Die "Buchmacher" von Glödnitz

Das Glödnitzer Verlegerpaar Susanne und Jochen Bauschke
  • Das Glödnitzer Verlegerpaar Susanne und Jochen Bauschke
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Paris - London - Hamburg - Glödnitz: Stationen der Gurktaler Verlegerfamilie Bauschke.

Während der Studenten-Demos Ende der 1960er-Jahre haben sie sich kennengelernt, in London verlobt, heute leben sie in Glödnitz im Gurktal: Susanne und Jochen Bauschke. „Unsere Tochter Christina kam in Zürich zur Welt und in Hamburg haben wir 1984 über die Bild-Zeitung unser heutiges Zuhause, die ehemalige Trattenkeusche in Glödnitz gefunden“, strafft Susanne Bauschke die Familiengeschichte. „Christina war damals zwölf und liebte Kärnten und gemeinsam haben wir uns in die Keusche mit Plumpsklo verliebt.“

Was die drei sonst noch verbindet, ist die Liebe zur Sprache, die Liebe zur Literatur. „Mein Mann stammt aus Norddeutschland, ist Germanist und seit 40 Jahren Mitglied der Hamburger Akademie“, erklärt Susanne Bauschke. Sie selbst ist in Klagenfurt aufgewachsen und seit 25 Jahren Mitglied der Hamburger Akademie. Die Keusche mit Plumpsklo sanierten die Bauschkes im Laufe der Zeit zum zeitgemäßen Wohnhaus und im Jahre 2000 zum „Verlagshaus“: Vor knapp 13 Jahren gründeten die beiden aus der jahrelangen Erfahrung durch die Arbeit in der Hamburger Akademie heraus den „Memoirenverlag Bauschke“. Herr Bauschke ist zuständig für Lektorat, Korrektur und Buchproduktion, Frau Bauschke für Organisation und Vertrieb, die Tochter für Gestaltung, Grafik und Design.

Mindestens zwölf Bücher im Jahr werden veröffentlicht. „Wir sind ein unabhängiger Kleinverlag, der mit viel Idealismus Texte herausbringt, die sonst vielleicht in der Schublade bleiben würden. Kleinverlage entwickelten sich in den späten 1960er-Jahren. Geistige Aufbruchstimmung, scharfe politische Debatten und neue Experimentierfreude in der Kunst boten den Nährboden. Nicht der wirtschaftliche Erfolg steht an erster Stelle, sondern die Leidenschaft, die Lust, die Überzeugung und der Spaß, mit Texten zu arbeiten“, erklärt die Verlegerin ihre Philosophie.
Der Memoirenverlag ist kein Druckkostenzuschuss, die jeweiligen Autoren auch nicht zu einer Mindestabnahme gezwungen. „Wir kalkulieren mit einer Erstauflage von 200 Stück, was durch die moderne Drucktechnik möglich wurde. Die Bücher sind im Buchhandel, über die Verlagswebsite und über „amazon“ bestellbar, direkt bei den Autoren sowie bei Lesungen und anderen Veranstaltungen der Glödnitzer „Buchmacher“ erhältlich. Ein Gutteil des Repertoires ist auch als e-Book verfügbar.
„Wir organisieren für unsere Autoren Lesungen, aber wir machen ihnen auch klar, dass sie sich auch selbst darum kümmern, in der Öffentlichkeit vertreten zu sein“, so Bauschke.

Inhaltlich liegt der Schwerpunkt Geschichten mit Geschichte sowie das Bilden einer „Brücke zwischen den Generationen“.
Als publikatorische Highlights des Vorjahres will Bauschke zunächst keine der Veröffentlichungen herausheben, zwei sind ihr dennoch zu entlocken: die Autobiographie „ (M)ein Weg zum inneren Frieden“ von Musiker und Autor Oskar (Ossi) Huber („Da Huaba“, „Humus“, ex-„Bluesbreakers“ etc.) sowie die zweite Anthologie des Netzwerks „Kärntner Autorinnen“ mit dem Titel „Blendwerk“ (Folge 3 folgt im Herbst 2013).

Ende Februar erscheint das Handbuch „Kreatives Schreiben“ von Roland Zingerle (Mitglied und Dozent der Freien Akademie Kärnten, Autor der „Klagenfurter Kneipen Krimis“). Ebenfalls für Februar geplant: die persönliche Geschichte der jungen Klagenfurterin Patrice Krassning mit dem Titel „Leonie“. Der Reisejournalist und ehemalige Österreich Werbung-Chef Klaus Lukas präsentiert im März seine abenteuerlichen Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit in Klagenfurt und Umgebung: „Die Indianer vom Wörthersee“.
Neben den „Buchkindern“ liegt den Bauschkes das Appetitmachen aufs Lesen am Herzen, vor allem die frühkindliche Lese-Erziehung. Zu diesem Zweck gründete man den Verein „Drehscheibe Glödnitz“ samt öffentlicher Bibliothek und Galerie. Im Herbst 2012 veranstaltete die Drehscheibe die ersten „Literaturtage im Künstlerdorf Glödnitz“.

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