Kärntner Hypo: Tilo Berlin steigt aus!
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Der Chef der Kärntner Hypo Group Alpe Adria, Tilo Berlin, wirft das Handtuch. Bei einem Gespräch mit BayernLB-Vorstandschef Michael Kemmer wurde vereinbart, dass Berlin nach der Hauptversammlung Ende April aus der Bank ausscheid
Als Grund für diese überraschende Entscheidung werden „unüberbrückbare Differenzen“ über das Geschäftsmodell für die Kärntner Tochter der BayernLB gemutmaßt.
Tilo Berlin ist seit 2007 Vorstandsvorsitzender der Hypo Alpe Adria Group. Er kehr in das von ihm gegründete Vermögens-Verwaltungsunternehmen Berlin & Co zurückt. Die Österreich-Filiale von Berlin & Co. wird von Salzburg nach Kärnten verlegt. Mitentscheidend dürfte auch das private Umfeld des Bankers sein – Tilo Berlin ist seit 1986 mit der Kärntner Filippa, geborene Goess, verheiratet und hat mir ihr drei Kinder. Er wohnt mit seiner Familie am Ulrichshof am Ulrichsberg nach Klagenfurt und bewirtschaftet einen Biobauernhof. Berlin hofft nämlich laut APA-Interview „dass ich damit wieder mehr Zeit für die Betreuung meines Bauernhofes in Kärnten habe“.
Um die Bilanz der Kärntner Landeshypothekenbank im Jahr 1991 zustande zu bringen, mussten Wohnungen aus dem Landeseigentum verkauft werden. Die Bank hatte 200 Mitarbeiter und war quasi konkursreif. Das Grundkapital betrug 300 Millionen Schilling. Das Land Kärnten brachte die Bank als Sacheinlage mit 200 Millionen Schilling ein.
Die Kärntner Hypo
Bis 1992 stand es schlecht um das heimische Bankunternehmen - das Überleben der Bank wurde durch eine 100 Millionen Euro-Finanzspritze der Grazer Wechselseitige Versicherung (Grawe) gesichert. Im Gegenzug erhielt die Grawe einen 33,3 Prozent-Anteil. 1998 erfolgte eine Kapitalerhöhung – die Grawe hielt nun 48 Prozent, die Landesholding 52 Prozent an der Landesbank.
Steile Kurve nach oben
In der Folge wuchs die Bank explosionsartig. Als Hypo Alpe Adria Bank expandierte sie zuerst nach Slowenien, dann Italien, Kroatien, Serbien, Montenegro. Waren es im Jahr 2000 noch 1073 Mitarbeiter beschäftigte die Bank sechs Jahre später 6138. Mittlerweile ist die Hypo Group Alpe Adria mit 7396 Mitarbeitern in zwölf Ländern vertreten.
Wandelschuldanleihe
2004 lukriert das Land Kärnten 500 Millionen Euro aus einer Hypo-Wandelanleihe als Vorgriff auf den geplanten Börsegang im Jahr 2008. Die Mitarbeiterstiftung erwarb fünf Prozent des Bnkunternehmens.
Zu hoch gepokert!
Im März 2006 wurden die Verluste von 16 Swaps (Währungsspekulationen) in Höhe von 328 Millionen Euro bekannt. Vorstandschef Wolfgang Kulterer legte seine Funktion zurück und wechselte in den Aufsichtsrat, Kollege Günter Striedinger ebenso. Thomas Morgl verblieb im Hypo-Vorstand. Als Kurzzeit-Vorstand übernahm Siegfried Griff von der Grawe die Geschäfte.
Die Zeit des Tilo Berlin
Bei der Kapitalerhöhung im Herbst 2006 kam der Banker Tilo Berlin mit seiner Investorengruppe Berlin & Co. zum Zug. Die Gruppe beteiligte sich mit 9,09 Prozent an der Hypo – Tilo Berlin hielt die Namen der Investoren immer geheim, vermutet wird der österreichische Geldadel wie Piech, Horten und Flick. Ende 2006 verkaufte die Grawe 15 Prozent an Berlin, der 2007 Vorstandschef der Hypo Group Alpe Adria wurde.
Verkauf an die BayernLB
Am 22. Mai 2007 wurde der Kaufvertrag mit der BayernLB unterfertigt. Das Land Kärnten gibt 24,9 Prozent seiner Anteile auf einer Wertbasis von 3,25 Millionen Euro an die Bayern ab. Kurz zuvor war der Wert des Unternehmens noch auf 2,2 Milliarden geschätzt worden. Das Land Kärnten lukriert 800 Millionen Euro, abzüglich der Wandelschuldanleihe in Höhe von 556 Millionen Euro. Experten sprechen heute von einem geringen Zeitfenster, in dem der Verkauf zu solchen Konditionen möglich war. Politisch zeichnen sich der damalige LH Jörg Haider und ÖVP-Chef LR Josef Martinz verantwortlich. Die SPÖ unter Gaby Schaunig war strickt gegen den Verkauf und wollte den Gang an die Börse durchziehen.
Das Bankenpaket
Im Zuge der Finanzkrise geriet die BayernLB in arge Turbulenzen. Sie war die erste Bank, die das Banken-Sicherungspaket des Bundes in Anspruch nahm. Die Kapitalspritze: Fünf Milliarden Euro.
E. Krug
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