Ernährungsmythen im Fakten-Check

Mini Med - Vortragender Bernhard Kerschner, Moderatorin Alice Herzog,
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  • hochgeladen von Doris Necker

KREMS. Schützt Rotwein wirklich vor Herz-Kreislauferkrankungen? Hilft Wassertrinken bei Kopfschmerzen? Kann eine zucker- und kohlenhydratfreie Ernährung Krebszellen aushungern? Drei bekannte Ernährungsmythen, die Bernhard Kerschner zumindest wissenschaftlich nicht durch Studien belegt sehen will. Er ist Forscher für evidenzbasierte Medizin an der Donau Universität Krems und beschäftigt sich damit, Ernährungsmythen auf ihren Wahrheitsgehalt zu untersuchen. An seinen Erkenntnissen ließ er die Besucher des Mini Med-Vortrags in Krems teilhaben.

Placebo

„Freilich kommt ein gewisser Placebo-Effekt dazu“, so Kerschner, „wenn jemand die Erwartungshaltung hat, durch Hühnersuppe schneller eine Erkältung los zu werden, kann auch eine entsprechend positive Wirkung eintreten. Ebenso gibt es den Umkehrschluss, den sogenannten Nocebo-Effekt. „Es gibt Menschen, die Bauchschmerzen bekommen, weil sie gehört haben, dass Lebensmittel, die Gluten enthalten, schlecht verträglich sind.“ Bewiesen ist das bisher nicht, mit Ausnahme von Zöliakie-Patienten, die aber einen sehr geringen Prozentsatz ausmachen.

Studie ist nicht gleich Studie

Nicht alle Studien liefern in Ernährungsfragen gesicherte Beweise. Etwa Experimente im Reagenzglas oder auch Tierversuche können bestenfalls Hinweise, aber keine Beweise über die Wirkung von Nahrungsmitteln im menschlichen Körper liefern. Ebenso werden Studien nicht immer richtig gedeutet: So trinken beispielsweise Raucher mehr Kaffee, aber die Ursache für ein höheres Krebsrisiko ist das Rauchen und nicht die Menge an Kaffee.

Seriöse Gesundheitsinformation

Auch der Laie kann seriöse Information über Ernährung und Gesundheit erkennen: Es müssen die Autorin oder der Autor angeführt sein, jede Art von Werbung fehlen und wissenschaftliche Quellen angegeben werden. Wenn auf einer Internetseite zum Kauf von Produkten aufgefordert wird, sollte man hellhörig werden. Seriöse Gesundheitsinformation wertet nicht und ist niemals werblich. Informationen unter: www.medizin-transparent.at

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