Urige Einbaumhäuser für nachhaltigen Tourismus

Nachhaltiger Tourismus: Die Einbaumhäuser sehen nicht nur urig aus, sondern bestehen fast zur Gänze aus Naturmaterialien
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  • Foto: KK/Lackner
  • hochgeladen von Verena Polzer

KLAGENFURT. Alles, außer gewöhnlich – so soll das erste Einbaumhaus im Raum Klagenfurt aussehen, das Architekt Wolfgang Lackner entworfen hat. Fast ausschließlich aus Naturmaterialien aus der Umgebung gebaut, verfolgt Lackner mit diesem Low-Impact-Konzept den Gedanken der Nachhaltigkeit sowie des Upcyclings.
Basis für das erste Einbaumhaus werden Bäume aus Klagenfurt sein – nämlich Robinien, die bei der Mülldeponie Hörtendorf entnommen werden. "50 dieser Bäume müssten im Zuge der Sanierung ohnehin weg. Jetzt werden sie für dieses einzigartige Projekt verwendet und erfahren so eine tolle Weiternutzung", informiert Entsorgungsreferent Wolfgang Germ. "Diese Bäume sind natürlich gänzlich frei von Schadstoffen", ergänzt Lackner. Er hat das Konzept der Einbaumhäuser nach dem Vorbild des englischen Fotografen Simon Dale erstellt. Im Vordergrund steht der Gedanke, ein Haus aus ortstypischen Naturmaterialien zu bauen und sie möglichst wenig zu bearbeiten. Jedes Haus ist so ein Unikat.

Erstes Haus am Berg

Die Einbaumhäuser sollen vor allem touristisch genutzt werden. Das erste Haus bei Karnburg im Norden Klagenfurts soll in den Hang eines landwirtschaftlichen Betriebs gebaut werden und als Appartmenthaus zur Verfügung stehen. "Mit dem Bau wollen wir im Sommer oder Herbst beginnen", so Lackner. Man warte jetzt noch die Baugenehmigung ab. Stadtrat Germ will sich zudem dafür einsetzen, dass ein Einbaumhaus auch zentral in Klagenfurt entsteht.

Einfach, aber effizient

Rund 75 m² ist so ein Einbaumhaus groß, es kann aber auch bis zu 100 m² Grundfläche umfassen. Etwa drei Monate dauert es, bis es fertig gestellt ist. "Nachdem es aus Naturmaterialien ist, ist die Bauweise simpel, aber effizient", so Lackner. Die Bäume samt Rinde bilden das Grundgerüst für 50 cm dicke Strohwände, ein Hebelstabwerk hält das Dach. "Die Wände sind oval, innen werden vier cm Lehmputz aufgetragen, außen ist ein Kalkputz", erläutert Lackner.
Die Häuser verbrauchen, so der Architekt, sehr wenig Primärenergie und sind – wenn man die Glasfenster wieder herausnimmt – ökologisch abbaubar. Laut Lackner koste der Abbruch eines normalen Hauses zwischen 15.000 und 25.000 Euro. "Die Einbaumhäuser könnte man im Prinzip verrotten lassen, das übernimmt die Natur."

Gleichzeitig Forschungsprojekt

Die Entnahme der Robinien auf dem Gelände der Mülldeponie wird gleichzeitig ein Forschungsprojekt mit der Umweltabteilung des Magistrates. Neben der Kartierung und Untersuchung der Bäume soll auch eine neue Methode der Entnahme entwickelt werden. Lackner: "Robinien zählen zu den Neophyten. Wir versuchen, eine Methode zu finden, mit der die Robinien so entnommen werden, dass sie nicht wieder neu austreiben und nachwachsen."

Zur Sache:

Das erste Einbaumhaus von Architekt Wolfgang Lackner wird bei Karnburg im Norden Klagenfurts gebaut.
Zwei Einbaumhaus-Prototypen sollen auch in Steindorf am Ossiacher See entstehen.
Fünf Baugenehmigungen hat Lackner auch bereits am Weißensee.
Die Prototypen können besichtigt werden, man kann sich auch einmieten. Hotellerie & Co. können sich solche Einbaumhäuser fertigen lassen.

Nachhaltiger Tourismus: Die Einbaumhäuser sehen nicht nur urig aus, sondern bestehen fast zur Gänze aus Naturmaterialien
Einbaumhaus-Architekt Wolfgang Lackner mit Karl Weger und Wolfgang Germ vor den Robinien in Klagenfurt, die für die ersten Einbaumhäuser verwendet werden

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