Weniger Mehrwertsteuer
Hollabrunn: Preise ändern bis tief in die Nacht
- Alex Rausch muss nun alle Produkte umetikettieren.
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Seit 1. Juli 2026 ist der Lebensmitteleinkauf günstiger. Die Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Lebensmittel bringt Konsumenten zwar eine kleine Entlastung, verursacht im Handel jedoch erheblichen Aufwand und stößt auf Kritik.
HOLLABRUNN. HOLLABRUNN. Seit 1. Juli 2026 gilt in Österreich für ausgewählte Lebensmittel ein gesenkter Mehrwertsteuersatz von 4,9 Prozent (vorher 10 Prozent). Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Inflation zu dämpfen und private Haushalte zu entlasten.
Entlastung kaum spürbar
Die Bilanz der befragten Personen fiel verhalten aus. Zwar wird jede Entlastung begrüßt, im Alltag sei sie kaum spürbar.
„Die Vergünstigungen fallen im Einkauf nicht auf. Zudem kaufe ich Ware, wenn sie in Aktion ist, greife zu Eigenmarken oder gehe zum Diskonter. Der Aufwand für den Handel steht für mich in keinem Verhältnis zur Ersparnis“, sagt Elfriede Aschbach.
Großer Aufwand im Handel
Für Alex Rausch, Betreiber des Regionalladens Ois Guade in Hollabrunn, bedeutete die Umstellung auf den neuen Mehrwertsteuersatz vor allem zusätzliche Arbeit. Gemeinsam mit seiner Frau verbrachte er eine halbe Nacht damit, Preise neu zu erfassen und sämtliche betroffenen Produkte neu zu etikettieren.
- Alex Rausch muss nun alle Produkte umetikettieren.
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„Es war ein großer Aufwand für uns. Jedes Produkt muss neu beklebt werden“, schildert Rausch. „Das ist Gießkannensystem. Ich bin für Entlastung für jene, die sie brauchen. Ich zweifle aber an der Kompetenz der Politiker, die so etwas entscheiden.“
Die Steuerreduktion soll Familien im Durchschnitt rund 80 Euro pro Jahr ersparen. Für den Unternehmer wäre jedoch eine gezieltere Unterstützung sinnvoller gewesen.
Komplizierte Regeln
Besonders unverständlich sind für Rausch die zahlreichen Ausnahmen. So wird etwa ein einfacher Kornspitz mit dem niedrigeren Steuersatz verkauft, ein mit Käse oder Kürbiskernen bestreuter Kornspitz hingegen nicht. Auch bei Brot gibt es Unterschiede: Weizenbrot profitiert von der Steuerreduktion, Roggenbrot hingegen nicht. Frisches und tiefgekühltes Gemüse wird günstiger, verarbeitete Produkte wie gefrorener Cremespinat bleiben jedoch beim höheren Steuersatz. Zusätzlich kritisiert Rausch die unklaren Vorgaben.
- Alex Rausch wünscht sich statt einer allgemeinen Mehrwertsteuersenkung gezielte Entlastungen für Menschen, die Unterstützung wirklich benötigen.
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Welche Lebensmittel tatsächlich unter den reduzierten Steuersatz fallen, sei komplizierter als erwartet gewesen. „Wir mussten da selbst alles recherchieren“, erzählt er. Eine offizielle, leicht verständliche Übersicht über die betroffenen Produkte habe aus seiner Sicht gefehlt.
Das ist günstiger
Auf diese Produkte wurde die Mehrwertsteuer gesenkt: Milch, Joghurt, Butter, Eier, frisches und tiefgekühltes Gemüse, Obst, Reis, Müllereierzeugnisse, Teigwaren, Brot und Speisesalz.
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