Andrea und Wilhelm Krennmayr
Das Berufsbild des Bestatters hat sich verändert

Andrea und Willi Krennmayr

Seit 30 Jahren führen Andrea und Willi Krennmayr das Bestattungsunternehmen in Kirchdorf.

KIRCHDORF/KREMS. Wer zu ihnen kommt, ist entweder Angehöriger eines Verstorbenen oder jemand, der Vorsorge für das eigene Ableben treffen will. In den seltensten Fällen kommt allerdings jemand gerne zu ihnen. 

“Das ist natürlich nicht einfach, Menschen kommen meist in der schwersten Stunde ihres Lebens zu uns", sagt Willi Krennmayr. “Wir sind da, um den Hinterbliebenen in diesen schweren Stunden zu helfen und ihnen möglichst viel an Arbeit abzunehmen. In den seltensten Fällen ist jemand auf den Tod eines Nahestehenden vorbereitet, dann braucht es vor allen Dingen Zeit und Raum für Emotionen.” 

Im Sinne des Verstorbenen handeln

Würde bedeutet, im Sinne des Verstorbenen zu handeln: Das ist der schwerste Teil des Berufes. “Wir machen oft die traurige Erfahrung, dass es viel Unausgesprochenes gibt, zwischen Verstorbenen und Hinterbliebenen. Vieles, das nicht mehr gesagt, nicht mehr geschafft wurde taucht erst bei uns auf, dann benötigt es sehr viel Sensibilität und manchmal auch ein Stück weit Mediation um zwischen den Verwandten zu vermitteln.”  Wissen, was man will, erleichtert einem selbst und anderen das Handeln.

Wie geht man mit dieser Verantwortung um? “Man braucht selbst eine gewisse Stabilität, wenn man die Hinterbliebenen in ihrem Schmerz auffangen möchte. Das ist Teil unseres Berufes und diese Stabilität ist auch notwendig, um das zu verarbeiten, was an einen herangetragen wird”, meint Andrea Krennmayr. “Wir kennen viele von den Angehörigen persönlich und da passiert es auch manchmal, dass wir mitweinen.“

08/15 war gestern

Bestatter übernehmen die gesamte Organisation der Verabschiedungsfeier, erledigen einen Großteil der Behördengänge und auch viele weitere logistische und praktische Aufgaben. In den vergangenen Jahren hat sich das Berufsbild des Bestatters aber deutlich gewandelt. Das sagen auch Tochter Anna und Schwiegersohn Herbert, die bereits einige Jahre im Familienbetrieb mitarbeiten. “Heute ist jede Trauerfeier so unterschiedlich wie der oder die Verstorbene selbst. Sei es die Art der Bestattung, ob Erd-, Feuer-, Wald- oder gar Diamantbestattung. Passend zum stetig steigenden Feuerbestattungstrend der letzten Jahre, ist auch das Angebot für Urnen aller Art stark gewachsen. Auch die musikalische Umrahmung der Trauerfeier wird immer individueller. Die religiöse Einstellung der Familie ist auch nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen. Dazu benötigt man großes Einfühlungsvermögen, ein gutes Gespür und natürlich auch eine gewisse Kreativität um die Persönlichkeit der Verstorbenen und die Wünsche der Angehörigen in Trauerfeier, Trauerdrucken etc. umzusetzen.”

Verschwiegenheit, Würde, Respekt

Die oberste Pflicht des Bestatters, so Wilhelm Krennmayr, sind aber noch immer die drei Grundsätze des Berufsstandes: Verpflichtung zur Verschwiegenheit, Wahrung der Würde und Pietät und Respekt gegenüber den Toten und deren Angehörigen.

Das Sprichwort sagt: “Der Tod wartet nicht.” Die eigenen Pläne müssen dabei manchmal hintanstehen. Nicht selten müssen wir mitten in der Nacht oder während Familienfeiern zu Sterbefällen. “Natürlich haben wir Bestatter auch ein Privatleben und nicht immer kommt so ein Anruf gelegen, aber diese Bereitschaft gehört zum Beruf dazu.” Ist das nicht eine große Belastung für einen selbst und für die Familie? “Natürlich ist es ist eine Belastung – aber eine, mit der wir umgehen können."

Was Familie Krennmayr freut: "Wir erwarten von den Menschen, die wir begleiten dürfen, keinen besonderen Dank. Trotzdem erreichen uns häufig Dankesschreiben und Dankesworte, die uns ermutigen und in unserer Arbeitsweise bestärken. Diese erfahrene Dankbarkeit macht uns auch ein wenig stolz und wiegt all das Schwere auf, das der Beruf mit sich bringt, sonst würden wir diesen Beruf nicht schon 30 Jahre ausüben."

Autor:

Martina Weymayer aus Kirchdorf

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