Essstörungen: Krankhaftes Abnehmen nimmt zu

LHStv. Peter Kaiser mit OA Dr.in Ursula Klocker-Kaiser (Leiterin der Essstörungsambulanz Klinikum Klagenfurt, fachliche Leiterin des Projektes), Dr.in Ilse Elisabeth Oberleitner (Landessanitätsdirektorin), Sigrid Spiehs (Ernährungsberaterin) und Prim. Mag. Dr. Herwig Oberlerchner ( Leiter der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie)
  • LHStv. Peter Kaiser mit OA Dr.in Ursula Klocker-Kaiser (Leiterin der Essstörungsambulanz Klinikum Klagenfurt, fachliche Leiterin des Projektes), Dr.in Ilse Elisabeth Oberleitner (Landessanitätsdirektorin), Sigrid Spiehs (Ernährungsberaterin) und Prim. Mag. Dr. Herwig Oberlerchner ( Leiter der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie)
  • hochgeladen von Andreas Schäfermeier

LHStv. Kaiser: Projekt „Essstörungsnachsorge“ wird fortgesetzt. Über 20.000 KärntnerInnen leiden an Essstörungen.

Über 20.000 Kärntnerinnen und Kärntner leiden auf unser Bundesland heruntergebrochenen Statistiken zufolge an Essstörungen. Rund ein Prozent der Kärntner Bevölkerung leidet demnach an Anorexie und rund drei Prozent an Bulimie. Laut Experten liegt die Dunkelziffer jedoch deutlich höher, Tendenz steigend. Vor diesem Hintergrund hat heute Gesundheitsreferent LHStv. Peter Kaiser im Rahmen einer Pressekonferenz in Klagenfurt Zwischenbilanz über das Projekt „Essstörungsnachsorge“ gezogen und dessen Fortsetzung bekräftigt. An der Pressekonferenz nahmen auch Projektinitiatorin Drin. Ursula Klocker-Kaiser und Prim. Dr. Herwig Oberlerchner (beide Klinikum Klagenfurt, sowie Ernährungsberaterin Sigrid Spiehs und Landessanitätsdirektorin Elisabeth Oberleitner teil.

Die Essstörungsnachsorge ist angeschlossen an die Essstörungsambulanz am Klinikum Klagenfurt. „Ziel ist es, Patientinnen und Patienten, die in der Ambulanz behandelt wurden, nach der Entlassung in ihrem gewohnten Lebensumfeld weiter zu betreuen, um ihnen eine Reintegration zu erleichtern und eine rückfallbedingte Wiederaufnahme im Spital zu vermeiden“, erklärte Kaiser, der sich weiter für eine Enttabuisierung von gesellschaftlichen Erkrankungen wie Essstörungen einsetzen will.

Im Rahmen der Nachsorge werden die Patientinnen und Patienten von einem multiprofessionellem Team bestehend aus Ärzteinnen und Ärzten, Ernährungsberaterinnen und –beratern sowie von diplomierten Pflegefachkräften betreut. Dabei wird unter anderem das Essverhalten ebenso trainiert wie das Einkaufen und das Kochen.

Für Prim. Herwig Oberlerchner ist es wichtig, alles daran zu setzen Erkrankungen möglichst frühzeitig abzufangen, bestens zu behandeln und Betroffene nach der Entlassung aus dem Krankenhaus weiter zu begleiten. „Damit verhindern wir einen Drehtüreffekt und verringern die Chronifizierungsgefahr.“

Derzeit befinden sich 36 Personen in Nachsorge, vier davon Männer. Projektinitiatorin Ursula Klocker-Kaiser nannte die Gründe für die Erkrankungen, die bereits im Kindesalter beginnen können: „Diese liegen oftmals im Elternhaus, in den medial transportierten Idealvorstellungen von perfekten Körpern, sowie im steigenden Perfektions- und Leistungsdruck.“

Einmal pro Woche werden Essstörungspatienten von Ernährungsberatern zu Hause besucht, um die Alltagsgestaltung zu üben: „Am Ende sollten die Patientinnen und Patienten so weit sein, um gemeinsam mit uns einen Restaurantbesuch zu machen“, so Ernährungsberaterin Sigrid Spiehs.

Info:
Die Nachsorge ist seit zwei Jahren an die Essstörungsambulanz des Klinikums Klagenfurt angeschlossen und soll Betroffene im gewohnten Umfeld behandeln. Die von einem multidisziplinären Team aus Fachärztinnen, Diplomkrankenschwestern und –pflegern sowie Ernährungstherapeuten angebotenen Maßnahmen reichen von der Ernährungs- bis hin zur psychosozialen Krisenberatung. Das Projekt steht unter fachlicher Leitung von Oberärztin Ursula Klocker-Kaiser und wird vom Land Kärnten mit 60.000 Euro pro Jahr unterstützt.

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