"Ort der Begegnung" mit kulturellem Schwerpunkt

Der Tonhof (rechts) und der Stadel (links) werden kulturell (wieder-)belebt
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  • Der Tonhof (rechts) und der Stadel (links) werden kulturell (wieder-)belebt
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MARIA SAAL (vp). Die "Goldenen Jahre" des Tonhofs in Maria Saal sind lang vorüber. Vor allem in den 60er-Jahren gaben sich auf Einladung des Künstlerpaares Maja und Gerhard Lampersberg bekannte Kunstschaffende die Klinke in die Hand (siehe unten). Nun könnte die kulturelle Glanzzeit wieder Einkehr halten.
Kulturvermittler Stefan Schweiger - bekannt für die Organisation der Trigonale, von "Kultur.Raum.Kirche" und "Kultur.Raum.Dorf" - hat sich nämlich mit dem neu gegründeten Verein Tonhof eingemietet. "Das Interessante hier ist das Kirchliche mit dem Dom und die Brücke zur Gegenwart mit dem Tonhof, wo sich kulturell so viel getan hat", beschreibt der Maria Saaler seine Ambitionen. Seine Leidenschaft steckte die Besitzerfamilie sofort an. Und auch im Gemeinde- und Kulturreferat des Landes - diese finanzieren zusammen die jährliche Miete von 30.000 Euro - stieß Schweigers Konzept auf offene Ohren.

Belebung ist Herausforderung
Ganz im Sinne der Lampersbergs wird der Tonhof nun als "Ort der Begegnung" kulturell genutzt. Von Juli bis September engagierten sich Schweiger und Besitzer Ferdinand Schludermann Tag und Nacht als "Renovierer" - das Denkmalamt war eingebunden. "Nun sind wir fertig und man kann die Räumlichkeiten nutzen. Zur Trigonale habe ich schon einige Leute hier untergebracht und verköstigt, um zu prüfen, wie der Tonhof mit rund 100 Leuten ,funktioniert'", berichtet Schweiger. Und er funktioniert. Im Herbst sind deshalb weitere kleine Veranstaltungen geplant, die "Testphase" läuft also heuer.
In Zukunft schwebt dem Kulturvermittler eine Belebung auf mehreren Standbeinen vor. "Eine Herausforderung", so Schweiger, denn Subventionen für das Kulturprogramm gibt es keine mehr. Aus Eigenveranstaltungen sollen Sponsor- und Eintrittsgelder lukriert werden. "Wir sprechen da immer von kleinen, feinen Veranstaltungen für bis zu 150 Leute. Es muss stimmig sein."
Weiters soll der Tonhof auch vermietet werden - für Fremdveranstalter. Anfragen gibt es bereits.

Gästehaus für Kulturinteressierte
Besonders am Herzen liegt Schweiger die Idee eines "Artist in Residence"-Projekts. "Junge, hoffnungsvolle Künstler sollen die Möglichkeit haben, hier zu wohnen und zu arbeiten - durchaus auch mehrere gleichzeitig." Das "Thomas Bernhard-Appartment" könnte zusätzlich von einem jungen Studenten über das Semester als Wohnung genutzt werden. Im Sommer dient es dann als Appartment. "Der Tonhof soll außerdem eine Art Gästehaus für Kulturinteressierte sein, die hier verweilen und arbeiten wollen."
Genug Platz gibt es, nach der Sanierung sind auch alle Räumlichkeiten nach Schweigers Vorstellungen nutzbar. Ebenfalls der 8.500 Quadratmeter große Park sowie der Stadel, der gerade adaptiert wird.

Zur Sache: Geschichte
Das Künstler-Ehepaar Maja und Gerhard Lampersberg erhielten den Tonhof zur Hochzeit 1954. Durch ihre Bekanntschaften mit namhaften Künstlern der österreichischen Avantgarde etablierte sich der Tonhof als Kulturzentrum.

Thomas Bernhard verbrachte drei Jahre lang viel Zeit im Tonhof. Weitere "Bewohner" waren H. C. Artmann, Christine Lavant, Peter Turrini und viele mehr. Das Haus stand Künstlern immer offen. Das soll in Zukunft wieder so sein.

Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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