Klagenfurt testet potebzielle mobile Zukunft

Autonomes Fahren durch die Innenstadt: Die zwei Operatoren des Projektes Suraaa, Jennifer Amritzer und Wolfgang Gruber, haben eine Woche lang den Klagenfurtern eine mögliche mobile Zukunft gezeigt
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KLAGENFURT (vep). Einmal vom Landhaushof über den Alten Platz bis zur Bahnhofstraße und wieder zurück. Die gesamte vergangene Woche über konnten sich die Klagenfurter ein Bild von einer möglichen Zukunft machen: Im Zuge der „Europäischen Mobilitätswoche“ sowie "70 Jahre Stadtwerke-Busse" konnten sie in der Fußgängerzone das autonome Fahren austesten. Ein elektrisches autonome Smart-Shuttle fuhr wie von Geisterhand zwischen den Fußgängern, Sitzgärten und Schildern die Strecke von morgens bis abends ab.
Dieser tägliche Pilotbetrieb war eine Österreich-Premiere, betrieben wird das Shuttle vom Forschungs- und Entwicklungs-Projekt SURAAA („Smart Urban Region Austria Alps Adriatic“) mit Unterstützung der Stadtwerke Klagenfurt.

Großes Interesse der Klagenfurter an "Surita"

Suraaa-Projektleiter Walter Prutej erläutert: "Die Menschen waren sehr interessiert und haben das sehr gut angenommen. Sie haben neben dem Mitfahren auch genau ausgetestet, ob und wie rasch das Fahrzeug stehen bleibt, wenn jemand seine Bahn kreuzt." Das geschieht laut Prutej unter 0,5 Sekunden. "Das autonome Shuttle ist völlig auf Sicherheit ausgelegt, die Leute fühlten sich auch entsprechend sicher, obwohl es Robotergesteuert ist. Und befindet sich jemand einige Meter vor dem Fahrzeug, beginnt es zudem, akustische Signale zu geben, zu hupen etc." In Klagenfurt war das Shuttle, das von den Mitarbeitern mangels eines offiziellen Namens derzeit "Surita" gennant wird, mit 7 km/h unterwegs, gesetzlich erlaubt wären derzeit 20 km/h. "Schaffen würde es übrigens 45 km/h", ergänzt Prutej.

Daten für mögliche Nutzung erhoben

Mit dem Pilotbetrieb einher ging gleichzeitig eine Akzeptanz- und Potenzial-Erhebung gemeinsam mit der Fachhochschule Kärnten. "Wir haben auch erste Geschäftsmodelle zum öffentlichen Personennahverkehr und Warentransport getestet. In Zukunft könnte es mit dem autonomen Shuttle auch möglich sein, Einkäufe oder Bestellungen von A nach B zu bringen", sagt Prutej. Einsetzbar wären autonome Shuttles in vielerlei Hinsicht. Prutej: "Sogar in großen Wohnsiedlungen, um etwa älteren Menschen lange Wege zu ersparen."
Die erhobenen Daten werden nun ausgewertet und sollen laut Prutej auch den Vertretern der Stadt Klagenfurt aufzeigen, ob und in welchen Formen diese neue Form der Mobilität in der Landeshauptstadt einsetzbar wäre. „Mit dem Pilotbetrieb am Alten Platz hat in Klagenfurt die Ära autonomer elektrischer Personennahverkehrsmittel im öffentlichen Raum begonnen. Wir werden in Zukunft mehr Mobilität brauchen, aber in anderen Formen als bisher", so Prutej weiter. 

In langfristiger Stadt-Planung wird Smart-Shuttle mitgedacht

Mobilitäts- und Umweltreferent StR Frank Frey begrüßt die Initiative: "Es ist gut, solche Pilotprojekte zu starten und neue Mobilitätsformen auf deren Praktikabilität zu testen. In die langfristige Gesamtstrategie für die Zukunft Klagenfurts lassen wir natürlich auch die nun erhobenen Daten bzw. die Möglichkeit dieser Mobilitätsform einfließen."

Fährt das Smart-Shuttle irgendwann durch Klagenfurt?

So viele Möglichkeiten die neue Form der Mobilität bietet, realistisch müsse man bleiben, so Frey: "Es ist eine Innovation, die in einer langfristig geplanten Mobilitätsstrategie für die Stadt zum Einsatz kommen könnte. So realistisch muss man aber sein, dass Smart-Shuttles nicht in zwei Jahren schon in Klagenfurt fahren werden."
Für Walter Prutej stellt das autonome Fahren eine "disruptive Innovation dar, die unsere Mobilität nachhaltig verändern wird." Derzeit ist die Technologie auf den Linienbetrieb ausgelegt, in Zukunft solle das aber laut Prutej anders aussehen: "Es ist eine on-demand-Geschichte. Sprich: Ich bestelle mir das autonome Smart-Shuttle dahin, wo ich es brauche und bringt mich dorfhin, wo ich möchte." Bei einer tatsächlichen Etablierung werde man aber auch über Bezahl-Systeme nachdenken müssen. Prutej: "Das wahrscheinlichste wäre eine Pay-per-use-Variante."

Hintergrund

Bereits im Februar war das Shuttle für einen halben Tag bei einem Showcase zu bestaunen. Prutej: "Rund 4.000 Personen haben sich in dieser kurzen Zeit am Neuen Platz informiert. Partner waren damals auch das Land Kärnten, die Stadt Klagenfurt, die STW und die FH Kärnten. "Mit dem Projekt Suraaa setzt das Land Kärnten mit Partnern eine einzigartige Initiative zur Zukunft der Mobilität in Kärnten um", ist Prutej überzeugt.

Autonomes Fahren durch die Innenstadt: Die zwei Operatoren des Projektes Suraaa, Jennifer Amritzer und Wolfgang Gruber, haben eine Woche lang den Klagenfurtern eine mögliche mobile Zukunft gezeigt
Suraaa-Projektleiter Walter Prutej hat in Kooperation mit Land, Stadt, STW und FH in Klagenfurt den österreichweit ersten Pilotbetrieb zum autonomen Fahren gestartet

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