20.03.2017, 09:13 Uhr

DAS GESCHÄFT MIT DER LIEBE - TEIL 2 - PRIVATE DJ´s

Wien: Wien |

Im zweiten Teil der Reihe, beschäftigen wir uns mit den Hochzeits Dj´s, die sich im Netz als "Einzeldienstleister anbieten, und worauf es zu achten gilt.

Gibt man bei Google die Begriffe "Hochzeit" "DJ" und "Wien" ein, dann erscheinen in kürzester Zeit 372.000 Einträge und Links. Die Qual der Wahl beginnt. Lassen wir mal alle Einträge außer acht die offensichtlich von Agenturen ins Netz gestellt wurden, bleibt immer noch knapp die Hälfte übrig.

Es gibt dazu keine Statistik, aber es wird geschätzt das es alleine im Raum Wien ca. 1500 Hochzeits DJs gibt. Davon arbeiten mehr als die Hälfte "unter dem System" durch. Sprich sind nirgendwo als gewerbliche Anbieter gemeldet, schon gar nicht beim Finanzamt.

Ein DJ der sich als Einzeldienstleister präsentiert, ist nicht immer auch tatsächlich ein DJ.

Immer mehr DJ Agenturen, bemerken das der Trend weg geht, von der eigentlichen Vermittlung. Die Paare möchten einen persönlichen Kontakt zu Ihren Dienstleistern und konzentrieren sich daher auf DJ´s die alleine arbeiten.

Doch weit gefehlt, oft versteckt sich hinter klingen Namen dann doch wieder eine Agentur. Wir nehmen jetzt als Beispiel einen bekannten Hochzeits DJ aus dem Netz (Name geändert, der Redaktion bekannt).

DJ Max Mustermann..... eine tolle Homepage, Max hat viel Erfahrung, man sieht tolle Bilder, und hat das Gefühl gut aufgehoben zu sein. Nach einem ersten Treffen steht fest. Max soll es werden. Doch was geschieht dann? Kurz vor der Feier kommt eine Mail. Leider ist Max krank, er sendet aber einen Ersatz Dj. also keine Sorgen machen.

In Wirklichkeit ist folgendes geschehen. Max ist gar kein Hochzeits DJ, sondern eine Dj Vermittlung. Er kann sich gut verkaufen, und wird daher quasi vorgeschickt. Ist die Buchung fixiert, werden die Kontaktdaten und der Auftrag an einen anderen Hochzeits DJ verkauft, meist um die 250 - 300 €. Man ist also in die Falle gegangen, und hat nicht nur einen ganz anderen DJ als man dachte, sondern auch noch gleich 300 € mehr bezahlt, als hätte man den anderen Dj gleich direkt gebucht.

Diese Praxis wird leider immer häufiger, und man kann sich also niemals zu 100% sicher sein, das man einen echten Hochzeits DJ engagiert, oder doch eine Agentur.

Und die "echten", Einzeldienstleister?

Ja es gibt sie, zwar immer seltener aber doch. Leider sind mehr als die Hälfte davon auf Grund der österreichischen Situation schwarze Schafe. Das heißt, keine Gewerbeberechtigung, keine Finanzamtsmeldung, und damit auch keine Möglichkeit auf Sicherheit für das Brautpaar.

Diese DJ´s verkaufen sich meist weit unter dem üblichen Preis, weil Ihnen die Kosten für Kammerumlage, Steuern, Musiklizenzen etc. "erspart" bleiben.

Und was heißt das fürs Brautpaar?

Das Brautpaar fördert damit also die Schwarzarbeit im Lande, und kann unter Umständen dafür sogar abgestraft werden, denn schließlich sind sie als "Veranstalter" auch im Sinne des Veranstaltungsgestzes haftbar.

Es gibt keine Garantie, dass der DJ am großen Tag tatsächlich erscheint, denn wer jemanden "schwarz" engagiert, hat keinerlei Rechte. Konsumentschutz und Co greifen nicht, wenn man sich selber einen Vorteil schaffen wollte.

Auch Geld zurück, oder eine Entschädigung bleibt aus, denn eine erfundene Firma kann man weder anzeigen noch klagen, man hat ja nur einen Namen des DJ´s und selbst dieser muss nicht immer stimmen.

Am Ende bleibt da noch die Qualität die erheblich leiden kann. Solche schwarzen Schafe, kaufen nämlich in der Regel auch keine neuen Songs ein, sondern "stehlen" diese über illegale Download Wege, und es ist Ihnen völlig egal, ob der Sound dann gut klingt oder nicht.

Wie man sich vor solchen "schwarzen Schafen" schützt, erfahrt Ihr im nächsten Teil der Reihe - das Geschäft mit der Liebe.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.