Interview mit Johann Holzmann
„Ich trete in große Fußstapfen“
- Große Herausforderung für Johann Holzmann: Das Bürgermeisteramt in der Marktgemeinde Sankt Martin an der Raab.
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SANKT MARTIN AN DER RAAB (ak). Franz Josef Kern legte sein Bürgermeisteramt in St. Martin an der Raab aus gesundheitlichen Gründen zurück. In der gestrigen Gemeinderatssitzung wurde nun der politische Quereinsteiger Johann Holzmann zu seinem Nachfolger bestimmt. Holzmann übernimmt damit zunächst für die verbleibende Amtszeit das Bürgermeisteramt. Bereits im kommenden Jahr steht die reguläre Bürgermeisterwahl an, bei der die Bürgerinnen und Bürger direkt über das Amt entscheiden. Nach rund 35 Jahren, in denen die Familie Kern das Bürgermeisteramt geprägt hat, tritt Holzmann damit in große Fußstapfen. MeinBezirk hat mit ihm gesprochen:
Was bedeutet die heutige Wahl zum Bürgermeister für Sie persönlich?
Für mich persönlich bedeutet die heutige Wahl sehr viel. Ich habe mich bewusst für diesen Schritt entschieden, um unsere Großgemeinde in eine stabile und gute Zukunft zu führen. Nach rund 35 Jahren, in denen die Familie Kern das Bürgermeisteramt geprägt hat, trete ich in große Fußstapfen. Ich möchte das, was Franz Josef Kern und sein Vater aufgebaut haben, weiterführen und mich für die Bürgerinnen und Bürger der Großgemeinde St. Martin an der Raab einsetzen.
Sie sind politischer Quereinsteiger. Was hat Sie bewogen, diese Verantwortung zu übernehmen?
Da ich in dieser Gemeinde lebe und ihre Entwicklung bereits als Jugendlicher und junger Erwachsener miterlebt habe, musste ich nicht lange überlegen, diesen Schritt zu gehen. Ich möchte Verantwortung übernehmen, das Erbe der vergangenen Jahrzehnte bewahren und zugleich weiterentwickeln. Mein Ziel ist es, meinen Beitrag dazu zu leisten, die Gemeinde gut an die nächste Generation zu übergeben.
Wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?
Ich habe die Volksschule und anschließend die Hauptschule besucht und danach die Gastgewerbefachschule in Bad Gleichenberg absolviert. Anschließend war ich eine Saison in Tirol. Ich bin ausgebildeter Kellner und Koch, wobei mir das Kochen allerdings nicht so sehr lag.
Gemeinsam mit meiner Frau habe ich rund 40 Jahre lang ein ein klassisches Dorfgasthaus in Neumarkt an der Raab geführt. Später habe ich weitere Betriebe übernommen, unter anderem 2016 das Stüberl in Oberdrosen und 2021 ein Nahversorgergeschäft in Mogersdorf. Diese Betriebe habe ich inzwischen abgegeben und bin seit Oktober 2025 im Ruhestand.
Welche Themen sind Ihnen als angehender Bürgermeister besonders wichtig?
Wichtig ist mir die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern sowie die Instandhaltung der Marktgemeinde. Es werden auch einige Projekte folgen, die im Gemeinderat besprochen werden müssen. Dabei muss man natürlich die finanzielle Lage berücksichtigen. Obwohl die Gemeinde schuldenfrei ist, muss die finanzielle Situation berücksichtigt werden. Sie ist allgemein nicht sehr rosig, deshalb kann man sich nur nach der Decke strecken und mit den vorhandenen Mitteln wirtschaften. Ich glaube aber daran, dass ich mit meinem Team St. Martin an der Raab zukunftsorientiert führen kann. Dabei möchten wir auch Jugendliche für die Gemeindearbeit gewinnen.
Im kommenden Jahr findet bereits die reguläre Bürgermeisterwahl statt. Wie gehen Sie mit dieser besonderen Situation um?
Für die Bürgermeisterwahl 2027 bleibt noch ein Jahr zur Vorbereitung. In dieser Zeit werde ich auch entsprechende Seminare besuchen, bei denen es unter anderem um Menschenkenntnis, Authentizität und die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern geht. Besonders wichtig ist mir, den Menschen zuzuhören und ihre Anliegen ernst zu nehmen. Dabei darf auch die Jugend nicht vergessen werden. Ebenso wichtig ist für mich das Vereinsleben in unserer Großgemeinde, das ich fördern und unterstützen möchte. Ich hoffe, dass ich gemeinsam mit dem Gemeinderat die Gemeinde zukunftsorientiert weiterentwickeln und diesen Schritt 2027 mit viel Engagement gehen kann.
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