Stadt mit Flair und Barrieren

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Gerade die historischen Bauten sind es, die das Ambiente der Stadt Krems ausmachen. Da aber viele öffentliche einrichtungen in altehrwürdigen Gemäuern untergebracht sind, können die vielen Treppen und Halbstöcke für Menschen mit Handicap schon mal zur Barriere werden.
KREMS (red). „Behinderte brauchen weder Mitleid noch gönnerhafte Hilfe, sondern echte Chancengleichheit und die Möglichkeit, sich frei und selbstständig in der Öffentlichkeit zu bewegen“, das lässt der Klub sozialdemokratischer GemeinderätInnen die Öffentlichkeit wissen. Das Objekt, das einmal mehr in das Zentrum der Kritik gerückt wird, ist das Steiner Rathaus. Schließlich würde der dortige Sitzungssaal nicht nur für Empfänge und Festakte jeglicher Art, sondern vor allem für Trauungen genutzt.

Stiegen ohne Alternativen
Die unüberbrückbaren Barrieren in Form von Stiegen machten es körperlich geschädigten Personen aber keineswegs einfach, an Festivitäten teilzunehmen. Weil rund 20 Prozent der KremserInnen im engeren oder weiteren Sinne behindert sind, wird der Ruf nach Barrierefreiheit aus dem Lager der SPÖ-GemeinderätInnen immer lauter. „Seit 2006 gilt in Österreich das Behindertengleichstellungsgesetz – diesem sollte auch in Krems Genüge getan werden“, fordert Susanne Spillauer, Gemeinderätin und Behindertensprecherin der SPÖ Krems, „denn eine Stadt sollte für all ihre BürgerInnen lebenswert sein und nicht nur für einen Teil.“ Da sich zu den vorhin genannten 20 Prozent noch eine hohe Zahl an Menschen gesellt, die ihre (Amts-)Wege temporär mit dem Kinderwagen beschreiten müssen, ist es an der Zeit, ausgewählte Pflichtstationen auf ihre Barrierefreiheit zu testen. Das Magistratsgebäude der Stadt Krems hat den Sprung in die Riege der Befahrbaren längst geschafft. Dafür sorgen nachträglich eingebaute Rampen im Haus und der Lift, der von der Landstraßenseite aus erreichbar ist. Anders verhält es sich da schon mit jenen Stätten, die zwar besonders bei Hochzeiten, Todesfällen oder Kindstaufen frequentiert werden, aber meist zu Zeiten errichtet wurden, in denen „Barrierefreiheit“ noch zu den Fremdwörtern zählten: die Sakralbauten dieser Stadt.

Gotische Barrieren
Während sowohl die Kirche der Pfarre St. Paul als auch die Hintereingänge der Stadtpfarrkirche St. Veit stufenlos zum Eintritt laden, müssen Eintrittswillige mit Gehbehinderung oder fahrbarem Untersatz bei Bürgerspitals- oder Piaristenkirche auf Hilfe hoffen, um nach oben zu kommen. „Echte Barrierefreiheit heißt, dass allen Menschen öffentliche Gebäude, Geschäfte, Kultur- und Bildungseinrichtungen ohne fremde Hilfe zugänglich sein müssen“, definieren die SPÖ-Gemeinderäte und setzen noch eins drauf: „Behinderten-WCs müssen erreichbar und in angemessener Anzahl zur Verfügung stehen.“ Für eine Stadt wie Krems, die aus so vielen historischen Gebäuden gewachsen ist, kein leichter Weg.

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