28.09.2016, 09:28 Uhr

Was macht eine japanische Delegation in Kramsach?

Nicht nur LH Günther Platter freute sich über den Besuch aus Azumino.

Weil Kramsach und Azumino Schwesternstädte sind, wurde heuer beim Kirchtag im Museum Tiroler Bauernhöfe erstmals auch eine japanische Flagge geschwenkt.

KRAMSACH. Seit 26 Jahren gibt es eine enge Verbindung zwischen Kramsach und der japanischen Stadt Azumino. Es war der Werkstoff Glas, der die erste Brücke der Verbindung baute.

Der Ruf der Glasfachschule war damals bis nach Japan vorgedrungen. Und weil Azumino im eigenen Ort, in dem rund 100.000 Menschen leben, eine ausbildende Glasmanufaktur hatte, nahmen die Japaner Kontakt auf. Um den regen Austausch der Kulturen zu fördern, wurde der Kramsacher Freundschaftsverein ins Leben gerufen. Seither besuchen sich Vertreter der Schwesternstädte alle zwei Jahre.

Damit die japanischen Freunde neben den neuesten Entwicklungen der Glasbearbeitungstechnik auch ein Stück Tiroler Kultur kennen lernen, lud der Freundschaftsverein seine Gäste zu einem Besuch des Kirchtages im Museum Tiroler Bauernhöfe ein. Der Bürgermeister von Azumino, Munehiro Miyazawa, und die 16 Mitglieder der Delegation bestaunten interessiert die alten Höfe. Und so mancher Besucher des Kirchtages staunte über die Tatsache, dass beim feierlichen Einmarsch diesmal eine japanische Flagge mit dabei war. Speiß, Trank, Musik und gute Stimmung sorgten rasch für einen regen Austausch der Kulturen. „Durch den jahrelangen Kontakt sind die Menschen aus Azumino unsere Freunde geworden“, sagte Stefan Schuler, der Präsident des Freundschaftsvereins. Von Beginn an organisierte der Freundschaftsverein auch Schüler- und Lehrlingsaustauschprojekte, die jungen Menschen die Möglichkeit eröffnete, ihre Ausbildung für ein paar Monate im Ausland zu absolvieren.

Krisengestärkte Partnerschaft

Die gewachsene Solidarität zeigte sich speziell 2011, als die Katastrophe von Fukushima Japan schwer erschütterte. Kramsach bot Jugendlichen aus der betroffenen Region Erholungsaufenthalte an. Aber auch in guten Zeiten besuchen sich die Menschen aus den Schwesternstädten regelmäßig. „Neben dem politischen und wirtschaftlichen Austausch ist es schön zu sehen, dass gerade die Bevölkerung sehr aktiv in den kulturübergreifenden Prozess eingebunden ist“, lobte Bernhard Zisterer, Bürgermeister von Kramsach, die besonderen Beziehungen.

Natürlich durfte auch heuer der obligate Wissensaustausch nicht fehlen. Die Mitglieder der Delegation und die Kramsacher Vertreter verbrachten deswegen den Montag in der Glasfachschule, um sich gegenseitig auf den neuesten Stand der Erkenntnisse zu bringen. Bei dem Empfang in der Gemeinde sorgte eine Klasse der Volksschule Kramsach für einen musikalischen Gruß aus Tirol. Danach reiste das Grüppchen noch nach Alpbach, um die neuen Räumlichkeiten des Congress Centrums Alpbach zu besichtigen. „Ich liebe Tirol und wir können noch viel von einander lernen“, sagte Munehiro Miyazawa. Und um die Freundschaft in gemütlicher Runde zu besiegeln, gab es am Abend einen festlichen Abschluss im Kreise der Kramsacher Freunde.
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