10.11.2016, 00:00 Uhr

Der Heilige Martin darf bleiben

Im letzten Jahr war Felix mit Mama Renate Woretz bei der Martinsfeier. (Foto: privat)

Sollen Kreuze, Martinsfeiern und der Nikolo aus Schulen in Klosterneuburg verschwinden? Ein Lokalaugenschein.

KLOSTERNEUBURG. Kreuze sollten als religiöse Symbole aus Schulklassen verschwinden, Bildungsministerin Hammerschmid machte nun aber einen Rückzieher. Auch religiöse Feiern wie der Martinsumzug am kommenden 11. November (Laternenfest) oder die Nikolofeier stehen immer wieder unter Kritik. Die Bezirksblätter befragten Lehrer, Schüler, Eltern und Politiker aus Klosterneuburg, ob der Heilige Martin und Nikolaus bleiben dürfen oder verbannt werden.

Verzierte Lebkuchen als Tradition

"Bei uns hängen die Kreuze in den Klassenzimmern über der Türe, abnehmen werden wir sie nicht", erzählt Ursula Mürwald, Direktorin der Volksschulen Weidling und Kritzendorf. Allerdings wird der Heilige Martin im herkömmlichen Sinne nicht mehr gefeiert, auch der Nikolaus kommt persönlich nicht mehr: "Das haben wir den Kindergärten überlassen." Nichtsdestotrotz gibt es in den beiden Volksschulen nette Traditionen. In Kritzendorf verziert der Elternverein Lebkuchen-Nikoläuse mit den Namen, welche am 6. Dezember auf den Plätzen der Kinder liegen. In Weidling hingegen bekommen die Kinder Schoko-Nikoläuse. "Darüber freuen sie sich bis in die vierte Klasse", lächelt Mürwald. Ebenfalls der traditionelle Gottesdienst zu Schulbeginn und -ende bleibt bestehen: "Andersgläubige dürfen dann eine Stunde später in die Schule kommen, oder – wenn sie möchten – mitgehen", so die Direktorin.

Werte unserer Kultur

"Ich habe den Eindruck, dass Traditionen wie der Martinsumzug oder der Nikolo gerne erwünscht sind und viele Eltern darin nicht nur die christliche Tradition, sondern eine gelebte Tradition in unserem Kulturkreis sehen", erklärt Schulstadträtin Maria T. Eder.
Dieser Meinung schließt sich auch Renate Woretz an: "Ich finde diese Traditionen toll. Nicht nur, dass sie eine Abwechslung aus dem Schultalltag bieten, bewirken sie auch familiär einiges. Zum Beispiel war beim Martinsumzug meines Sohnes Felix voriges Jahr ein Großteil der Familie dabei – und das hat auch ihn gefreut."
Außerdem ist die zweifache Mutter der Meinung, dass "es egal ist ob ein Kreuz im Klassenzimmer hängt oder nicht. Da geht's mittlerweile mehr um Tradition, als um den Glauben direkt." Maria T. Eder, ebenfalls Mutter, sieht die Angelegenheit ähnlich: "Mir ist es wichtig, dass meine Kinder mit den uns üblichen Traditionen aufgewachsen sind und würde dies nicht missen wollen." Abschließend meint sie: "Ich halte das Kreuz, bei aller Wertschätzung für andere Kulturkreise, als wichtiges Symbol für die Werte unserer Kultur – das ist auch bei Marterln und Gipfelkreuzen erkennbar."

Gesetzeslage

Schulen, an denen die Mehrzahl der Schüler dem Christentum angehört, müssen in ihren Klassenzimmern Kreuze aufhängen.

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