Neues Gesetz
Privat-Kindergarten in Welten muss schließen

Der Kindergarten "Kolibri" musste schließen, die im gleichen Haus befindliche private Volksschule besteht weiter.
  • Der Kindergarten "Kolibri" musste schließen, die im gleichen Haus befindliche private Volksschule besteht weiter.
  • Foto: Elisabeth Kloiber
  • hochgeladen von Martin Wurglits

Nach dem Montessori-Kinderhaus in Oberwart muss der nächste private Kindergarten die Segel streichen. Der "Kolibri"-Kindergarten in Welten hat mit 30. Juni seinen Betrieb stillgelegt.

Keine Beiträge mehr

Grund ist wie in Oberwart das neue burgenländische Kindergartengesetz, das seit November 2019 in Kraft ist. Es sieht unter anderem vor, dass für den Kindergartenbesuch von den Eltern der Kinder keine Gebühren mehr verlangt werden dürfen. Andernfalls gibt es vom Land keine Förderungen für die Personalkosten.

Gerade bei Kindergärten in privater Trägerschaft hatten die Elternbeiträge aber einen größeren Anteil der Einnahmen ausgemacht als bei öffentlichen Kindergarten. "Ohne Förderungen müssten wir die Beiträge so hoch ansetzen, dass sich niemand mehr den Besuch leisten könnte", bedauert Birgit Benal, Sprecherin des "Kolibri"-Trägervereins. Die Entscheidung zur Stilllegung sei den Eltern sehr schwer gefallen. "Viele Tränen sind geflossen", berichtet Benal.

Steirische Kinder

Bis Oktober 2019 lagen die Monatsbeträge, die die Eltern freiwillig zahlten, bei 140 Euro. Erschwerend kommt hinzu, dass von den 15 Kindern, die den "Kolibri"-Kindergarten besuchten, elf aus der Steiermark waren. Für diese dürften zwar weiter Beiträge eingehoben werden, aber dafür werden sie bei der Landesförderung für die Personalkosten nicht mitgezählt, was die Förderungshöhe sukzessive senkt. Für die steirischen Eltern musste im "Kolibri" daher ab November der Beitrag auf 200 Euro erhöht werden. Das wollte der Betreiberverein den Eltern auf Dauer aber nicht zumuten.

"Für alle gleich"

"Förderrichtlinien sind für alle Betreiber gleich. Öffentliche Betreiber erfüllen allerdings einen öffentlichen Versorgungsauftrag", erklärt Gerald Pangl, Sprecher von Kindergarten-Landesrätin Daniela Winkler auf Bezirksblatt-Anfrage. Für private Betreiber könnten keine Ausnahmen gemacht werden. Ob es für den "Kolibri" trotzdem eine Lösung gebe, lasse sich möglicherweise in einem Gespräch mit der Landesrätin klären.

"Kükennest" besteht weiter

Anders als der "Kolibri" dürfte der private Kindergarten "Kükennest" von Natascha Kropf in Ludwigshof mit einem blauen Auge davonkommen. "Der Betrieb kann weiter bestehen. Es geht sich auch ohne Elternbeiträge gerade noch aus, sofern vom Land keine weiteren Abschläge bei den Förderungen kommen", sagt Kropf. Die Beiträge lagen vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes bei 120 Euro für den Halbtags- und bei 180 Euro für den Ganztagsbesuch.

Kropf betreibt den Kindergarten nicht über einen Verein, sondern als Unternehmerin. Und anders als in Welten sind unter ihren zwölf Kindern keine aus der Steiermark.

Montessori-Pädagogik

Der 2004 gegründete Kindergarten "Kolibri" war seit 2007 in Welten ansässig, so wie die im gleichen Haus befindliche private Volksschule. Inhaltlich orientieren sich beide an der Reformpädagogik nach Maria Montessori. Werte wie Respekt, Freiheit, Selbstverantwortung und Individualität in der Gemeinschaft werden besonders hochgehalten. Die Eltern bringen sich in die Organisation des Trägervereins ein.

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