Alpenseen
Eibsee-Wanderung in Bayern

Bild # 2629: Blick von der Seeterrasse des Restaurants "Eibsee- Pavillon" zur Engstelle zwischen dem Unter- und den Weitsee am Nordufer.
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  • Bild # 2629: Blick von der Seeterrasse des Restaurants "Eibsee- Pavillon" zur Engstelle zwischen dem Unter- und den Weitsee am Nordufer.
  • Foto: © by Ing. Günter Kramarcsik
  • hochgeladen von Günter Kramarcsik

Der Eibsee in Grainau bei Garmisch ist ein wunderschöner, kristallklarer, naturbelassener und grün schimmernder Gebirgssee direkt unterhalb der Zugspitze im Wettersteingebirge. Nördlich der Steilhänge des Wettersteingebirges ist der weitläufige See in eine unberührte Berglandschaft eingebettet. Die Umrundung des Eibsees ist eine leichte Wanderung und für jedes Alter ein angenehmer Spaziergang.

Vom gebührenpflichtigen Tagesparkplatz (für die ersten 4 Stunden pauschal 6 € und jede weitere Stunde je 1 €) gingen wir hinunter zum See. Wir konnten uns entscheiden ob wir im oder gegen den Uhrzeigersinn den Eibsee umrunden. Wir wählten die Variante im Uhrzeigersinn und hatten gleich zu Beginn eine sehr schöne Sicht auf den idyllischen See und die 8 kleinen Inseln (Maximiliansinsel, Schönbühl, Braxeninsel, Sasseninsel, Alpenbühl, Ludwigsinsel, Scheibeninsel und Steinbühl) des Eibsees. Wir folgten dem Hauptweg und genossen die Ruhe und die Idylle, die dieser See ausstrahlt.

Besonders vom Nordufer aus hat man einen atemberaubenden Ausblick:

Vor uns breitete sich das tiefblaue bis grünlich schimmernde Wasser des Sees aus und am Ufer reihten sich dunkle Nadelbäume mit Unterbrechungen von helle Lärchenbäume aneinander. Darüber streckt sich die Zugspitze dramatisch in den Himmel. Wegen der Föhnwetterlage war die Zugspitze überwiegend in eine Wolkenhaube gehüllt und die Dramatik dieses Bergpanoramas blieb uns leider ziemlich verwehrt. Man kann den Eibsee wohl zu den schönsten Bergseen in den Alpen zählen.

Entstehung und Geschichte des Sees:

Am Ende der Würm-Eiszeit zog sich hier der Isar-Loisach Gletscher zurück und hinterließ unterhalb der Zugspitze eine große Senke, die sich mit Wasser füllte. Der so entstandene Eibsee war zu jener Zeit größer und erheblich tiefer, aber ein gewaltiger Bergsturz vor rund 3.500 Jahren veränderte die Landschaft. Bis heute zeugen die kleinen Inseln im See von diesem Ereignis.

Am Westufer mündet der „Kotbach“ als schmaler Bach in den See. Außer diesen Bach gibt es keinen oberirdischen Zufluss. Interessanterweise gibt es auch keinen Abfluss aus dem See. Nach den Ergebnissen verschiedener Wissenschaftler versickert das Seewasser unterirdisch und tritt in der Umgebung an verschiedenen Stellen als Bachquelle wieder aus dem Boden hervor.

Der Eibsee unterteilt sich in den kleinen Untersee und den viel größeren Weitsee. Beide Teile sind über einen Engstelle miteinander verbunden, die auf einer Brücke überquert werden kann. Seine heutige Form bekam der Eibsee als vor 3.750 Jahren die Westflanke des Zugspitz- Massivs abbrach und ins Tal rauschte. Deshalb wird auch vom Eibsee- Bergsturz gesprochen. Aus der größten Massenbewegung der Alpen ist ein wunderschönes Naturparadies mit mehreren Inseln und Untiefen entstanden, durch die der Eibsee seine schöne Farbe erhält. Der Eibsee ist bis zu 32,5 m tief und misst bei einer Länge von bis zu 2.450 m an der breitesten Stelle 850 m. Der See hat eine Fläche von ~ 1,80 km². Seinen Namen hat der Eibsee von den Eiben, die früher in großer Zahl um den See wuchsen.

Eibsee ist in Privatbesitz:

Erstaunlicherweise befindet sich der See bis heute in Privatbesitz. In den 1880-er Jahren erwarb August Terne den See von einer Fischerfamilie, die in einer Holzhütte am Seeufer lebte. Terne errichtete wenige Jahre später einen ersten Gasthof, welcher von seinen Söhnen zu einem stattlichen Berghotel ausgebaut wurde. Durch die besonderen Eigentumsverhältnisse wurde eine weitere Bebauung des See dauerhaft verhindert. Abgesehen vom Hotel, einem Restaurant und einen Bootsverleih am Ostufer ist das gesamte Seeufer unberührt und von dichtem Bergwald gesäumt.

