalt ausstatten. Eine LED spart bis zu 2 Euro/Jahr an Stromkosten. Daher betont BGM Heinz Konrath, dass eine Wechsel der Lampe sofort Sinn macht und man nicht unbedingt zu Hause lagern muss. „Wer gleich wechselt, der spart auch gleich Geld. Der Umwelt hilft es auch sofort!“


Statzendorf forciert Energieeffizienzmaßnahmen

Einerseits kann Statzendorf durch die bestehenden Windkraftanlagen und die Biomasse-Heizungen auf eine lokale Energieautarkie verweisen, andererseits haben gerade die BürgerInnen ein reges Interesse an Energieeffizienzmaßnahmen. Bürgermeister Michael Küttner erwartet sich von der neuen Mitgliedschaft in der Modellregion eine aktive Unterstützung von außen: „Wir wollen Ergebnisse sehen und neue Projekte umsetzen. Es braucht ein hohes Maß an Identifikation, damit etwas nachhaltig umgesetzt werden kann!“

Wölbling fährt auf Mobilität ab

Der Wunsch in der Bevölkerung nach besserer öffentlicher Verkehrsanbindung kann gerade in Wölbling zu einer Erweiterung des regionalen E-Car-Sharing-Angebotes führen. Bürgermeisterin Karin Gorenzel und Modellregionsmanager Alexander Simader möchten aber zuerst ein Feedback aus der Bevölkerung. „Es braucht jedenfalls das Interesse einer größeren Anzahl an Personen um ein Mobilitätsangebot zu schnüren. „Falls das Interesse vorhanden ist, dann haben wir in der neuen Konstellation alle Möglichkeiten“, freut sich Bürgermeisterin Karin Gorenzel und weiter: „Die KEM bietet gerade im Bereich kommunale Investitionen Fördermöglichkeiten an, welche wir für Wölbling ausnutzen möchten. Sowohl für Schulen, aber auch bei Ladesäulen haben wir als Gemeinde sicherlich Bedarf und werden in den kommenden Jahren einiges bewegen.“


Paudorf will auch wirtschaftlich sinnvolle Lösungen

Bürgermeister Leopold Prohaska verweist auf bereits umgesetzte Sanierungsmaßnahmen an öffentlichen Gebäuden. „Wenn wir mehr Energie sparen wollen, dann können wir dies nur durch intelligente und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen erreichen. In der Modellregion erwarten wir uns hier entscheidende Impulse!“ Auch Paudorf wird bereits in den kommenden Wochen eine LED-Lampen-Aktion für die BürgerInnen durchführen und stellt dafür rund 5.000 LEDs zur Verfügung. „Mit der Stromeinsparung aus 5.000 LED-Lampen kann rechnerisch der gesamte Jahresstromverbrauch von 30 Haushalten eingespart werden.“

Die Klima- und Energiemodellregion Unteres Traisental drückt seit Jahren der Region ihren Stempel auf! Bisheriger Schwerpunkt war Wasserkraft

Bereits seit 2011 gilt die Klima- und Energiemodellregion Unteres Traisental als die führende Kompetenz in Sachen Energiewende in der Region. Dies ist vor allem den Wasserkraftwerksbetreibern der Region zu verdanken, welche durch viel Engagement und finanzielle Unterstützung, die Energiewende in der Region vorantreiben. Die regionale Kleinwasserkraft produziert rund 50 GWh pro Jahr an den Werksbächen der Traisen. Dies reicht aus, um den Jahresbedarf von 10.000 Haushalten zu decken. Mit dem Wechsel der Projektträgerschaft an die Gemeinden und die Obmannschaft durch BGM Herbert Pfeffer und BGMin Karin Gorenzel wird sich der Schwerpunkt der Modellregion nun aber in Richtung kommunaler Interessen drehen. Dabei sind sich alle BürgermeisterInnen einig:
„Wir stellen schon reichlich Budget für Klimaschutzmaßnahmen und Förderungen zur Verfügung. Wir wollen, dass dieses Geld zukünftig noch effektivere Ergebnisse liefert und deutlich mehr Umsetzungsmaßnahmen und auch Bewusstseinsbildung bei den BürgerInnenankommen!“
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