Interview
Vanessa Herzog ist in 37,43 Sekunden perfekt unterwegs

24 Stunden, 365 Tage im Jahr sind Vanessa Herzog und Tom Herzog ein perfektes Ehe- und Trainingspaar.
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  • hochgeladen von Peter Tiefling

Vanessa Herzog ist Kärntens Sportlerin des Jahres 2020. Die WOCHE Kärnten sprach mit der Eisschnellläuferin über Wertschätzung, Silvester, Sportliches und das Leben in der Sportblase.

WOCHE: Sie wurden von den Kärntner Sportjournalisten zur Sportlerin des Jahres 2020 gewählt. Ihre ersten Gedanken, als Sie davon erfahren haben?
VANESSA HERZOG: Ich habe mich so richtig gefreut. In einer Saison, die gut aber nicht perfekt war, von den Journalisten so eine Auszeichnung zu erfahren, ist ein großer Motivationsschub für die kommende Zeit.

Wie wichtig war es aus Ihrer Sicht, dass die 56. Sportler-Wahl auch in Zeiten der Corona-Pandemie durchgeführt wurde?
Es wurde das richtige Zeichen gesetzt, dass sich der Sport nicht unterkriegen lässt. Egal, wie schwierig die Zeiten sind.

Nach 2019 jetzt wiedergewählt: Welchen Stellenwert messen Sie dieser großen Wertschätzung Ihrer sportlichen Leistungen bei?
Ich bin nun in einem sehr elitären Kreis von Kärntner Sportlern und Sportlerinnen. Das bedeutet mir sehr viel. Es zeigt mir, dass meine sportliche Karriere wertgeschätzt wird und ich auch in Kärnten mit offenen Armen aufgenommen wurde.

Aktuell bereiten Sie sich in Holland (Herrenveen) auf die bevorstehenden Großereignisse vor.
Die Zeiten sind anders. Eislauf-Hallen und Grenzen werden Covid-19-bedingt kurzfristig geschlossen. Daher haben mein Ehemann Thomas und ich beschlossen, für die Dauer von drei Monate nach Heerenveen in die Nähe der Eisschnelllauf-Halle Thialf und zu meinem Team zu übersiedeln.

Wie lebt es sich dort?
Wir haben ein Haus gemietet und im Garten gibt es sogar ein Alpaka namens Fred. Wir sind oft und gerne in Holland. Mit dem schönen Rosental ist es nicht vergleichbar, aber auch Friesland hat seine Reize und gibt uns Wohlbefinden.

Wie wichtig ist es, in dieser Lebenslage Ihren Ehegatten Thomas Herzog an Ihrer Seite zu haben?
Tom und ich sind 24 Stunden am Tag 365 Tage im Jahr zusammen. Wir haben als Ehepaar und den damit verbunden Synergien in unserer sportlichen Zusammenarbeit als Trainer und Athletin in der „Bubble“ von Heerenveen natürlich Vorteile. Wir dürfen alle Zeit zusammen verbringen.

Sie sind Mitglied im Eislaufverein Herrenveen?
Ja, aber mein Verein ist und wird auch weiterhin der ESC Otrouza bleiben. Zusätzlich bin ich Mitglied im Profiteam „Reggeborgh“. Ohne dieser Zugehörigkeit dürfte ich aktuell nicht in Herrenveen trainieren und bin daher auch die einzige Ausländerin in Thialf.

Im Eisoval, wo die Eisschnelllauf-Großereignisse 2021 stattfinden werden. Mit 37,43 Sekunden über die Distanz von 500 Metern sind Sie perfekt unterwegs, oder?
Die Zeit war echt stark. Mein Trainer und Ehemann Tom schätzt, sie könnte für WM-Edelmetall reichen. Zwei bis drei Zehntel sind noch drinnen. Bei einer optimalen Auslosung, einem guten Start und Rennverlauf wäre dann ein Podestplatz möglich.

Und über 1.000 Meter?
Ich mag diese Strecke, bin schon richtig gute Rennen gefahren. Für Edelmetall bräuchte ich aber einen Spitzenlauf.

Es erwartet Sie 2021 mit WM, EM und Weltcup ein Monsterprogramm. Ein mindestens fünfwöchiges Leben in einer sehr eng und hoffentlich dichten Wettkampf-Blase. Wie kann man sich diese „Bubble“ live vorstellen?
Bubble-Leben bedeutet vereinfacht: Hotelzimmer – Halle – Hotelzimmer. Wir dürfen für fünf Wochen keinen Kontakt nach außen haben, niemanden treffen, der nicht in der Blase ist. Nur ein Schritt außerhalb bedeutet den Akkreditierungsverlust. Das Leben wird auf Hotel und Eishalle reduziert. Wie bereits angesprochen ist dies für das Team Herzog eher ein kleiner Vorteil.

Das Thema Corona-Impfung beherrscht die Welt. Werden Sie sich impfen lassen?
Sobald wie möglich wollen wir uns impfen lassen. Für eine Teilnahme an Großveranstaltungen wird es sicher zur Pflicht werden.

Weihnachten in Holland. Wie war es?
Leider nicht wie immer im Kreise meiner Familie, aber sehr feierlich in Zweisamkeit mit Tom. Holland befindet sich im kompletten Lockdown. Die Bevölkerung hält sich daran und hat nicht viel gefeiert.

Jetzt steht Silvester auf dem Kalender. Planungen?
Wir haben ein jährlich wiederholendes Ritual mit Schlafenszeit ab 22 Uhr. Am nächsten Tag gibt es ein Neujahrstraining. Meist alleine, ganz zeitig, um schon am ersten Tag einen Vorsprung für das Kommende zu haben.

Ihre Wünsche für 2021?
Gesundheit für alle Erdenbewohner, ein baldiges, stetiges Ende des Corona-Spuks, weitere sportliche Wettkämpfe, eine verletzungsfreie Saison und einen internationalen Titel.

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