Moderne Bestattungsformen
Ein "08/15-Begräbnis" war gestern – mit Umfrage!

Waldfrieden Steyrling
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  • Foto: Fürstlich Schaumburg-Lippische Forstverwaltung
  • hochgeladen von Martina Weymayer

In Österreich gibt es verschiedene Arten der Beisetzung. Immer mehr Menschen wünschen sich eine individuelle Gestaltung.

BEZIRK KIRCHDORF. Zu den traditionellen Bestattungsformen gehören die Erdbestattung im Sarg und die Feuerbestattung. Dabei wird der Leichnam eingeäschert und in einer Urne beigesetzt. Alternativen sind zum Beispiel die Fluss-, Wald- oder die Diamantbestattung.
Dass derartige besondere Beisetzungsformen immer beliebter werden und sich dadurch auch das Berufsbild des Bestatters verändert, bestätigen Andrea und Wilhelm Krennmayr aus Kirchdorf. “Heute ist jede Trauerfeier so individuell wie der oder die Verstorbene selbst", schildern sie. So sei, passend zum stetig steigenden Feuerbestattungstrend, das Angebot für Urnen aller Art stark gewachsen.

Alternative Ruhestätten

Grundsätzlich schreibt das oö. Leichenbestattungsgesetz vor, dass eine Urne auf einem Friedhof beigesetzt werden muss. Unter bestimmten Umständen kann das jedoch an einem anderen Ort geschehen. Gewährleistet man einen pietätvollen Umgang, ist eine Bestattung im privaten Bereich, beispielsweise im eigenen Garten, erlaubt. Dafür braucht es allerdings einen detaillierten Antrag auf der Gemeinde und den Nachweis, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden. "Wir werden mehrmals im Jahr mit dem Wunsch konfrontiert, dass sich jemand die Urne daheim hinstellen möchte", so Andrea Krennmayr. "Es gibt auch Anfragen, ob man die Asche zum Beispiel auf der Kremsmauer verstreuen kann." Das verbietet allerdings die oberösterreichische Gesetzgebung.

Beisetzung im "Waldfrieden Steyrling"

Darüber hinaus steige die Nachfrage nach einer Beisetzung im "Waldfrieden Steyrling". Seit 2016 gibt es das fünf Hektar große Areal in der Gemeinde Klaus. "Wir bieten die Möglichkeit, Krematoriumsasche in biologisch abbaubaren Urnen im Wurzelbereich von Bäumen oder auf der Wiese beisetzen zu lassen", sagt Anna Steinert von der Fürstlich Schaumburg-Lippischen Forstver­wal­tung, die den "Waldfrieden" betreibt. Bisher fanden rund 60 Beisetzungen statt, mehr als 180 Plätze sind bereits vergeben. "Neben den vergleichsweise geringen Kosten und der Tatsache, dass keine Grabpflege notwendig ist, ist Naturverbundenheit wohl das Hauptargument, weshalb sich immer mehr Menschen für diese Alternative entscheiden." Religionszugehörigkeit spiele keine Rolle. Idealerweise wird die Beisetzungsstelle bereits zu Lebzeiten ausgesucht und eine Nutzungsvereinbarung mit uns abgeschlossen. Diese gilt dann 25 Jahre ab dem Zeitpunkt der Beisetzung. "Wir dulden keinerlei Grabschmuck oder Ähnliches. Lediglich ein kleines Gedenkplättchen, dessen Größe wir vorgeben, ist erlaubt. Der Wald soll in seinem Erscheinungsbild erhalten bleiben", erklärt Anna Steinert. "Wir sind jedoch für alle Arten von Verabschiedungszeremonien offen, sofern sie mit der Friedhofsordnung vereinbar sind."

"Die oberste Pflicht des Bestatters sind aber noch immer die drei Grundsätze des Berufsstandes: Verpflichtung zur Verschwiegenheit, Wahrung der Würde und Pietät und Respekt gegenüber den Toten und deren Angehörigen”, schließt Wilhelm Krennmayr. 

