Wien-Konzert Innere Stadt
Neue Musik: Oboe! – INÖK-Konzert mit dem MAX BRAND Ensemble, 10.11.2018 im Roten Salon der OESTIG LSG

Fünf Streicher und eine starhafte OBOE! - INÖK mit dem MAX BRAND Ensemble | Foto: © Spießberger, Koehne Quartett, INÖK, privat; Plakat: OESTIG
  • Fünf Streicher und eine starhafte OBOE! - INÖK mit dem MAX BRAND Ensemble
  • Foto: © Spießberger, Koehne Quartett, INÖK, privat; Plakat: OESTIG
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PWas war zuerst, „die Henne oder das Ei?“ – im Falle der INÖK (Interessengemeinschaft Niederösterreichische Komponisten) und des MAX BRAND Ensembles war zuerst die INÖK mit dem großen Engagement im Bereich der Neuen Musik in Niederösterreich da. Aber damit ist noch nicht gesagt, ob nicht in vielen, klassische Instrumente spielenden Interpreten zuerst dieses Anliegen schlummert(e). – So gibt es in diesem Konzert “Neue Musik: OBOE“ mit dem von der INÖK 2012 gegründeten MAX BRAND Ensemble explizite Querverbindungen zwischen den Werken Instrumente spielender Komponisten und ihren ausführenden Interpreten, die ansonsten ebenfalls stark in der eigenen Komposition aktueller Musik behaftet sind. Hier dreht sich jedenfalls schwerpunktmäßig alles um fünf Streicher, die eine „Star-hafte“ Oboe umgarnen.

Auf der Komponisten-Seite finden wir mit ROBERT BRUNNLECHNER (Stück: „Kambrische Suite op.29“) einen Fagott-Spieler, der Blasmusik, Orchester-/ Kammermusik und U-Musik (Kolonovits, Ambros) schreibt. Drei Komponisten sind eigentlich dem Jazz zugeneigt: Saxophonist STEFAN PELZL, sowie hinsichtlich ihrer Jazz-Studien die deutsche Querflötistin DOROTHEA MADER und der Klarinette spielende BERTHOLD CVACH. Doch MADERs „Bachiana Nr. 1“ für zwei Violinen“ ist ein entrückt lyrisches Werk, das von einer langgezogenen, harmonischen Stimmung zu einem rhythmischen, kanon-artigen, temperamentvollen Zwischenspiel bis zum Ende führt. PELZL (Stück: „Portrait in 3 Farben“) wendet sich die letzten Jahre kompositorisch ebenfalls vermehrt der Kammermusik zu, und auch CVACH („Bewältigung“) verspürt „ein stärker werdendes Interesse zeitgenössische Musik zu schreiben“, wobei er in keine Schublade eingeordnet werden möchte. Seine Prämisse liegt in der sorgfältig umgesetzten Fantasie ohne Grenzen. Dieser Zugang deckt sich mit „Musikdramatiker“ KARLHEINZ SCHRÖDL („Quartett op.170“), der allerdings dodekaphonisch beeinflusst, expressiv und gestisch mit einem Zug zum Grotesken komponiert. Die aktuellsten Entwicklungen bringen als Hintergrund jene Interpreten der altersbedingten Jugend – Dirigent DANIEL MUCK („Oraculum Apollonis“) – und der Elektronik – Chorsänger und Cellist DIETER KAUFMANN („Fremd-Körper-Kultur“) – mit sich. MAXIMILIAN KREUZ („Landscapes“) fasst hinsichtlich des Verständnisses neuer Musik als intuitives Abbild der wachsenden Gesellschaft zusammen: „Was das Wort in interessanten Diskussionen geisteswissenschaftlicher Natur nicht zu klären vermag, gelingt den Tönen oft in überzeugender Weise.“

Auf dieses Neuland treffen nun die für dieses Konzert engagierten Instrumentalisten des MAX BRAND Ensembles: drei von ihnen sind hochschulausgebildet der ausgesprochen jungen Riege zuzuordnen, die in ihren eigenen Projekten auch Vorlieben für die avantgardistische Popularmusik hegen: der energiegeladene Vorarlberger Violinist SIMON FRICK hat einen Hang zu (Heavy) Metal, Bratschist SIMON SCHELLNEGGER neigt zu Elektronik und Balkan/Klezmer, und Konrabassist TIBOR KÖVESDI spielt auch E-Bass auf rockige Art. Der gefragte zeitgenössische Klagenfurter Solocellist ARNE KIRCHER ist auf andere neumusikalische Art und als Ensemble-Gründer vielseitig. Die vielgebuchte, australische Violinistin JOANNA LEWIS gründete das zu den überragenden Streicher-Interpreten zeitgenössischer Musik in Mitteleuropa zählendem Koehne Quartett. Und die in Salzburg aufgewachsene Wienerin, Oboistin BARBARA RITTER, um deren Instrument sich an diesem Abend das gesamte Programm dreht, ist nicht nur 1. Solistin beim Tonkünstler Orchester, sondern auch noch eine Professorin für Oboe und Kammermusik am Institut Oberschützen der Kunstuniversität Graz.

weiterführende Info auf www.rotersalon.at

Wann: 10.11.2018, 19h30
Wo: Roter Salon der OESTIG LSG, Wipplingerstraße 20 EG, 1010 Wien
Freier Eintritt
Reservierungen unter: rotersalon@oestig.at

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Foto: Karo Pernegger
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