KL Krems
Herzchirurgie hautnah: erleben Sie Spitzenmedizin interaktiv!
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Am 24. April 2026 ist es wieder so weit: Mehr als 200 Ausstellungsorte mit rund 2.000 Stationen öffnen österreichweit im Rahmen der Langen Nacht der Forschung von 17:00 bis 23:00 Uhr ihre Türen und laden wissbegierige Besucherinnen und Besucher ein, die faszinierende Welt der Forschung hautnah zu erleben.
KREMS. Auch an der Karl Landsteiner Privatuniversität (KL Krems) am Campus Krems erwartet die Besucherinnen und Besucher unter dem Event-Motto „Mitmachen – Staunen – Entdecken“ ein abwechslungsreiches Programm mit Führungen, Vorträgen, Live-Präsentationen und interaktiven Formaten, die Wissenschaft verständlich und erlebbar machen.
Ein besonderes Highlight an der KL Krems: Eine voraufgezeichnete und live moderierte Herz-OP, die an der Herzchirurgie des Universitätsklinikums St. Pölten – einem Lehr- und Forschungsstandort der KL Krems – erfolgte, wird in der KL Lecture Hall (Trakt U) gezeigt.
Besucherinnen und Besucher können den „Live in a Box Case“ hautnah mitverfolgen und Einblicke in die moderne Herzchirurgie gewinnen – anschaulich erklärt und praxisnah vermittelt.
- Das UK St. Pölten
- Foto: UK St. Pölten
- hochgeladen von Simone Göls
Die Moderation übernehmen Primar Dr. Dominik Wiedemann und OA Dr. Andreas Vötsch, die im Gespräch spannende Einblicke in ihre Arbeit gegeben haben:
MeinBezirk: Herzchirurgie wirkt für viele Menschen sehr komplex und auch beängstigend – was möchten Sie den Besucherinnen und Besuchern bei der Langen Nacht der Forschung besonders näherbringen?
Primar Dr. Dominik Wiedemann und OA Dr. Andreas Vötsch: Unser Ziel ist es, Berührungsängste abzubauen und Herzchirurgie greifbar zu machen. Viele Menschen verbinden damit etwas sehr Komplexes und auch Beängstigendes – wir möchten zeigen, dass hinter jeder Operation ein hochspezialisiertes, eingespieltes Team steht, das täglich daran arbeitet, Leben zu retten und die Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten nachhaltig zu verbessern. Gleichzeitig wollen wir vermitteln, wie moderne Medizin funktioniert und wie viel Präzision, Erfahrung und Innovation in der heutigen Herzchirurgie steckt.
Sie zeigen einen sogenannten „Live in a Box Case“ – was genau können sich Laiinnen und Laien darunter vorstellen und was macht dieses Format so spannend?
Ein „Live in a Box Case“ ist eine aufgezeichnete Herzoperation, die wir für das Publikum live kommentieren und verständlich erklären. Das Besondere daran ist, dass wir den Eingriff Schritt für Schritt begleiten und medizinische Zusammenhänge so aufbereiten, dass auch Menschen ohne Vorwissen folgen können. Besucherinnen und Besucher erhalten dadurch einen authentischen Einblick in den Operationssaal – ohne Zeitdruck und mit der Möglichkeit, komplexe Abläufe in Ruhe nachzuvollziehen. Genau diese Kombination aus Realitätsnähe und verständlicher Erklärung macht das Format besonders spannend.
Am Universitätsklinikum St. Pölten – ein Lehr -und Forschungsstandort der KL Krems – werden jährlich über 900 Operationen am offenen Herzen durchgeführt und Ihre Abteilung operiert sogar an Wochenenden und Feiertagen – was bedeutet diese hohe Fallzahl für die Qualität und Erfahrung Ihres Teams? Und: Was steckt hinter diesem außergewöhnlichen 365-Tage-Konzept und warum ist es so wichtig?
Eine hohe Fallzahl bedeutet vor allem eines: große Erfahrung und eingespielte Abläufe. Wenn ein Team regelmäßig eine Vielzahl komplexer Eingriffe durchführt, steigt die Routine, die Sicherheit und letztlich auch die Behandlungsqualität für unsere Patientinnen und Patienten.
Unser 365-Tage-Konzept stellt sicher, dass wir jederzeit – auch an Wochenenden und Feiertagen – für Notfälle und dringende Eingriffe bereitstehen. Herzkrankheiten halten sich nicht an Öffnungszeiten, deshalb ist es entscheidend, rund um die Uhr operativ handlungsfähig zu sein. Dieses kontinuierliche Versorgungsangebot ist ein wesentlicher Baustein für eine sichere und verlässliche Patientenversorgung.
Minimal-invasive Techniken gewinnen zunehmend an Bedeutung – welche Vorteile haben diese Methoden für Ihre Patientinnen und Patienten konkret?
Minimal-invasive Verfahren ermöglichen Operationen über deutlich kleinere Zugänge. Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das in der Regel weniger Schmerzen, eine schnellere Erholung und eine frühere Mobilisierung nach dem Eingriff. Auch das Risiko von Komplikationen kann reduziert werden. Insgesamt profitieren die Betroffenen von einem schonenderen Eingriff und können meist rascher in ihren Alltag zurückkehren.
Neben der Patientinnen- und Patientenversorgung und der klinischen Ausbildung der Studierenden der Karl Landsteiner Privatuniversität zählt auch die Forschung zu einem maßgeblichen Stärkefeld der Klinischen Abteilung für Herzchirurgie im UK St. Pölten. Was ist aktuell eines der Leuchtturmprojekte in Ihrem Forschungsteam?
Als Universitätsklinikum sind wir insbesondere in der klinischen Forschung aktiv. In enger Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern setzen wir kontinuierlich innovative Forschungsvorhaben um. Aktuell beschäftigen wir uns intensiv mit Themen wie dem perioperativen Vorhofflimmern, der Optimierung der medikamentösen Therapie nach Bypass-Operationen sowie dem Langzeitmanagement nach Aortendissektionen.
Als Lehr- und Forschungsstandort arbeiten wir eng mit der Karl Landsteiner Privatuniversität zusammen, um wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die klinische Praxis zu übertragen. Unser Ziel ist es, modernste Herzchirurgie nicht nur anzuwenden, sondern aktiv weiterzuentwickeln – zum unmittelbaren Vorteil unserer Patientinnen und Patienten.
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