28.03.2017, 16:50 Uhr

Klagenfurter Stadion wird zu Mega-Kunstprojekt

Nach der Vorlage dieser Zeichnung von Max Peintner wird das Klagenfurter Stadion im Herbst 2019 zum Mega-Kunstprojekt "Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur" (Foto: KK/Stadtpresse)

Mitten im Stadion wird 2019 ein echter Laubwald nach dem Vorbild einer bekannten Zeichnung von Max Peintner erwachsen.

KLAGENFURT, STADION (vep). Zu einem riesigen Gesamtkunstwerk wird das Klagenfurter Stadion im September und Oktober 2019 werden. Es ist zwar noch viel Zeit bis dahin, doch dieses Projekt ist auch von großer Dimension: Ein echter Laubwald – mit 68 x 105 Meter so groß wie die Spielfläche des Fußballfeldes – wird auf dem Rasen der Wörthersee-Arena bis zu 14 Meter gen Himmel emporwachsen.

Klaus Littmann installiert "Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur" im Stadion

"Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur" ist der Titel dieses internationalen Kunstprojektes, initiiert vom Schweizer Klaus Littmann. Inspiriert wurde er durch die gleichnamige Bleistiftzeichnung des österreichischen Künstlers Max Peintner aus dem Jahr 1970/71, die auch in vielen Schulbüchern über Generationen hinweg zu finden ist.

Littmann: "Dieses Projekt beschäftigt mich seit gut 30 Jahren, seit ich die Zeichnung zum ersten Mal gesehen habe." Seither wollte er diese Zeichnung Realität werden lassen und war immer auf der Suche nach einem geeigneten Ort. Ein Zufall – er sah es auf dem Foto eines anderen Künstlers – ließ ihn auf das ihm bislang nicht bekannte Klagenfurter Stadion kommen.

Projekt mit internationaler Strahlkraft

Die politischen Vertreter der Stadt Klagenfurt sehen in diesem Projekt eine große Chance für die Stadt. "Ein Kunstprojekt in dieser Dimension war in Klagenfurt noch nicht da und wird weit über die Grenzen der Stadt hinausgetragen werden", sagt Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz, "wir können die Wörthersee-Arena damit als Ort der Kunst und Kultur in einen völlig neuen Kontext stellen. Es ist ein positiver Beitrag mit internationaler Strahlkraft."

Stadt stellt Stadion bereit

Insgesamt wird das Projekt zwischen einer und eineinhalb Millionen Euro kosten, wobei der Beitrag der Stadt Klagenfurt bei diesem Projekt ausschließlich darin bestehe, so Mathiaschitz, das Wörthersee-Stadion im September und Oktober 2019 kosten- und gebührenfrei zur Verfügung zu stellen.
Littmann: "Ich stehe mit dem Bund in Verhandlungen, finanziert wird das Projekt auch von Firmen und Privatpersonen. Zudem wird es die Möglichkeit geben, Baumpatenschaften zu übernehmen."

Rundherum internationale Kongresse und Ausstellungen

Littmann möchte auch ein breites Rahmenprogramm auf die Beine stellen. "Ich möchte mich um internationale Organisationen, die sich mit Umwelt und Klimawandel beschäftigen bemühen, damit sie in dieser Zeit hier Kongresse veranstalten, wie etwa den WWF."

Auch die Galerien in Klagenfurt sollen miteingebunden werden, da sie während dieser zwei Monate themenbezogene Ausstellungen zeigen könnten.
Das Originalbild von Max Peintner, das im Besitz eines Privatsammlers und derzeit als Leihgabe in einem amerikanischen Museum ist, wird in dieser Zeit in Klagenfurt zu sehen sein.

Bäume werden weitergenutzt

190 Laubbäume werden circa für dieses Kunstprojekt benötigt. Sie werden zwischen zehn und vierzehn Metern hoch sein und zu 90 Prozent aus dem Klagenfurter Umland kommen. Auch nach ihrem großen Auftritt im Stadion werden sie weiterhin in Klagenfurt bleiben. Littmann: "Die Bäume werden danach im Lakesidepark auf einer bestimmten Fläche dauerhaft eingepflanzt. So können sie weiterhin an dieses Kunstprojekt erinnern."

Auch für weniger Sportaffine

Für Vize-Bürgermeister und Sportreferent Jürgen Pfeiler sind Sport und Kultur ohnehin per se kein Widerspruch: "Und dieses Projekt soll auch jene Bevölkerungsgruppen ansprechen, die nicht so sportaffin sind. Zuletzt ist das Klagenfurter Stadion bei der Euro 2008 im internationalen Fokus gewesen, mit dem Kunstprojekt wird es ein weiter Mal so sein."

Auch für den Wirtschafts- und Tourismusreferenten, Stadtrat Markus Geiger ist es imposant, "aus einem Tempel des Sports einen Tempel der Kultur zu machen." Für ihn faszinierend ist die Dynamik dieses Kunstprojektes: "Der Wald ist nichts statisches, das Bild wird sich täglich verändern durch die Färbung des Laubes und die Tageszeiten. Ein Grund, sich das mehr als nur einmal anzusehen."
Geiger ortet mit diesem Kunstprojekt natürlich auch Chancen für den Tourismus. Nicht zuletzt, da man ja auch die Klagenfurter Galerien einbinden möchte.

Umweltreferent, Stadtrat Frank Frey, ist ebenso begeistert: "Ich wusste sofort: Da kommt etwas ganz Großes auf Klagenfurt zu. Wir haben in vielerlei Hinsicht die Chance, Aufmerksamkeit zu erregen, denn Kunst regt zum Nachdenken an und soll das Bewusstsein verändern." Zudem sei es auch ein Weckruf, die eigene Umgebung, die Natur, die wir für selbstverständlich hinnehmen, wieder mehr wertzuschätzen. Der temporäre Charakter der Ausstellung erhöhe den Reiz, sich das auch tatsächlich anzusehen.

Positives Image für das Stadion

Bei Tourismusverbands-Geschäftsführer Helmuth Micheler rattert es jedenfalls schon mächtig im Kopf, welches Potenzial dieses Kunstprojekt für den Klagenfurter Tourismus hat. "Das Klagenfurter Stadion ist nicht konfliktfrei entstanden, es gibt viele negative Stimmen. Damit wird es positiv besetzt und es stärkt die Begehrlichkeit, nach Klagenfurt zu kommen. Die Stadt kommt mit diesem Kunstprojekt sicher wieder auf die internationale Landkarte.

Konfrontation von Natur und Technologie

Dem Urheber des Originalbildes, Max Peintner, ging es schon damals um die Rettung der Natur und ökologische Gesichtspunkte, als er das Prater-Stadion mit dem Wald darin zu Papier brachte. Für ihn wird die Umsetzung seines Werkes hier in Klagenfurt eine Konfrontation zwischen Natur und Technologie bilden: "Mit der Krater-Architektur hier im Stadion wird zum Himmel hin eine Öffnung geschaffen. In der Mitte steht ein Block Natur und rundherum ist ausgefeilte Technologie. Technologie wiederum brauchen wir, um unsere Natur und unser Klima in Zukunft zu retten."
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