Mehr über das Bestattungsunternehmen Krennmayr in Kirchdorf
Mehr über den Waldfrieden Steyrling

Kirchliche Trauerbegleitung: Gemeinsam Spuren der Hoffnung entdecken

Zahlreiche Begleit-Angebote der Katholischen Kirche in Oberösterreich bilden ein engmaschiges Netz, das Trauernde auffängt. Sie reichen von längerer Einzelbegleitung über Gesprächsrunden bis hin zum unmittelbaren Da-Sein. So wird der Trauer Zeit und Raum gegeben – in einer Form, die den individuellen Bedürfnissen von Trauernden entspricht.

Trauerbegleiter: 55 ausgebildete TrauerbegleiterInnen bieten im Rahmen der „Spirituellen Wegbegleiter“ Besuchsdienst und Gesprächsbegleitung an, unterstützen bei der Gründung von Selbsthilfegruppen, begleiten im Sinn von Nachbarschaftshilfe oder helfen bei der Gestaltung von Totenwachen. https://www.dioezese-linz.at/spirituellewegbegleiter

Trauerbegleitung in Pfarren: Viele Pfarren in Oberösterreich bieten regelmäßige offene Runden an, in denen Trauernde den Schmerz zulassen, sich mit anderen Betroffenen austauschen und seelsorgliche Begleitung in Anspruch nehmen können. Auch Segensfeiern für Trauernde werden angeboten. Außerdem halten ReferentInnen des Katholischen Bildungswerks Vorträge zum Thema. www.dioezese-linz.at, www.katholischesbildungswerk.at

Trauerbegleitung in Krankenhäusern und Altenheimen: Krankenhaus- und Altenheimseelsorger bieten Gesprächsbegleitung für Kranke bzw. Sterbende und deren Angehörige an, gestalten Abschiedsrituale und (Gedenk-)Gottesdienste. https://www.dioezese-linz.at/krankenhauspastoral, https://www.dioezese-linz.at/altenpastoral

Notfallseelsorge: Notfallseelsorger begleiten Menschen, die einen lieben Menschen auf traumatisierende Weise verloren haben. https://www.dioezese-linz.at/notfallseelsorge

TelefonSeelsorge 142: Die Mitarbeiter der TelefonSeelsorge stehen rund um die Uhr kostenlos für anonyme Gespräche zur Verfügung, in denen Betroffene ihr Herz ausschütten können und Informationen zu unterstützenden Angeboten erhalten. http://ooe.telefonseelsorge.at

Angebote der Caritas: Die mobilen Hospiz- und Palliativteams der Caritas begleiten schwer kranke Menschen und ihre Angehörigen in der Zeit des Abschiednehmens und der Trauer in den Bezirken Linz, Linz-Land, Rohrbach, Urfahr-Umgebung, Steyr, Steyr-Land, Kirchdorf und Braunau. Darüber hinaus gibt es spezielle Angebote für Trauernde in den Bezirken Rohrbach, Steyr und Steyr-Land.
Das KinderPalliativNetzwerk bietet individuell abgestimmte Unterstützung für das gesamte Umfeld eines schwer kranken, unheilbar kranken oder schwer beeinträchtigten Kindes in Oberösterreich. www.hospiz-caritas.at.

Angebote in Bildungshäusern:
Auch diözesane Bildungshäuser bieten Seminare zum Thema Trauer und Neubeginn an, etwa das Bildungshaus Schloss Puchberg. Im Haus der Frau in Linz gibt es eine Gruppe für trauernde Eltern und Geschwister, eine Gruppe für Eltern nach dem Suizid eines Kindes, die Möglichkeit zu Einzeltrauerbegleitung und eine Gruppe für Trauernde. https://schlosspuchberg.at, www.hausderfrau.at

Materialien zum Thema Trauer: Der Behelfsdienst der Diözese Linz bietet umfangreiche Materialien rund um das Thema Tod und Trauer an – von Behelfen für die Gestaltung von Totenwachen und Begräbnisfeiern über Erfahrungsberichte Trauernder bis hin zu Erinnerungs- und Geschenkbüchern. www.behelfsdienst.at

Autor:

Martina Weymayer aus Kirchdorf

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