Wenn man von der Rundwanderung zum Startpunkt zurückkommt, kann man auch noch im Seerestaurant "Eibsee-Pavillon" oder in der etwas oberhalb liegenden "Eibsee- Alm" einkehren oder eine Runde mit einem Tretboot bzw. Ruderboot drehen. Diese Tour ist voll familientauglich und vor allem im Hochsommer laden viele kleine Kiesstrände zu einer Badepause ein. Im Winter ist dieser Rundweg für die ganze Familie mit Schlitten begehbar, oder mit Kinderwagen im Sommer. Diese Rundwanderung um den See (ca. 8,8 km) ist wegen der umgebenden Landschaft eine wahre Freude! Der Weg ist durchgehend sehr gut ausgebaut und ist in ca. 2 Stunden gut zu schaffen, oder mit vielen Fotostopps in 3 Stunden. Nur 50 Höhenmeter sind dabei zu überwinden. 

Um 7,50 € (für Erwachsene) kann man mit dem Elektroboot „Reserl“ auch eine Seerundfahrt machen. Während der 20-minütigen Rundfahrt mit dem Ausflugsboot "Reserl" sieht man die schönsten Buchten des Eibsees. Selbstverständlich bietet sich während der gesamten Fahrt stets das imposante Panorama der Zugspitze, sofern das Wetter diesbezüglich auch mitspielt. Obwohl wir noch genügend Zeit gehabt hätten, verzichteten wir wegen der Corona- Bestimmungen auf eine solche Rundfahrt im doch sehr kleinen Boot und damit verbundenen Abstandsprobleme.

Viel mehr gibt es zu diesem wunderschönen Spaziergang am Fuße der Zugspitze eigentlich nicht zu sagen, außer dass festes Schuhwerk trotz gut ausgebauten Weg zu empfehlen ist, um sich keine Blasen abzuholen.

Von Landeck aus sind es nur rund 82 km. Unsere Fahrt führte über den Fernpass in ca. 1,5 Stunden an unser Ziel Eibsee – Grainau.

Abschließend noch unsere Erfahrung mit den deutschen Corona- Pandemie- Regeln:

Neben den auch bei uns üblichen Abstandsregeln stellten wir aber nachfolgend weitere verschärfte Vorschriften fest:
a) Betreten und Verlassen von Gastronomiebetriebe war nur mit Mund- Nasen- Schutz bis zum Sitzplatz bzw. beim Verlassen bis zum Auto möglich. Diese Regel ist noch mit unseren Vorschriften identisch.
b) Sitzplätze konnte man nicht selbst aussuchen, sondern diese wurden durch die Bedienung zugewiesen. Bei größeren Andrang (z.B. zur Mittagszeit) blieben die Kunden vor dem Eingang stehen (auch hier wieder mit Abstand) und warteten auf die Abholung durch das Personal.
c) Dieses Warten stellte sich für mich später als sinnvoll heraus, weil die Sitzplätze bzw. Tische immer desinfiziert wurden, bevor dieser Tisch dem neuen Gast zugewiesen wurde.
d) Am Tisch Platz genommen konnte man die Maske abnehmen, aber gleichzeitig musste man ein Formular ausfüllen, mit vollständige Namen, Adresse und Telefonnummer oder Mailadresse und Ankunftszeit.
e) Beim Verlassen wurde dieses Formular mit Tischnummer und Uhrzeit des Verlassens vom Personal ergänzt.
f) Der Ein- und Ausgang war ebenfalls als Einbahn getrennt. Auf diese Weise erfolgte auch keine Begegnung mit anderen Gästen!

Unter diesem Aspekt verstehe ich das Jammern der Wirtschaftskammer und der heimischen Touristiker nicht. Wo bitte ist eine Registrierung der Gäste (Vorteil bei Erfassung von Cluster) den Gästen nicht zumutbar? Die Deutschen (aber auch die Italiener) beweisen, dass es für sie in der Heimat schon eine Selbstverständlichkeit ist und dann frage ich mich, warum diese Regeln im Urlaubsland nicht akzeptiert werden sollten?

Darüber hinaus musste ich feststellen, dass in sehr guten Betrieben (wie in Italien auch) ein QR- Code für Handy- Scann zur Verfügung stand und dann konnte man die Speisekarte am Handy selbst lesen. Wenn dies aus welchen Gründen auch immer nicht möglich war, so fragte die Bedienung was man gerne möchte und gab dann Empfehlungen ab. Also auch hier konnte man praktisch kontaktlos bestellen. Mund- Nasenschutz und Hände waschen bzw. desinfizieren entsprach wieder unserem Standard.

Diesen Beitrag hatte ich bereits am 30.09.2020 unter dem Titel "Eibsee- Insel im Streiflicht # 2653" angekündigt. Nun habe ich ihn endlich fertig gestellt. Wünsche euch viel Freude mit diesem Beitrag!

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