MIT ÜBER 50 DEN NEUSTART GEWAGT

Nach zwanzig Jahren Abstinenz, wagte Gabriele Köhlmeier mit über 50 die Rückkehr auf die Bühne.
4Bilder
  • Nach zwanzig Jahren Abstinenz, wagte Gabriele Köhlmeier mit über 50 die Rückkehr auf die Bühne.
  • hochgeladen von Amalia Ammeriede
Wo: St. Marein, 8323 Krumegg auf Karte anzeigen

Zwischen 1973 und 1976 studierte sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Graz „Schauspiel“ und schloss dieses mit „Auszeichnung“ ab. Daneben studierte sie einige Semester „Psychologie“ an der Karl-Franzens-Universität. Nach dem Studium war sie an mehreren deutschsprachigen Theatern tätig und wirkte in einigen Filmen und Fernsehproduktionen mit. Gleichzeitig gründete sie mit ihrem späteren Mann – dem Schauspieler und Regisseur Otto Köhlmeier – das „theaterarbeiterkollektiv“, eine der ersten „freien Theatergruppen“ in unserem Land. Rund zehn Jahre stand sie auf den Brettern, die die Welt bedeuten und pendelte zwischen Wien, Graz, Salzburg, München und Zürich, ehe eine fast zwanzigjährige „Mutterpause“ mit nur seltenen Auftritten erfolgte. Schon über Fünfzig, wagte sie 2006 einen Neustart, kehrte zurück auf die Bühne und begeistert seither mit ihren satirisch-kabarettistischen Programmen Menschen (vor allem Frauen) in allen Teilen Österreichs: die in St. Marein bei Graz lebende Schauspielerin und Kabarettistin Gabriele Köhlmeier.

1986 – nach Heirat und Geburt eines Sohnes – beendete Gabriele Köhlmeier das unstete Leben als Bühnenkünstlerin und ließ sich mit der Familie (nach Jahren im städtisch-urbanen Bereich) am Lande nieder. Am äußersten Ortsrand von St. Marein am Pickelbach wurde eine alte Mühle erworben und bewohnbar gemacht. Statt auf der Bühne, stand sie nun vermehrt in Wiese und Garten, kümmerte sich um Haus und Hof und bemühte sich, dem kleinen David eine gute Mutter zu sein. Wohl ergab sich hin und wieder mal eine Lesung, wirkte sie da und dort mal als Sprecherin mit. Aber an eine Rückkehr als Schauspielerin war in dieser Zeit nicht zu denken. Das änderte sich erst 2006, als der Sohn – zwecks Studiums – das Haus verließ, dadurch im Haus einiges weniger zu tun war und die Sehnsucht nach den Brettern, die die Welt bedeuten, heimkehrte.

Mit einem satirisch-kabarettistischen Soloprogramm, das sie selbst schrieb und das genau ihre Situation zum Inhalt hat, nämlich das Altern und älter werden von Frauen, startete sie mit über fünfzig Jahren erstmals wieder durch. Und wie. „faltenlos und knitterfrei“ – so der Titel des Programms – wurde in der Zwischenzeit über zweihundert Mal in allen Teilen Österreichs gezeigt und von mehr als 50.000 Menschen mit höchstem Lob bedacht. Bitterböse und sarkastisch schildert Gabriele Köhlmeier in diesem „Stück Kabarett“ all die Leiden, die Frauen sich antun, um jung und schön zu bleiben, um die ewige Jugend zu erhalten, um dem von Männern vorgegebenen Frauenbild ja zu entsprechen.

Vom Erfolg dieses ersten Programms motiviert, erarbeitete Gabriele Köhlmeier in der Folge vier weitere Stücke, mit denen sie ebenso erfolgreich quer durchs Land unterwegs ist. Ob „Liebe, Sex und Scheidungsrate“, ob „Nimm zwei, zahl drei“, ob „Is’ was, Alter?“ oder ob die neueste Produktion „Halbe:Halbe“: überall sorgt sie für volle Häuser und begeisterte Besucherinnen.

Seit sieben Jahren tourt sie nun zwischen Andau und Zell am See, zwischen Wien und Innsbruck, zwischen Linz und Klagenfurt, legt dabei tausende von Kilometer zurück … aber an ein Ende ist – wenngleich in der Zwischenzeit bald sechzig – noch lange nicht zu denken. Eine Reihe von Plänen für nächste Programme gibt es bereits, die umgesetzt werden wollen. Gabriele Köhlmeier: ein Beispiel, dass frau mit (fast) sechzig noch lange nicht zum alten Eisen zählt und dass auch mit (über) fünfzig ein Neustart durchaus möglich ist.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen