21.10.2014, 10:29 Uhr

Jugendliche werkten im Bezirk Krems "72 Stunden ohne Kompromiss"

Yvonne Hofmann, Sonja Petermichl, Sarah Trimmel, Nina Hammerschmidt (Foto: Katholische Jugend)
Furth bei Göttweig: Stift Göttweig |

Wolfgang Zarl/ katholische Jugend

„72 Stunden ohne Kompromiss“ ist die größte Jugendsozialaktion Österreichs, an der 5.000 Jugendliche von 15. bis 18. Oktober teilnahmen. In der Diözese St. Pölten werkten hunderte Jugendliche an insgesamt 24 verschiedenen Projekten. „72 Stunden ohne Kompromiss“ stand heuer unter dem Motto „Lass dich nicht pflanzen, setz dich ein!“ und wurde von der Katholischen Jugend und der youngCaritas verwirklicht, in Kooperation mit Hitradio Ö3. Der diözesane Projektkoordinator Johannes Sieder und Bischof Klaus Küng betonen: „Es ist großartig, wie engagiert sich die Jugendlichen für ihre Nächsten und auch für jene, die sie gar nicht kennen, einsetzen.“

Beachtlich: Am Schluss bekamen alle schon eine druckfrische „72 Stunden“-Zeitung mit Berichten von sämtlichen Projekten. Außerdem wurden alle Arbeiten auch per Video festgehalten.

Das Fotoshooting bei carla Krems

Schon die Trägerorganisation dieses 72h-Projektes erfüllt den Nachhaltigkeitsauftrag: Ganz nach dem Motto „Erste Wahl aus zweiter Hand“ werden im carla (Caritaslager und Secondhandladen) in Krems Familien in schwieriger finanzieller Lage mit Secondhandprodukten unterstützt. Gleichzeitig wird Menschen, die in der freien Wirtschaft wenig Chancen hätten, ein Arbeitsplatz geboten. Dazu Monika Steiner, Projektleiterin vom carla Krems: „Wir arbeiten hier mit Menschen, sie sind der Kern unserer Arbeit!“ Der Verkaufserlös des Ladens kommt Menschen in Not zugute.

Die Jugendlichen der Katholischen Jugend Weinburg wurden vor die Aufgabe gestellt, ein Fotoshooting mit den carla-Verkaufswaren zu machen. Diese Fotos wurden im Laden angebracht, damit sich die Kundinnen und Kunden besser und schneller zurechtfinden können. Eine zusätzliche Aufgabenstellung war, eine verkaufsfördernde Wirkung mit Hilfe der Fotos zu erzielen. Den Jugendlichen hat es besonders gut gefallen, dass sie mit der Kundschaft sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Kontakt gekommen sind und sie kennen lernen durften. Es war außerdem sehr spannend, dass sehr wenige Vorgaben gemacht wurden, die Jugendlichen selbst kreativ sein konnten und vor allem, dass die Fotos auch noch lange nach dem Projektende im Laden zu sehen sein werden. Außerdem, so Teilnehmer Tobias Frank: „Dieses Projekt steigert unsere soziale Sensibilität, unsere Teamfähigkeit und es schweißt uns noch mehr zusammen!“

Wirbelwind – aus alt mach neu im Jugendhaus Stift Göttweig

Unglaublich vielfältig gestaltete sich der Arbeitseinsatz für die Jugendlichen im Jugendhaus Stift Göttweig. Bereits am Mittwoch begannen sie damit, die Wände im Gang und im Jugendraum von der alten Farbe zu befreien. „Gutes Training zum Tafelwischen in der Schule“, schmunzelte Begleiterin Sylvia Mück und: „Am Abend waren sie noch bis 22:00 Uhr beschäftigt. Es dürfte ihnen ziemlich kalt geworden sein.“ Am Donnerstag Vormittag ging es dann schon ans Ausmalen. 200 Meter Abdeckvlies, 600 Meter Klebeband, 80 kg Spachtelmasse, 25 kg Lack und etliche Liter Wandfarbe sowie 30 Pinsel wurden verbraucht, um alles in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Den Gang des Jugendhauses schmückten die Jugendlichen dann noch mit selbstgebauten Sitzgelegenheiten aus Paletten. „Die sind so gut geschliffen, dass sie fast so weich sind, wie ein Babypopo“, wurde uns versichert. Jene Schülerinnen und Schüler, die sich gerade nicht schwer körperlich einsetzen wollten oder konnten, fertigten aus 8000 (!) Gummiringerln 200 Armbänder für die Zehnjahresfeier des Jugendhauses. Pater Benjamin erzählte uns: “Ich bin begeistert von den Jugendlichen. Dass sie zu Fuß den Berg heraufgegangen sind, sagt wohl schon alles über ihre Motivation!“ So viel Einsatz sucht seinesgleichen!

Seelsorgeräume im Stift Göttweig

Auch dieses Jahr hat es im Stift Göttweig zwei große „72 Stunden ohne Kompromiss“ -Projekte gegeben, bei denen Jugendliche die Chance hatten, sich zu engagieren. Vier von den Schülerinnen der HLW St. Pölten, die das Jugendhaus auf Vordermann brachten, haben ihre Klassenkolleginnen verlassen um sich in der Wohnküche einem Problem anderer Art zu stellen. In mühevoller Kleinarbeit wurden dort am Mittwoch erstmal zentimeterdicke Fett- und Ölreste von den Fließen gekratzt. Plötzlich waren diese nicht mehr sooo schwarz, wie sie zuerst schienen. Zu diesem Zwecke durften sie Ganzkörper-Schutzanzüge tragen, die ihnen fortan als Erkennungszeichen dienten.
Neben diesen Tätigkeiten stand auch noch Ausmalen, Türen schleifen, diese anschließend neu lackieren und vieles mehr am Programm. Die Frage wozu das Ganze veranstaltet wurde, stellte sich dennoch?! Aber auch dafür gibt es einen guten Grund: Diese Wohnküche soll einer Flüchtlingsfamilie als Lebensraum dienen können.
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