Koralmbahn
Rad-Highway durch Unterkärnten: Von Klagenfurt bis Wolfsberg fest im Sattel

Bau der Koralmbahn: Für die dann stillgelegte Trasse Grafenstein bis Lavanttal plant das Land eine direkte Radschnellverbindung. Dann würde ein Radweg von Klagenfurt bis nach Wolfsberg führen
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Was geschieht mit der stillgelegten Bahntrasse zwischen Klagenfurt und dem Lavanttal, wenn ab 2024 die Koralmbahn auf dem neuen Schienennetz nach Graz fährt? Da soll Kärntens erste Radschnellverbindung entstehen.

KÄRNTEN (vep). Geht die Koralmbahn 2024 in Betrieb, werden in Kärnten alte, nicht mehr benötigte Bahntrassen-Teilstücke stillgelegt. Konkret geht es um die Trassenführung Grafenstein - St. Kanzian - Mittlern - St. Paul und einem Korridor von etwa 33 Kilometern. Das Land Kärnten, bzw. die zuständigen Landesräte Martin Gruber und Ulrich Zafoschnig, arbeiten gerade gemeinsam mit Paco Wrolich, Radkoordinator der Kärnten Werbung, den ÖBB, Gemeinden und Tourismus, an einer Nachnutzung: Die alte Trasse sollen weiter für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen und zu einem Radwegnetz ausgebaut werden, das Klagenfurt bis Wolfsberg verbindet. Direkt und schnell, eine Art Rad-Highway, wie das Projekt derzeit betitelt wird. 

Land sichert sich Vorkaufsrechte

Derzeit finden auf Initiative von LR Gruber schon intensive Gespräche mit den ÖBB statt, damit das Land Kärnten die Vorkaufsrechte für die entsprechenden Trassen erhält. Der Straßenbau-Referent erläutert:  „Das wäre eine sinnvolle Nachnutzung der alten Bahntrasse und sicher ein Leitprojekt, mit dem sich Kärnten beim Thema Radfahren hervortun könnte. Wir könnten damit das vielleicht größte zusammenhängende Radwegenetz in Österreich schaffen.“

Drauradweg mit Zentralraum verbinden

Auch Tourismus- sowie Mobilitätsreferent Zafoschnig ist von dem überregionalen Projekt angetan: „Ich sehe großes touristisches Potenzial in diesem Projekt. Wir würden damit einen weiteren Schritt setzen, um unseren international renommierten Drauradweg an den Zentralraum anzubinden und weiter zu attraktivieren.“

Es wird erste Radschnellverbindung zwischen Zentralraum und Südkärnten 

Und schon jetzt wird an den konkreten Plänen für die Nachnutzung gearbeitet, informiert Volker Bidmon, Leiter der Abteilung Straßenbau des Landes. "Wir prüfen jetzt, wo es Lückenschlüsse in den Radwegen braucht. Gleichzeitig prüfen wir auch die optimale Streckenführung für diese große Radschnellverbindung vom Zentralraum nach Südkärnten." 
Gerade Eisenbahnanlagen seien von der Historie her immer in guten Lagen errichtet worden. Sprich: "In geologisch und bautechnisch guten Abschnitten mit wenig Gefälle oder Steigung", so Bidmon. 

Eine Trasse wird bereits "umgewandelt"

Bidmon betont, dass Kärnten auf diesem Gebiet schon Erfahrung hätte: "Das Land hat ja auch die Trasse zwischen Witting und Hüttenberg abgelöst und setzt hier aktuell einen Radweg um. Etliche Kilometer wurden davon nun schon gebaut." 

Jetzt für 2024 planen

Tatsächlich spruchreif werde dieses Großprojekt ab dem Jahr 2024, wenn tatsächlich die Koralmbahn durch Kärnten fährt. Aber natürlich würden laut Bidmon auch einige Abschnitte, je nach Baufortschritten, früher zur Verfügung stehen. Bidmon: "Es ist ein großes Projekt, in dieser Dimension sicherlich herausfordernd." 

Von Klagenfurt bis Wolfsberg über den Klopeiner See

Der Radkoordinator der Kärnten Werbung, Paco Wrolich, spricht von einem Meilenstein für Kärnten, "wenn nicht sogar für ganz Österreich". Er hat sich die Strecken genau angesehen. "Ich bin an das Land Kärnten herangetreten mit der Idee, denn das schafft eine durchgängige, direkte Radstrecke von Klagenfurt bis nach Wolfsberg, ohne einmal stehen bleiben zu müssen." 

So würde der Rad-Highway verlaufen

Der bereits bestehende Radweg von Klagenfurt bis Grafenstein würde mit einer Erschließung der alten Trasse ab Grafenstein ausgeweitet. "Die Strecke würde dann bei der alten Eisenbahnbrücke der Seidendorfer Au bei Grafenstein weiterführen auf die Südseite über Kühnsdorf, Eberndorf, Mittlern, weiter nach Ruden durch die zwei Tunnel bis nach St. Paul und Wolfsberg" so Wrolich.
Die Stelle an besagter Brücke in Grafenstein ist laut Wrolich jener Punkt, der Grafenstein mit dem Jauntal und dem Klopeiner See verbinden würde. Auch Bidmon sagt: "Gerade hier stehen wir noch vor planerischen Denkaufgaben." Vorgesehen wäre nämlich, dass die Brücke von den ÖBB abgetragen wird. "Das wäre aber schade. Wir überlegen bei den Planungen nun auch, ob wir sie integrieren und den Radweg direkt darüber führen können", so auch Bidmon.

Neues Tourismuspotenzial

Laut Wrolich wäre das Projekt Rad-Highway ein "Riesenaufschwung für das Freizeitangebot." Erstmals wäre es möglich, dass Klagenfurter mit dem Rad direkt an den Klopeiner See zum Baden fahren und wieder zurück. "Auch für das Lavanttal würde das eine Erleichterung bedeuten, da man dann das Jauntal nicht mehr über die Umfahrung Lavamünd ansteuern müsste. 
Zudem ergeben sich auch neue Chancen für die Gastronomie: "Alte Bahnhöfe entlang der Strecke könnten zu Gastronomieangeboten samt Spielplätzen ausgebaut werden", so Wrolich. 
Nicht zu vergessen der Pendlerverkehr. "In Zeiten der E-Bikes könnte die, ich nenne sie Radautobahn, Strecke auch für den täglichen Verkehr stärker genützt werden. Samt E-Tankstellen entlang der Strecke", schließt Wrolich. 

Bau der Koralmbahn: Für die dann stillgelegte Trasse Grafenstein bis Lavanttal plant das Land eine direkte Radschnellverbindung. Dann würde ein Radweg von Klagenfurt bis nach Wolfsberg führen
Paco Wrolich: Der Radkoordinator der Kärnten Werbung sieht enormes Potenzial in der Chance, Kärntens erste Radschnellverbindung zwischen Klagenfurt und Wolfsberg zu schaffen

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