100 Jahre Republik
Getauft auf unsere Helden der Republik

KLOSTERNEUBURG (mp). Überall findet man in Klosterneuburg Gebäude oder Plätze, die nach wichtigen Persönlichkeiten der österreichisch-ungarischen Monarchie benannt sind – allen voran Kaiser Franz Josef. Wesentlich weniger Material lässt sich ausfindig machen, ist man auf der Suche nach "Helden der Republik". "Da gibt's nur den Hanna-Tunnel", weiß Barbara Weiss vom Stadtarchiv Klosterneuburg.

Eröffnung des Tunnels

Am 14. Dezember 2008 wurde die Umfahrungsstraße, die vom Interspar in Kritzendorf bis zum Klosterneuburger Gewerbegebiet führt, für den Verkehr freigegeben. Über die Länge von 230 Metern unterquert sie die Donau-#+straße sowie den Weidlingbach. Dieser Tunnel ist das Herzstück der Straße und trägt den Namen "Johanna-Tunnel", benannt nach der damaligen Landesrätin und jetzigen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. "Dieser Tag muss in die Geschichtsbücher der Stadt Klosterneuburg sowie des Landes Niederösterreich eingetragen werden. Die neue Umfahrung bringt eine höhere Lebensqualität, mehr Sicherheit, eine höhere Standortqualität und damit mehr Arbeitsplätze und auch eine bessere Anbindung etwa der kulturellen Juwele Klosterneuburgs", meinte zur Eröffnung der damalige Landeshauptmann und Vorgänger Mikl-Leitners, Erwin Pröll. Die Ehrentafel enthüllte die Namenspatin bei der Eröffnung der Umfahrung-Straße höchstpersönlich.

Zwei Straßenzüge

Weiss' Nachforschungen zufolge gibt es außerdem zwei Straßenzüge. Die Verbindung zwischen Hölzlgasse und Hofkirchnergasse wurde im Gedenken an den Bürgermeister der "ersten Stunde" (nach 1945) im Jahr 1999 auf Dr. Laurenz-Strebl-Promenade getauft. Und am 4. Oktober 1985 wurde zudem eine Straße in Weidling nach dem Klosterneuburger Bürgermeister (1965/66), Leopold Weinmayer benannt.

Gegen das Dritte Reich

"Eventuell der Roman Scholz Platz", schlägt Christl Chlebecek des Universalmuseums Kierling noch vor. Das Uptown, die Kostbar, das Restaurant Tam und die Post befinden sich unter anderem auf dem Platz in der Oberen Stadt, der dem Augustiner Chorherren des Stiftes Klosterneuburg, Roman Karl Scholz gewidmet ist. Als "heldenhaft" kann aber eigentlich sein Einsatz zwischen erster und zweiter Republik gesehen werden – gemeinsam mit Viktor Reimann zählte er nämlich als der Gründer der ersten Widerstandsbewegung gegen das Dritte Reich und den Nationalsozialismus in Österreich. Die im Herbst 1938 ins Leben gerufene "Österreichische Freiheitsbewegung" wollte aufklären, den Sturz des Regimes und die Wiedererrichtung des Staates Österreich. Verraten durch ihren Mitstreiter Otto Hartmann, der eigentlich als Spitzel der Gestapo agierte, wurde Roman Scholz neben rund 300 anderen "Freiheitskämpfern" 1940 verhaftet und schlussendlich vier Jahre später zum Tode verurteilt.

Autor:

Marion Pertschy aus Klosterneuburg

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